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STUDIENGEBÜHREN: Zur Kasse, bitte!

An den Hochschulen in Nordrhein-Westfalen sollen zum Sommersemester 2003 Gebühren für Langzeitstudenten eingeführt werden. Das hat das Landeskabinett in Düsseldorf beschlossen.

An den Hochschulen in Nordrhein-Westfalen sollen zum Sommersemester 2003 Gebühren für Langzeitstudenten eingeführt werden. Das hat das Landeskabinett in Düsseldorf gestern zusammen mit dem Haushaltsentwurf für das kommende Jahr beschlossen. Wer die Regelstudienzeit um drei bis vier Semester überschreitet, soll mit 650 Euro zur Kasse gebeten werden, berichtete Finanzminister Peer Steinbrück (SPD). Er erwartet aus dieser Einnahmequelle im kommenden Jahr rund 104 Millionen Euro.

Nach massiven Protesten von Studierenden ebenso wie aus den eigenen Koalitionsfraktionen in Düsseldorf und Berlin verzichtet die rot-grüne Landesregierung auf die ursprünglich geplante Rückmelde Gebühr in Höhe von 50 Euro pro Semester. Als erstes Bundesland werde Nordrhein-Westfalen ein zinsgünstiges Darlehensmodell einführen, um soziale Härten für Langzeitstudenten zu vermeiden, kündigte der Finanzminister an. Demnach sollen sie von einer Partnerbank einen verbilligten Kredit erhalten, der erst nach Berufsbeginn zurückgezahlt werden muss.

Eine Sozialklausel soll zahlreiche Gruppen grundsätzlich von Studiengebühren ausnehmen, darunter Bafög-Bezieher, Doktoranden und Frauenbeauftragte. Wer während des Studiums ein Kind erzieht, darf länger gebührenfrei studieren. Das vorgelegte Gebühren-Modell soll zum Wintersemester 2004/2005 in ein differenzierteres Studienkonten-Modell mit Anreizen für ein zügiges Studium überführt werden.

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