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Pflegenotstand: Windeln wechseln? Später, vielleicht!

In vielen Kliniken können Patienten nicht mehr ordentlich versorgt werden. Es fehlt an Zeit, Geld und Personal. Das kann lebensgefährlich sein. Der stern veröffentlicht dramatische Hilferufe von überlasteten Krankenschwestern und Pflegern.

Von Doris Schneyink

Die folgenden Schilderungen stammen aus sogenannten Überlastungsanzeigen. Krankenschwestern und Pfleger schreiben solche Anzeigen, um ihre Klinikleitung über einen gravierenden Personalmangel zu informieren. Sie haben Angst, dass ihnen aufgrund des Arbeitsdrucks Fehler unterlaufen, und wollen sich mit den Anzeigen vor den möglichen Folgen einer unzureichenden Pflege rechtlich absichern: Allein in vier großen deutschen Kliniken sind in diesem Jahr über 2000 Überlastungsanzeigen eingegangen. Der Stil dieser Dokumente ist knapp und nüchtern, doch dahinter verbergen sich Belege eines dramatischen Mangels: des Mangels an Zeit, an Zuwendung und Sorgfalt. Ihre Lektüre ist nicht bestimmt für die Öffentlichkeit. Dem stern liegen Dutzende vor.

Kinderstation. "Zwei Kolleginnen krank und kein Ersatz in Sicht. Einem der schwerstbehinderten Kinder geht es sehr schlecht, es hat Atemprobleme, sodass es zigmal umgelagert und (das Lungensekret) abgesaugt werden muss; dazu drei Säuglinge, zwei davon schwer krank, zwei andere Kinder sind frisch operiert, davon eines in schlechtem Allgemeinzustand, ein weiteres Kind kommt in schlechtem Zustand von der Intensivstation, sieben weitere Patienten sind ebenfalls sehr aufwendig. Kontinuierliche Überwachung geht nicht mehr, Medikamente und Essen gibt es nur zeitverzögert, ein Kind nach Kopf-OP musste lange schreien, da keine Kapazität zum Füttern vorhanden war; auch Säuglinge mussten auf ihre Mahlzeiten warten. Ein Patient lag zwei, drei Stunden in seiner vollen Windel (Stuhlgang), eine zeitnahe Reaktion auf das Klingeln ging auch nicht mehr."

Nachtdienst.

"Zehn Patienten mit höchstem Pflegebedarf, ein Schwerstkranker, ein Patient liegt im Sterben. Regelmäßige Lagerung der Patienten zur Dekubitusprophylaxe (Vorbeugung von Druckgeschwüren, Anm. d. Red) nicht möglich."

Spätschicht.

"Zwei Pflegekräfte für 37 Patienten, davon 15 mit höchstem Pflegebedarf. Versorgung der Patienten nicht gewährleistet."

Nachtdienst.

"War nicht in der Lage, Patienten gut zu versorgen. Habe es nicht geschafft, stündlich bzw. zweistündlich Blutzucker abzunehmen. Konnte bei den Pflegefällen nicht regelmäßig die Windeln wechseln. Hatte keine Zeit, mich mit einer Patientin zu unterhalten, die Angst vor dem Sterben hat.

Frühdienst.

"Die frisch operierten Patienten konnten nicht mobilisiert werden. Wir konnten nur das ,Nötigste‘ machen. Ich kann die Verantwortung nicht übernehmen."

Krebsstation.

"Drei Pflegekräfte und ein Schüler müssen 26 Patienten versorgen, drei Stellen sind seit Jahresmitte nicht besetzt, zwei Kollegen sind krank und eine ist schwanger. Blutzuckerbestimmungen und Verbandswechsel können nicht mehr gemacht werden, Grundpflege nur noch im Rahmen von Intimpflege und Zähneputzen möglich; Anerkennungspraktikanten müssen einen ganzen Bereich übernehmen, ausreichende Dokumentation kann nicht mehr gewährleistet werden. Es besteht die dringende Gefahr, dass dem Personal unter diesem Druck Fehler unterlaufen, besonders im Hinblick auf die Verabreichung von Krebsmedikamenten."

Notaufnahme.

Nachtdienst. "Ambulanz und Wartezimmer voll übernommen. Von 20.30 Uhr bis 2.30 Uhr volltrunkene, teils aggressive Patienten, zeitweise nicht steuerbar, in Röntgenwartezone und Patientenzimmer uriniert. 21.50 Uhr, Patient mit Überdosis Heroin, intensivpflichtig, Verlegung ca. 23.30 Uhr; mehrere Gipsschienen, Wundversorgungen, Gelenkpunktionen; Neueinlieferung mit schwerstem Schädel-Hirn-Trauma für Neurochirurgie, Neueinlieferung Schlaganfall, Neueinlieferung Herzinfarkt; Endoskopie im internistischen Notfallraum, Neueinlieferung Schlaganfall mit Harn-Stuhl-Inkontinenz, viele Patienten nach Schlägereien, Richten und Assistieren bei Wundversorgungen. Keine gewissenhafte und adäquate Patientenversorgung möglich."

Überlastungsanzeigen richten sich an die Pflegedirektion und enden regelmäßig mit Sätzen wie: "Sie sind über unsere Situation informiert, dies aus haftungsrechtlichen Erwägungen mit der Bitte um Abhilfe …"

Doch woher soll die Abhilfe kommen? Die rund 2100 deutschen Krankenhäuser haben zwischen 1996 und 2006 mehr als 50.000 Stellen in der Pflege abgebaut. Das ist ein Minus von 13 Prozent. Zwar wurde auch die Zahl der Bet- ten drastisch reduziert, aber trotzdem haben die Schwestern und Pfleger immer mehr zu tun: 2006 versorgten sie 670.000 Patienten mehr als 1996. Problematisch ist, dass der Anteil alter, multimorbider Menschen, die besonders pflegebedürftig sind, stetig steigt. Der Grund für den radikalen Abbau ist der enorme Kostendruck, unter dem die Krankenhäuser seit 1993 stehen: Damals wurden ihre Budgets von der Politik aus Furcht vor einer Kostenexplosion im Gesundheitswesen strikt begrenzt. Deutschland galt als überversorgt, viele kleine Krankenhäuser waren unrentabel, und die Lobbygruppen - Ärzte, Pharmaindustrie, Pflege - versuchten ihre Pfründen zu sichern. Also Deckel drauf.

"Seit 15 Jahren wringen wir alles aus, was geht"

Die Kliniken waren gezwungen, massiv zu sparen. Jörn Wessel, Geschäftsführer des Diakonieklinikums Hamburg, sagt: "Seit 15 Jahren wringen wir alles aus, was geht."

Der größte Posten am Krankenhausbudget ist mit 70 Prozent das Personal, und wer richtig große Summen sparen will, muss da ran. Also purzelten die Stellen vor allem bei den Schwestern und Pflegern. Professor Frank Weidner, Leiter des Deutschen Instituts für Pflegeforschung in Köln, kritisiert: "Die Kliniken haben im Blindflug rationalisiert."

Denn es gibt keinen verbindlichen Personalschlüssel für Pflegekräfte. Ob eine Nachtschwester 36 Patienten allein versorgen kann oder nicht, ist letztendlich eine Frage der Macht: Setzt sich der Geschäftsführer der Klinik durch oder die Pflegeleitung? Jörn Wessel vom Diakonieklinikum Hamburg sagt: "Was glauben Sie, was wir hier für Diskussionen mit unserer Pflegedirektion haben?" Er hat es probiert, mit dem Schlüssel 1:36 in der Nachtschicht, und festgestellt: "Nein, das können wir nicht riskieren."

Andere Kliniken riskieren es. Inzwischen ist die Personaldecke auf vielen Stationen hauchdünn. Und jeder Urlaubstag, jede Krankheit reißt Lücken, die kaum gestopft werden können. In der Not werden Überstunden angeordnet, Leiharbeiter eingesetzt oder Schwestern auf andere Stationen abkommandiert. Die Krankenschwester Barbara S. berichtet: "Kurzfristige Dienstplanänderungen sind an der Tagesordnung. Man wird mittags angerufen und zur Nachtwache geordert. Sechs Wochenenden am Stück arbeiten ist inzwischen die Regel." Wie alle Schwestern und Pfleger, die bereit waren, dem stern ihre Erfahrungen zu schildern, möchte sie anonym bleiben, aus Angst um ihren Job.

Der Pfleger Richard S. beobachtet, dass gefährliche Situationen zunehmen, weil Leute falsch eingesetzt werden oder schlecht ausgebildet sind. So sollte eine Kollegin einem Patienten den Betablocker Esmolol geben, ein Medikament, das den Herzschlag verlangsamt. Stattdessen verabreichte sie Esmeron, ein Muskelrelaxans, das man in der Anästhesie verwendet. Der Patient kann dann keinen Muskel mehr bewegen, auch die Atmung funktioniert nicht. "Eine solche Verwechslung darf einer Fachkraft nicht passieren, aber die Schwester war nicht für die Intensivstation ausgebildet. Zum Glück konnten wir das noch auffangen."

Elf Kilometer in einer Schicht

Es fällt den Krankenschwestern und Pflegern nicht leicht, über solche Vorfälle zu berichten. Pfleger haben hohe Ansprüche an sich selbst und ihre Arbeit. Sie wollen das Beste für ihre Patienten und das Unmögliche möglich machen. Also hetzen sie von Klingel zu Klingel und erledigen ihre Arbeit im Laufschritt: Marlene H., Schwester in der Notfallaufnahme eines Klinikums in Bremen, hat mit einem Schrittzähler ihre Laufwege während einer Schicht gemessen: Sie brachte es auf elf Kilometer. Pflege ist ein Berufsstand, der sich abstrampelt. Ein Berufsstand, der sich anpasst und nicht aufbegehrt.

Hinzu kommt, dass es im Krankenhaus absolut tabu ist, über mögliche Fehler zu sprechen. Die Brisanz der Überlastungsanzeigen liegt darin, dass sie mit diesem Tabu brechen. Dass sie klarmachen: Es gibt einen Zusammenhang zwischen Personalmangel und gefährlicher Pflege.

Eine britische Studie der Florence-Nightingale-Schule für Pflege aus dem Jahr 2006 hat diesen Zusammenhang untersucht. Dazu wurden die Entlassungsdaten von 120.000 Patienten ausgewertet. Ergebnis: In den Häusern, in denen Pfleger die meisten Patienten zu betreuen hatten, lag die Wahrscheinlichkeit zu sterben um 26 Prozent höher als in den Häusern mit der niedrigsten Patientenzahl pro Pfleger. Eine vergleichbare Studie aus dem US-Bundesstaat Pennsylvania aus den 90er Jahren weist ebenfalls statistisch signifikante Zusammenhänge zwischen Personalausstattung und Sterblichkeit nach: Betreute ein Pfleger sechs Patienten statt vier, erhöhte sich die Mortalität um 14 Prozent. Hatte ein Pfleger gar acht statt vier Kranke zu versorgen, stieg deren Sterberisiko um 31 Prozent. Für Deutschland liegen solche Studien nicht vor.

"Personalmangel kostet Menschenleben"

Andreas G., 35, Pfleger in einer Universitätsklinik in Nordrhein-Westfalen, sagt: "Ich gehe zu jeder Schicht und will meinen Job hundertprozentig machen. Aber ich schaffe höchstens 60 Prozent. Was als Erstes auf der Strecke bleibt, ist das Umlagern der Patienten. Statt einen Patienten alle zwei Stunden umzulagern, schaffe ich es nur alle drei oder vier Stunden. Die Folge sind Druckgeschwüre oder Lungenentzündungen. Ich bin überzeugt, dass der Personalmangel in der Pflege Menschenleben kostet. Nicht unmittelbar, aber in der Summe."

Birgit M., 52, beobachtet, dass Druckgeschwüre bei Patienten zunehmen. Vor zehn Jahren übernahm sie die Leitung einer unfallchirurgischen Station in einer Klinik in Nordrhein-Westfalen. Damals betreuten zwei Pfleger 17 Patienten, heute sind es 34. Sie sagt: "Es gibt diesen schlimmen Satz von der Satt-und-sauber-Pflege im Altenheim. Wir im Krankenhaus haben fast ähnliche Verhältnisse. Da hat eine alte Frau einen Oberschenkelhalsbruch, Diabetes, Herzprobleme und ist womöglich dement. Diese Menschen machen unheimlich viel Arbeit."

Die Krankenschwester Anke S. schreibt in einem Bericht an die Gewerkschaft Verdi von ähnlichen Erfahrungen auf ihrer Station: "Die Anzahl der völlig dementen Menschen, die überall herumlaufen und nicht mal wissen, warum sie ein Getränk im Mund haben, geschweige denn, was sie mit dem Zeug im Mund machen sollen, steigt immer mehr. So springt man die ganze Nacht herum zwischen Verwirrten, die man irgendwie in Schach zu halten hat, um größeren Schaden zu vermeiden (am besten medikamentös, damit es schnell Ruhe gibt, weil bestimmt der Nächste kommt …), und Menschen, die man vor Wundliegen zu schützen hat und mit nassen Pampers aus den Betten ziehen muss. Es sind fast in jeder Nacht Patienten präfinal gewesen, bei denen man wusste, die sterben heute Nacht und dürfen es auch. Nur Zeit hatte man dafür bestimmt nicht."

Nachtschicht.

"Ein Patient desorientiert. Sediert. Fixiert."

Frühschicht.

"Die Standards konnten nicht eingehalten werden."

Häufig ist es auch eine Verkettung von scheinbar trivialen Dingen, die Patienten gefährden. In den Augen von Richard S. ist vor allem Hygiene ein großes Thema. "Eigentlich müsste ich mir jedes Mal die Hände desinfizieren, wenn ich einen Patienten berührt habe. Wenn ein Patient resistente Keime hat und ich wechsle zu dem anderen, dann ist die Gefahr einer Verschleppung ziemlich groß. Aber wenn Notfälle kommen, habe ich keine Zeit zum Desinfizieren."

Es werden zu viele Antibiotika gereicht

Tatsächlich ist die Häufigkeit multiresistenter Keime, also Erreger, die auf kein Antibiotikum mehr reagieren, seit 1990 stark gestiegen: von 2 Prozent auf 25 bis 30 Prozent. Eine Ursache dafür ist die Tatsache, dass gerade in Krankenhäusern viel zu viele Antibiotika verabreicht werden und sich resistente Keime gebildet haben. Ein anderer Grund ist mangelnde Hygiene.

Notaufnahme.

Spätschicht. "Schockraum und Zimmer vier blutverschmiert. Putzfrau nur schwer zu erreichen. Als sie dann da war, konnte sie nur den Schockraum reinigen, das andere Zimmer erst drei Stunden später. Weil sehr viele Patienten da waren, wurde es von uns gereinigt - Wände, Fußboden usw. Immer mehr Reinigungskräfte werden abgezogen."

Selbst Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) sagt inzwischen: "Der massive Stellenabbau der letzten Jahre bereitet mir große Sorgen."

Dabei trägt sie die Verantwortung. Denn nicht nur die Deckelung der Budgets, auch die Einführung der Fallpauschalen im Jahr 2004 hat die Stellung der Pflege in der Krankenhaushierarchie geschwächt. Fallpauschalen bedeuten: Für jede medizinische Leistung gibt es einen festen Preis. Die Pauschalen bieten ei- nen starken Anreiz, Patienten möglichst schnell zu entlassen und möglichst viele Fälle durchzuschleusen.

Die Planstellen schrumpfen

Tatsächlich ist die durchschnittliche Verweildauer von 12,5 Tagen auf 8,5 Tage gesunken. Das ist auch gut so, denn früher lagen Patienen viel zu lange im Krankenhaus, weil jeder Tag einzeln vergütet wurde - ein starker Anreiz zur Verschwendung von Ressourcen, der mit der Budgetierung und den Fallpauschalen beseitigt worden ist. Allerdings bedeutet eine kürzere Verweildauer automatisch, dass die Planstellen für die Pflege schrumpfen. Denn, so das Kalkül, die Pflege hat ja weniger zu tun. Die Menschen sind nicht mehr so lange da, Betten werden abgebaut.

Aber diese Rechnung ist nicht aufgegangen. Hedwig François-Kettner, Pflegedirektorin an der Berliner Charité, sagt: "Die Patienten bleiben zwar kürzer, aber in der Zeit, in der sie da sind, ist der Pflegeaufwand umso höher." Was fehlt, seien die "Verdünnungspatienten", also Genesende, die so fit sind, dass sie auch einmal selbst ihr Tablett hinaustragen können oder dem Zimmernachbarn ein Glas Wasser reichen.

Was die Schwestern und Pfleger am stärksten belastet, ist ein ethisches Dilemma: Sie müssen ihre Leistungen rationieren. Dem stern liegen ein Brief und Forderungen von 50 Schwestern und Pflegern an die Leitung einer süddeutschen Klinik vor. Darin heißt es: "Aufgrund der knappen personellen Besetzung kommt es immer wieder zu Unterversorgung und Gefährdungen der Patienten. Durch verspätete oder gar nicht durchgeführte Medikamentengabe; durch mangelnde Einhaltung der Hygienevorschriften; durch unnötig lange oder zu frühe physische und chemische Fixierung von Patienten. (…) Es gibt immer noch keine Direktive, welche Arbeiten wir im Überlastungsfalle wegfallen lassen dürfen. Es wird weiterhin von uns erwartet, dass wir alle unsere Pflichten korrekt ausführen. (…)"

Der Pfleger wird zum Opfer

Der Mensch hat zwei Möglichkeiten, auf einen solchen Widerspruch zu reagieren: Entweder er opfert sich auf und versucht mit aller Macht, seine Normen aufrechtzuerhalten. Oder er gibt sie auf. Bernard Braun, Professor am Zentrum für Sozialpolitik der Universität Bremen, hat in einer umfangreichen Studie 3150 Pfleger befragt, wie sich ihre Arbeit verändert hat. Er sagt: "Die Pfleger gewöhnen sich gerade daran, nicht mehr alles für den Patienten tun zu können. Entlastung verschafft ihnen dabei ein neues Feindbild." So würde der Patient zunehmend als zu anspruchsvoll und "raffgierig" wahrgenommen. "Man stilisiert sich als Opfer der Patienten."

Manche Pflegekräfte finden auch einen dritten Weg aus ihrem Dilemma: Sie hoffen auf die Hilfsbereitschaft von Patienten. Birte M., 32, hat es erlebt: Als die EDV-Angestellte nach einer Blinddarmoperation aufwachte, lag sie mit einer alten, schwerkranken Frau auf dem Zimmer. "Sie war bestimmt 80 Jahre alt und hatte Krebs." Die Frau hatte starke Schmerzen, konnte sich kaum bewegen, Birte M. klingelte nach der Schwester, "aber das hat 20, 30 Minuten gedauert, bis jemand kam. Die Schwestern waren völlig überarbeitet, die alte Frau bekam schon die höchste Dosis an Schmerzmedikamenten, die möglich war". Birte M. tat, was sie für richtig hielt: Sie legte die Frau auf die Seite, stützte sie mit einem Kissen, wenn sie etwas trinken wollte. Hielt ihre Hand und sprach mit ihr. "Als ich entlassen wurde, sagte mir eine Schwester unter der Hand, dass es auf der Station Strategie sei, junge, nicht schwer kranke Patienten zu Alten zu legen, damit sie die Schwestern entlasten."

In einem Bericht des Bundesgesundheitsministeriums zur Sicherung der Qualität im Gesundheitswesen heißt es: "Die Patienten sollen im Mittelpunkt des Gesundheitswesens stehen. Sie müssen sich darauf verlassen können, dass die Leistungen … dem allgemein anerkannten Stand der medizinischen und pflegerischen Erkenntnisse entsprechen und das Maß des Notwendigen nicht überschreiten. Die Leistungen müssen nicht nur wirtschaftlich, sondern vor allem in der fachlich gebotenen Qualität erbracht werden."

Gesundheitsministerin Ulla Schmidt hat den Krankenhäusern nun drei Milliarden Euro zusätzlich versprochen. Von dem Geld sollen unter anderem 21.000 neue Stellen in der Pflege geschaffen werden. Allerdings müssen sich die Krankenhäuser zu einem Drittel selbst an den Kosten beteiligen. Ob sie das tun werden, ist fraglich. Eine Studie des Deutschen Krankenhausinstituts ergab, dass 40 Prozent der Kliniken in diesem Jahr einen weiteren Stellenabbau planen - vor allem in der Pflege.

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(