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Umfrage des Marburger Bunds Überstunden und Zeitdruck: Viele Ärzte fühlen sich ausgebrannt

Die Mediziner arbeiteten 50,1 Stunden in der Woche - 11,7 Stunden mehr als vertraglich vereinbart (Archivbild)
Die Mediziner arbeiteten 50,1 Stunden in der Woche - 11,7 Stunden mehr als vertraglich vereinbart (Archivbild)
© Rolf Vennenbernd / DPA
Sie fühlen sich antriebslos und sind niedergeschlagen: Eine Befragung des Marburger Bunds zeigt, dass viele Mediziner ihren Berufsalltag als belastend erleben - und Überstunden anhäufen.

Eine Befragung des Ärzteverbandes Marburger Bund zeigt eine weit verbreitete Tendenz zum Burnout unter Medizinern. In der am Montag vom Landesverband Berlin/Brandenburg veröffentlichten Befragung gab von 2060 Ärzten ein gutes Drittel an, oft bis sehr oft Gefühle des Ausgebranntseins zu erleben. Assistenzärzte zeigen demnach die höchsten Burnoutwerte. Gefühle von Niedergeschlagenheit, Antriebs- und Lustlosigkeit zeigten demnach sieben Prozent der Mediziner sehr häufig.    

Wie die Befragung weiter ergab, liegt die tatsächliche Wochenarbeitszeit der Mediziner mit 50,1 Stunden um 11,7 Stunden über der vertraglich vereinbarten Wochenarbeitszeit. In Universitätskliniken liege die Diskrepanz mit 13,4 Mehrstunden noch höher.

Mediziner klagen über Zeitdruck

Zu den Belastungen der befragten Mediziner zählt demnach vor allem Zeitdruck; mehr als zwei Drittel (69 Prozent) gaben an, mehrmals pro Tag oder ständig unter Zeitdruck zu stehen. 30 Prozent der Befragten sagten zudem, dass Probleme in den Abläufen zu Belastungen führten - in beiden Bereichen waren Unikliniken besonders betroffen. Über Frustrationen etwa durch Arbeitsbedingungen und Klinikvorgaben klagte gut die Hälfte der Befragten.

Für die Stichprobe wurden im September die Antworten von 2060 Ärzten ausgewertet. Davon waren 62 Prozent weiblich, das Durchschnittsalter lag bei 38 Jahren. Gut die Hälfte der Teilnehmer waren Assistenzärzte.

ikr AFP

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