HOME

MÜNCHEN: Ein Turm für Nietzsche und Co.

Die 30 Einzelbibliotheken der Fakultäten für Theologie und Philosophie werden ab dem Wintersemester 2003/04 zusammengelegt

Die 30 Einzelbibliotheken der Fakultäten für Theologie und Philosophie werden ab dem Wintersemester 2003/04 zusammengelegt

In den Räumen der zentralen Universitätsverwaltung am Geschwister-Scholl-Platz soll künftig der »Bücherturm« Platz finden. Dafür müssen vier Referate ausziehen. Ab Juni will die Universität mit den Umbauarbeiten beginnen. Um die rund 300.000 Bände unterzubringen, werden in dem Gebäude neue Geschossdecken und zusätzliche Galerien eingezogen. Drei Millionen Euro lässt sich die Universität den »Bücherturm« kosten.

Weg mit den Lehrstuhlbibliotheken

Bislang hatte fast jeder Lehrstuhl eine eigene Bibliothek. »Da gab es dann zum Beispiel die Bibliothek für Altes Testament«, beschreibt Pressesprecherin Cornelia Glaes-zur Bonsen die bisherige Situation. Brauchte ein Philosophiestudent also ein Buch, konnte das zu einer regelrechten Odyssee ausarten. Zumal auch nicht alle Werke im zentralen OPAC-Kataog aufgelistet waren. »Durch die Zusammenlegung gewinnen die Studenten. Sie müssen sich bei der Suche nur noch an eine einzige Bibliothek wenden«, meint Cornelia Glaes-zur Bonsen.

Länger schmökern

Vorteil der neuen Zentralbücherei: sie wartet mit längeren Öffnungszeiten auf. Zudem erhalten Philosophen und Theologen eine neue gemeinsame Lehrbuchsammlung, die in dieser Form bislang nicht existierte.

Aber natürlich bringt das teure Projekt auch der Universität Vorteile. Cornelia Glaes-zur Bonsen sagt: »Natürlich spielt für uns der wirtschaftliche Aspekt eine große Rolle, wir sparen Personal und verhindern unnötige Mehrfachanschaffungen.« Ähnlich ging die Uni bereits beim Bau des neuen Historicums in der Schellingstraße vor: auch dort wurden die vielen einzelnen Geschichtsbibliotheken zu einem großen Komplex verbunden.

Nach dem Projekt »Bücherturm« planen die Verantwortlichen aber zunächst keine Zusammenlegungen mehr. »Wir sind froh, wenn dieses Vorhaben erfolgreich abgeschlossen ist«, meint Cornelia Glaes-zur Bonsen. (ns)

Themen in diesem Artikel

Wissenscommunity