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Lehrermangel: Kein Nachwuchs an der Tafel

Trotz Stellenabbaus im Schuldienst hat das Land Brandenburg eine Werbekampagne für den Lehrerberuf gestartet. Das Pädagogikstudium solle die Besten anlocken, "nicht die, die anderswo abgelehnt wurden".

Trotz Stellenabbaus und Teilzeitarbeit im Schuldienst hat das Land Brandenburg eine Werbekampagne für den Lehrerberuf gestartet. Damit sollten wegen des bevorstehenden Generationswechsels Abiturienten für ein Lehramtsstudium gewonnen werden, sagte Bildungsminister Steffen Reiche am Dienstag in Potsdam. Dem SPD-Politiker zufolge liegt das Lehrer-Durchschnittsalter bundesweit bei 58 Jahren, bis 2015 werden 317.000 Pädagogen pensioniert.

Ab 2011 werde Brandenburg deshalb 600, ab 2015 sogar 1.100 Lehrer pro Jahr neu einstellen müssen, erklärte Reiche. Derzeit beginnen etwa 500 Hochschulabsolventen jährlich im Brandenburger Schuldienst, oft werden sie nur befristet angestellt und nicht verbeamtet. Gleichzeitig soll mit der Kampagne auf Plakaten, Flyern, Postkarten und in TV-Spots das Image des Lehrerberufs verbessert werden. "Wir wollen, dass sich die Besten des Jahrganges für ein Pädagogikstudium bewerben, nicht die, die anderswo abgelehnt wurden", sagte Reiche.

"Optimale Einstellungschancen"

Wer jetzt ein Lehrerstudium beginnt, hat laut Ministerium zum Zeitpunkt des Abschlusses optimale Einstellungschancen. Gefragt seien in sechs bis sieben Jahren vor allem Fremdsprachenlehrkräfte für die Primarstufe sowie Englisch-, Französisch-, Latein-, Informatik- und Sportlehrer in weiterführenden Schulen. Sonderschulpädagogen hätten ebenfalls gute Aussichten, sagte Reiche.

Zugleich werde angesichts der schlechten deutschen Ergebnisse der PISA-Studie die Lehrerausbildung umgebaut. Der Schwerpunkt wird von der Wissenschaft auf den jeweiligen Fachgebieten zu Didaktik und dem Training für das lebenslange Lernen verlagert, wie der Minister erklärte.

AP / AP

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