Sanierung Marode Hamburger Uni


Die Großbauten, die die Universität Hamburg in den 60er Jahren errichten ließ, kommen nicht mehr an einer Grundsanierung vorbei, die mindestens 60 Millionen Euro kosten wird.

Die Großbauten, die die Universität Hamburg in den 60er Jahren errichten ließ, kommen nicht mehr an einer Grundsanierung vorbei, die mindestens 60 Millionen Euro kosten wird. Genervt sind die Studenten heut nicht mehr vom "Muff unter den Talaren", sondern von zu kleinen Hörsälen, undichten Fenstern und heruntergekommenen Seminarräumen.

Gebäude wie der 40 Jahre alte "Philosophenturm" sind marode und müssten dringend erneuert werden. Allein die Sanierung des 56 Meter hohen Baus wird nach Angaben einer Uni-Sprecherin bis zu 50 Millionen Euro verschlingen. "Es hat sich da ein riesiger Berg aufgetürmt. An den meisten Gebäuden ist seit über 30 Jahren nichts mehr gemacht worden", sagte die Sprecherin der Wissenschaftsbehörde Sabine Neuman.

"Nicht für goldene Wasserhähne"

Woher das Geld für die kostenintensiven Sanierungsarbeiten kommen soll, weiß noch niemand. 60 Millionen Euro, so schätzen die Experten, wird es kosten, die heruntergekommenen Bauten im Uni-Viertel wieder auf Vordermann zu bringen. Angesichts der angespannten Haushaltslage wird es schwer sein, die Summen zu beschaffen, sagte die Behördensprecherin.

Gelder aus der für den 1. April geplanten Einführung von Studiengebühren sollten nicht für Baumaßnahmen verwendet werden. Diese seien zum Erwerb von Büchern und Schaffung von Stellen in der Lehre vorgesehen, «nicht etwa für goldene Wasserhähne», betonte Neumann.

Ein Starttermin für die Sanierungsarbeiten steht noch nicht fest

Dies liegt nach den Worten Neumanns allerdings nicht ausschließlich an fehlenden Geldmitteln. Es mache keinen Sinn mit den Bauarbeiten zu beginnen, solange im Zuge der laufenden Hochschulreform die Nutzungskonzepte der einzelnen Gebäude noch nicht feststünden, erklärte die Sprecherin. Man könne Lehrenden und Studierenden "Lärm und Dreck in großen Mengen" ohnehin nur bedingt zumuten. Der Lärm im "Philosophenturm" der bereits seit geraumer Zeit in ein Baugerüst gehüllt ist, erschwert das Studieren dort bereits seit Semesterbeginn.

Die Studenten freuen sich auf neue Räume. Richard Simm vom Allgemeinen Studierendenausschusses (Asta) hält jedoch nicht alle Maßnahmen für sinnvoll: "Wenn durch Sanierungsarbeiten die Verbesserung der Studienbedingungen erreicht wird, sind diese natürlich begrüßenswert. Ich kann allerdings überhaupt nicht nachvollziehen, warum man mit Uni-Geldern hübschere Garderoben in Audimax und Hauptgebäude einrichten lässt."

Christoph Ehrhardt, dpa


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