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Tierbestattung: Wenn nicht verbrannt, dann tiefgefroren

In Amerika werden sie bei Minustemperaturen getrocknet, in Japan werden Bildchen von ihnen verehrt und in China landen sie auf dem Müll: Wie verschiedene Kulturen mit verstorbenen Haustieren umgehen.

Von Heike Sonnberger

In China ereilt verstorbene Vierbeiner das vielleicht undankbarste Schicksal: Da Haustiere dort erst seit wenigen Jahren populär sind, landen sie, mangels anderer Möglichkeiten, nach ihrem Ableben schlicht auf dem Müll. Dabei ist die Zahl der toten Tiere hoch. Allein in der Millionen-Metropole Shenzhen wird die Zahl der 2004 verstorbenen Haustiere vom Online-Dienst News Guangdong auf mehr als 10.000 geschätzt. Allerdings gibt es weder Bestattungsagenturen, Friedhöfe, noch Einäscherungsanlagen.

Krematorien dürfen nicht benutzt werden

Die Stadtverwaltung, die dem Kauf von Verbrennungsöfen für menschliche Beerdigungen zustimmen muss, verbietet deren Nutzung für Haustierbestattungen. "Die Leute wären nicht glücklich, wenn ihre verstorbenen Verwandten am gleichen Ort wie Tiere verbrannt oder beerdigt werden würden", so ein Arbeiter auf dem Jitian Friedhof.

Tierhändler und Krankenhäuser bieten für - chinesische Verhältnisse - horrende 78 Euro einen Bestattungsservice an - doch der ist illegal und scheitert oft an der Korruption: Das Geld wird kassiert und die Tiere landen doch auf dem Müll. So bleibt verzweifelten Tierbesitzern nichts anderes übrig, als Mietze und Fifi im Hinterhof zu vergraben. Um Seuchen und Trinkwasserverschmutzung vorzubeugen, hat die Stadt zumindest eine Haustierverwertungshotline eingerichtet. Dort können Katzen- und Hundefreunde anrufen, um ihre Schützlinge kostenlos zu Seife verarbeiten zu lassen.

Pferde passen nicht in den Ofen

Auch in Südafrika steckt die Bestattungsindustrie für Tiere noch in den Kinderschuhen. In Johannesburg gibt es zwar inzwischen einen Tierfriedhof, in der Stadt Durban jedoch wartet auf verstorbene Vierbeiner nur eine "Erinnerungsmauer", in die Besitzer die Asche ihrer Tiere für eine Gebühr von 80 Euro einbetten können. Seit zehn Jahren betreibt die Firma Envirocin dort ein Krematorium, in dem die Tiere für weitere 80 Euro eingeäschert werden. "Wir haben von Goldfischen über Schildkröten bis zu Pythons schon alles verbrannt", sagt Mitgründer Dean Webb. Nur Pferde noch nicht - die passen nicht in den Ofen.

In Japan hingegen haben Tierbestattungen eine lange Tradition. Allein in Tokyo gibt es sieben Tierfriedhöfe, die oft auf buddhistischen Tempelgeländen zu finden sind. Dort werden die Urnen der eingeäscherten Vierbeiner zusammen mit Blumen, einem Wasserschälchen, einer Dose Lieblingsfutter und einem Spielzeug in viereckigen Nischen liebevoll arrangiert. Vor allem ein Foto des Haustiers darf nicht fehlen, damit die Erinnerung nicht verblasst.

Gefriergetrocknete Lieblinge

Schon zu Lebzeiten werden japanische Haustiere völlig verhätschelt. Hundehotels, Hundecafes und Hundesalons sorgen in Tokyo für das Wohlergehen von Bello und Hasso. Vor drei Jahren brachte der Spielzeughersteller Takara "Bowlingual" auf den Markt - ein Gerät, das Wuffis Gebell und Geknurre auf Japanisch übersetzen soll. Ein Jahr später folgte "Meowlingual", eine Übersetzungshilfe für Katzengeschnurre. Das Gerät, das das Glucksen von Babys entschlüsselt, wurde allerdings erst im vergangenen Jahr entwickelt...

Richtig exzentrisch wird es jedoch erst in den Vereinigten Staaten. Firmen wie Anthony Eddy's Wildlife Studio bieten dort an, Haustiere bei Minustemperaturen zu trocknen. "Freeze-drying" nennt sich das und kostet mehr als tausend Dollar. Die Vierbeiner werden dabei für mehrere Wochen in spezielle Gefriertrockner geschoben, die ihren Körpern jegliche Feuchtigkeit entziehen und sie haltbar machen. So liegt Mietze dann auch noch Jahre nach ihrem Tod auf dem Sofa. Vielleicht tröstlich für Menschen, die ihre geliebten Fellfreunde nicht loslassen können.

Wuffi zum Diamanten gepresst

Aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten kommt auch der allerneueste Trend: Die Firma LifeGem presst die Asche des verendeten Tiers zu Diamanten. Die Funkelsteine gibt es in rot, gelb und blau. Nach einer Verarbeitungszeit von rund 25 Wochen ist auf Wunsch auch eine Gravur auf dem ehemaligen Gefährten möglich. Übrigens kann nicht nur Wuffi zu Edelsteinen gepresst werden, sondern auch die eigene Großmutter. Das liberale US-Bestattungsgesetz macht's möglich.

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