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Studie: Hohe psychische Belastung bei Erzieherinnen

Lärm, Zeitdruck, Größe der Gruppen und Personalmangel: In der Arbeit von Erzieherinnen treten im Vergleich zu vielen anderen Berufen überdurchschnittlich hohe psychische Belastungen auf.

Lärm, Zeitdruck, Größe der Gruppen und Personalmangel: In der Arbeit von Erzieherinnen treten im Vergleich zu vielen anderen Berufen überdurchschnittlich hohe psychische Belastungen auf, wie aus einer Montag in Stuttgart veröffentlichten Studie hervorgeht. Für die Erhebung des Arbeitsschutzexperten Bernd Rudow im Auftrag der baden-württembergischen Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) wurden 947 Erzieherinnen aus Kindertageseinrichtungen im Südwesten befragt.

Über 50 Prozent der Befragten schätzten den Lärm als ziemlich bis sehr stark belastend ein. 77 Prozent der Erzieherinnen vertraten die Ansicht, dass zu viele Kinder in der Gruppe seien. Auf Grund der großen Gruppen sei eine effektive Arbeit mit dem einzelnen Kind kaum möglich, erklärten 69,4 Prozent der Befragten. Ein Belastungsproblem seien ferner Verhaltensauffälligkeiten. 75,4 Prozent der Befragten gaben laut der Studie an, dass viele Kinder Verhaltensstörungen zeigten. Dadurch fühlten sich 31 Prozent dieser Erzieherinnen stark oder sehr stark belastet. In Baden-Württemberg arbeiten in etwa 7.500 Kindertageseinrichtungen rund 47.500 Erzieher und Kinderpfleger.

Der Arbeitsschutzexperte empfahl unter anderem eine Verkleinerung der Kindergruppen, eine Verbesserung des Personalschlüssels und bessere Arbeitszeitregelungen. Dadurch könnten zum Beispiel der Lärm reduziert und Kinder mit Verhaltens- oder Sprachdefiziten besser gefördert werden.

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