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Telefon: Wegweiser durch den Tarifdschungel

Die Vielfalt der Tarife ist verwirrend, jede Technik hat Vor- und Nachteile. Der stern beantwortet hier die 33 wichtigsten Fragen, mit denen Sie die beste Lösung für Ihren Bedarf und Ihr Budget finden.

Telefon, Fernsehen und Internet über das TV-Kabel

1. Wie funktionieren die neuen Kombi-Angebote, die Triple Play genannt werden?

Fernsehen, Telefon und Internet kommen dabei aus der TV-Kabeldose in bester digitaler Qualität. Die Handhabung ist einfach, die Preise sind transparent. Meist schicken die Anbieter gegen eine geringe Gebühr oder kostenlos sogar einen Servicetechniker ins Haus, der sich um den kompletten Anschluss kümmert.

2. Brauche ich dann noch meinen normalen Telefonanschluss?

Nein. Den sollte man dann so schnell wie möglich kündigen, weil er überflüssig ist - aber erst dann, wenn sicher ist, wann der Triple-Play-Anschluss installiert wird. Telefoniert wird danach per Internet über die TV-Kabeldose.

3. Wo kann ich den Service bestellen?

Bisher nur direkt beim TV-Kabelanbieter, also etwa Kabel Deutschland, Ish, Iesy, Kabel BW oder Netcologne. 8,5 Millionen deutsche Kabelhaushalte sind derzeit Triple-Play-fähig. Doch die Kabelfirmen rüsten im Eiltempo auf. Bis Ende des Jahres will Kabel Deutschland zum Beispiel auch Bayern versorgen. Prüfen Sie am besten auf der Website des Anbieters, ob für Ihre Adresse ein Kombi-Anschluss möglich ist.

4. Was kostet Triple Play?

Der Pauschalpreis liegt zurzeit bei etwa 50 bis 60 Euro im Monat, je nach Anbieter und Wohnlage, und ist damit meist preiswerter als ein herkömmlicher Telefonanschluss mit DSL plus TV-Kabelanschluss. Kabel Deutschland wird im April die Preise für Internet und Telefon senken. Dazu gehören dann digitales Kabelfernsehen mit bis zu 50 Kanälen und eine Internet-Flatrate. Ein Pauschalpreis für alle Telefonate ins deutsche Festnetz beträgt zusätzlich 10 Euro pro Monat. Anrufe zu Handys und ins Ausland kosten immer extra.

5. Welche Geräte muss ich dafür kaufen?

Keine. Die alte(n) Kabelsteckdose(n) in der Wohnung werden vom Anbieter gegen neue mit drei Buchsen ausgetauscht (siehe Grafik). Daran werden der Fernseher, das Radio und ein Kabelmodem angeschlossen, das der Anbieter in einer Standardversion fast immer kostenlos mitliefert. Das Modem, eine Art Verteilzentrum mit eigenem Stromkabel, enthält weitere Buchsen, an die sich herkömmliche Telefonapparate und Computer anschließen lassen.

6. Muss ich neue Kabel in der Wohnung verlegen lassen?

Nicht unbedingt. Wer eine Settop-Box mit WLAN, also einem integrierten Funknetzwerk, bestellt, kann überall in der Wohnung mit PC oder Laptop kabellos surfen. Auch lässt sich ein schnurloses Telefon anschließen.

7. Kann ich meine alte Telefonnummer behalten oder mehrere Nummern bekommen?

Das hängt vom Anbieter ab - beim größten, Kabel Deutschland, ist die Rufnummernmitnahme gratis. Fragen Sie bei anderen Anbietern bei der Kundenhotline nach oder informieren Sie sich auf der Website.

8. Ist Triple Play über den Kabelanschluss schon ausgereift, oder sollte ich warten, bis die Kinderkrankheiten kuriert sind?

Keine Sorge. Bei einem Test des Computermagazins "c't" überzeugten die Technik und auch der Service. Die Wartezeit von Bestellung bis Freischaltung liegt laut Angabe von Kabel Deutschland bei rund sechs Wochen.

9. Ich habe keinen Kabelanschluss. Kann ich auch über andere Wege an Triple Play kommen?

Telefonfirmen wie die Telekom bauen gerade ihr DSL-Netz, über das man heute per Telefonanschluss im Eiltempo surft, zum 50-mal schnelleren VDSL-Netz aus. Dann sollen auch die üblichen TV-Sender und weitere Fernsehangebote (etwa Bundesliga-Livespiele oder Filme auf Abruf) in hoher Qualität über das Internet übertragen werden. Die Telekom will bis Mitte des Jahres die ersten Städte mit Triple Play über die Telefonleitung versorgen - also Fernsehen, Internet und Telefon über einen DSL-Anschluss.

So telefonieren Sie günstig

1. Ständig bekomme ich Reklame, ich soll auf einen pauschalen Telefontarif umsteigen oder irgendwas mit "XXL". Lohnt das?

Die Frage beantwortet ein Blick auf die Telefonrechnungen der vergangenen drei Monate. Waren die reinen Gesprächsgebühren höher als der Preis für eine pauschale Flatrate (die Telekom etwa verlangt mindestens 35,90 Euro monatlich für den analogen Anschluss XXL Fulltime/T-Net), lohnt es sich, sonst nicht. Achtung: Bei einer Flatrate kosten Telefonate zum Handy, zu Sondernummern und ins Ausland extra.

2. Ich habe bislang immer über das Festnetz telefoniert. Soll ich es jetzt abschaffen?

Nur, wenn Sie auf Triple Play per TV-Kabel umsteigen können. Auch Mobilfunk kann eine Alternative sein, weil die Preise sinken. Aber: Anrufe aufs Handy sind nach wie vor sehr teuer, sodass kostenbewusste Freunde Sie vielleicht nicht mehr anrufen. Und: Ohne Triple Play gibt es schnelles Internet nur über DSL per Festnetz.

3. Ich nutze Billigvorwahlen (Call-by-Call). Ist das noch immer günstig?

Ja, die Minutenpreise sind nach wie vor unschlagbar (www.stern.de/callbycall). Im Vergleich zu Telekom-Tarifen sind bis zu 70 Prozent Ersparnis drin. Man muss aber in der Tageszeitung oder im Internet stets die aktuellen Angebote für jede Tageszeit prüfen. Nur Telekom-Kunden können Call-by-Call-Nummern nutzen.

4. Ist es ratsam, von der Telekom zu einem regionalen Telefonanbieter zu wechseln?

Das müssen Sie individuell berechnen. Netcologne (Köln/Bonn), Hansenet (Hamburg und 15 andere Städte), MNet (München, Augsburg, Nürnberg) oder Versatel schnüren oft attraktive Pauschalpakete für Telefon und Internet. Und die Grundgebühren sind meist billiger (www.verivox.de). Die konsequente Nutzung von Billigvorwahlen (Call-by-Call) mit einem Telekom-Anschluss ist dennoch billiger - aber aufwendiger.

5. Internet-Telefonieren (Voice over IP) soll so billig sein. Stimmt das?

Bislang kaum. Die Minutenpreise von einem Cent ins deutsche Festnetz werden oft von Call-by-Call-Vorwahlnummern unterboten. Internet-Telefonieren funktioniert auch nur mit einem schnellen Internetzugang (DSL) - und dafür braucht man einen Festnetzanschluss, wenn man nicht Triple Play per TV-Kabel hat.

6. Was brauche ich für Internet-Telefonie?

Auf jeden Fall einen schnellen Online-Zugang per DSL - egal ob per TV-Kabel oder Telefonleitung. Eher unpraktisch ist das Telefonieren mit Mikrofon und Kopfhörer am PC, wie es etwa Skype anbietet. Dann sind Sie auch nur erreichbar, wenn der PC an ist. Wesentlich komfortabler ist, das vorhandene, herkömmliche Telefon über einen Adapter mit der DSL-Box zu verbinden, etwa die häufig mit dem DSL-Anschluss angebotene AVM Fritzbox. Sie bedienen das Telefon wie gewohnt, und die Fritzbox stellt automatisch eine Verbindung übers Internet her.

DSL - das richtige Tempo für Ihre Zwecke

1. Ich habe noch kein DSL, sondern benutze ein Modem oder einen ISDN-Zugang. Lohnt sich der Wechsel überhaupt für mich?

Wenn Sie nur ab und zu E-Mails verschicken, Überweisungen aufgeben oder im Internet etwas nachschlagen wollen, reicht ein Modem- oder ISDN-Zugang (www.stern.de/internetbycall). Das spart einen DSL-Anschluss, der ohne Nutzungsgebühren monatlich bei der Telekom mindestens 17 Euro kostet.

2. Welche Kosten kommen auf mich zu, wenn ich DSL buche?

Für DSL brauchen Sie einen Festnetzanschluss, einen DSL-Anschluss und einen Internetzugang. Bei der Telekom kostet das günstigste Paket mit ausreichendem Tempo und unbegrenzter Surfzeit (Flatrate) knapp 30 Euro monatlich - Telefonkosten gehen extra. DSL und Internet kann man auch bei einem Provider bestellen. Bei Freenet etwa kostet das Gesamtpaket rund 25 Euro für einen DSL-2000-Anschluss mit City-Flatrate (www.stern.de/dsl). Finger weg von Angeboten wie der Gratis-Flatrate von GMX. Damit bindet man sich zwei Jahre - das ist bei den schnell sinkenden Preisen zu lange. Weitere Tariffallen unter www.stern.de/tariffallen

3. In der Werbung lese ich von City-Flatrates. Was ist das?

Manche Anbieter wie Arcor oder GMX geben bei Anschlüssen in Ballungsgebieten einen Nachlass von rund 5 Euro auf die Internet-Flatrate. Die Landbevölkerung profitiert davon nicht.

4. Welche Geräte brauche ich, wenn ich DSL benutzen will?

An die Telefondose wird ein Kästchen namens Splitter angeschlossen, das Telefon und DSL voneinander trennt. Das liefert der DSLAnbieter. Daran werden Telefone und ein DSL-Modem für den PC angeschlossen, das fast immer der Anbieter beisteuert (siehe Grafik).

5. Muss ich für DSL neue Kabel verlegen?

Wenn Sie kein Funknetzwerk (WLAN) einrichten wollen, ja - vom Splitter bis zum DSL-Modem und von dort zum PC.

6. Was brauche ich zusätzlich für ein Funknetzwerk (WLAN)?

Einen WLAN-Router. Er ist so groß wie eine Zigarrenkiste und hat eine Antenne. Er wird an das DSL-Modem angeschlossen und sorgt für Internetempfang in der ganzen Wohnung. Viele Geräte vereinen DSL-Modem und WLAN in einem Gehäuse. Solche Alleskönner, etwa die AVM Fritzbox WLAN, liefern die Provider oft kostenlos oder gegen einen geringen Aufpreis zum DSL-Anschluss hinzu. Wählen Sie den Anbieter auch danach aus, welche Geräte er spendiert.

7. 1000, 2000, 6000 Kbit pro Sekunde? Wie schnell muss ein DSL-Anschluss sein?

Kilobit pro Sekunde ist ein Maß für das Verbindungstempo des DSL-Anschlusses. Will man beispielsweise eine Stunde MP3-Musik aus dem Internet laden, dauert es bei 1000 Kbit/s acht Minuten, bei 6000 Kbit/s nur anderthalb. Für den Hausgebrauch reichen 2000 Kbit/s, selbst für Internet-Telefonierer und wenn die Kinder Musik und Videos runterladen. Bei höheren Geschwindigkeiten erlassen viele Provider die Anschlussgebühren - rechnen Sie aus, ob sich das über die Vertragsdauer lohnt.

8. Jetzt gibt es sogar 16.000 Kbit/s oder ADSL2+. Für wen lohnt sich das denn?

Zurzeit für kaum eine Privatperson. Der wirklich entscheidende Sprung kommt erst mit VDSL. Damit sollen in einigen Monaten auch Fernsehprogramme über die Telefondose ins Haus kommen. Wer diesen Dienst dann nutzen möchte, kann immer noch umsteigen.

9. Ich wohne auf dem Land und bekomme kein DSL. Gibt es Alternativen?

Nicht wirklich. Man kann zwar über Satellit High-Speed-Internet empfangen (z.B. www.teles-skydsl.de), aber der Versand von E-Mails, Bildern oder Suchanfragen geht über den langsamen Telefonanschluss. Wer Glück hat, wohnt bereits im Sendebereich eines Internet-Funknetzwerks (Wimax), die in kleineren Städten (z. B. www.dslonair.de), aber auch in Ortsteilen größerer Städte (z. B. www.maxxtelekom.de) aufgebaut werden.

Handy - so geht's unterwegs

1. Wie günstig sind die neuen Billigtarife aus dem Supermarkt oder dem Internet?

Die Minutenpreise bei den Prepaidtarifen von Aldi oder Easymobile liegen um die 15 Cent pro Minute. Damit sind sie oft billiger als Vertragstarife und fast immer günstiger als klassische Prepaidtarife wie CallYa (Vodafone) und Xtra (T-Mobile) - alle Tarife im Vergleich unter www.stern.de/mobilfunk.

2. Wann lohnt sich ein Wechsel zu einem Discountanbieter?

Nur dann, wenn der bestehende Mobilfunkvertrag bald ausläuft. Dann kann man ihn kündigen, das Handy behalten und mit der Discountkarte weiter benutzen. Die existierende Telefonnummer lässt sich allerdings nur zu wenigen Billiganbietern mitnehmen. Im Normalfall erhält man eine neue Nummer.

3. Sind Flatrates fürs Handy sinnvoll?

Wenn Sie viel ins Festnetz telefonieren, ist Base von E-Plus fast unschlagbar. Hier gibt es für 25 Euro im Monat unbegrenzte Anrufe ins Festnetz und ins E-Plus-Netz (E-Plus, Base, Simyo). Anrufe in andere Handynetze sind mit 25 Cent pro Minute allerdings teuer. Vorsicht: Sie sind mit Base nur über eine Handynummer erreichbar, was kostenbewusste Anrufer abschrecken dürfte. Bei O2 kostet die Genion-Flatrate (Festnetz und intern) nur rund 20 Euro - das gilt aber nur an einem Ort, der "Homezone" (siehe Grafik). Bei Vodafone Zuhause kommen zu 20 Euro Grundgebühr noch Kosten für einen Mobilfunkvertrag.

4. Kann ein Homezone- oder Zuhause-Handy meinen Telefonanschluss ersetzen?

Achten Sie genau auf die Gebühren, die Sie und Ihre Anrufer dabei zahlen. Wichtig, wenn Sie angerufen werden: Bei 02, Vodafone und T-Mobile sind Sie auf Ihrem Homezone-Handy auch über eine Festnetznummer erreichbar. Die Anrufer zahlen dann nicht mehr als bei einem Festnetzanruf. Die Weiterleitung solcher Anrufe an das Handy außerhalb der Zuhause-Zone kostet Sie aber zusätzlich die Gebühren für ein Handygespräch. Bei 02 kann man demnächst zum Genion-Mobilfunkvertrag sogar einen DSL-Anschluss dazubuchen, ohne einen eigenen Festnetzanschluss zu bezahlen. Das wird unter dem Strich günstiger sein als die zwei Grundgebühren für den Telefonanschluss und für DSL.

5. Im Handy-Shop wurde mir ein Vertrag mit Minutenpaket empfohlen. Ist das nicht Nepp?

Nicht unbedingt. Wenn Ihre Handyrechnung immer ungefähr gleich hoch ist, können Sie mit dem passenden Paketvertrag oft so günstig wie mit einer Aldi-Karte telefonieren - vorausgesetzt, nur wenige oder überhaupt keine Minuten verfallen am Monatsende. Nur bei E-Plus kann man das ungenutzte Minutenguthaben in den Folgemonat retten.

TV - so finden Sie Ihr Wunschprogramm

1. Ist das digitale Antennenfernsehen DVB-T ein vollwertiger Ersatz für meinen Kabelanschluss?

Wenn Sie nur die großen öffentlich-rechtlichen Sender (ARD, ZDF, dritte Programme) und die bekannten Privatkanäle sehen (RTL, Vox, Pro Sieben, Sat 1), ist DVB-T ideal. Zum Empfang genügt eine Empfängerbox (ab 50 Euro) und eine Antenne (ab 10 Euro). Laufende Kosten wie beim Kabel gibt es nicht. DVB-T gibt es allerdings nur in Großstädten und Ballungsräumen.

2. Welche Vorteile hat digitaler Satellitenempfang?

In vielen Haushalten steht noch ein analoger Sat-Receiver. Doch die Satelliten strahlen zugleich auch ein Digitalsignal aus. Es hat eine größere Auswahl an Fernseh- und Radioprogrammen vor allem aus dem Ausland. Auch Pay-TV (Premiere) kann man empfangen. Die Schüsseln sind bei beiden gleich, Empfänger und Sat-Receiver dagegen müssen digitaltauglich sein. Wenn Sie erst jetzt einsteigen, sollten Sie gleich digitale Geräte kaufen. In Zukunft sollen aber die deutschen, digital gesendeten Privatsender über Astra verschlüsselt werden. Dann könnte eine monatliche Grundgebühr von rund drei Euro fällig werden, und der Decoder muss über einen Kartenschlitz für die erforderliche Smartcard verfügen. Achten Sie darauf beim Decoder-Kauf. Wichtig: Ihr Vermieter muss der Installation der Schüssel zustimmen.

3. Ist der analoge Kabelanschluss fürs Fernsehen technisch überholt?

Wer in einem Mietshaus wohnt und nur wenige Euro für rund 30 analog empfangene TV-Programme zahlt, ist oft gut bedient. Und wenn Sie auf das größere Digitalangebot umsteigen wollen, brauchen Sie nur eine Settop-Box - die Signale werden im Kabel bereits mit übertragen.

4. Ich möchte in jedem Fall auch in der nächsten Saison Bundesligaspiele live im Fernsehen sehen. Wo bekomme ich das?

Wer Satellit oder Kabel nutzt, sollte bei Astra oder dem Kabelbetreiber nachfragen, was ein Fußballpaket kosten wird. Die Preise stehen noch nicht fest, weil Premiere nur noch die laufende Saison überträgt und danach ein neuer Anbieter kommt. In Großstädten will auch die Telekom über besonders schnelle DSL-Anschlüsse Bundesligaspiele live übertragen.

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