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Inserat Polizei Hamburg sucht Pferde auf Facebook – Tierschützern gefällt das ganz und gar nicht

Reiterstaffel der Polizei Hamburg sucht Pferde: Tierschützer besorgt
In mehrere Bundesländern gibt es Reiterstaffeln (Foto: hessische berittene Polizisten)
© Boris Roessler / DPA
Die Reiterstaffel der Hamburger Polizei schaltete via Facebook ein Gesuch für einen Wallach, der zukünftig die Arbeit der Ordnungshüter unterstützen soll. Nicht bei allen kam das gut an.

Einen "Wallach", der "sechs bis zehn Jahre alt" ist, ein "ruhiges und gelassenes Gemüt" besitzt und unter anderem als "gelände- und straßensicher" gilt, möchte die Polizei Hamburg gern für ihre Reiterstaffel gewinnen. Hierfür sprach sie per Facebook potenzielle Verkäufer an. In den zugehörigen Kommentaren meldeten sich jedoch einige Nutzer, die grundsätzlich den Nutzen einer Reiterstaffel in Frage stellen sowie auf die Gefahren für das Wohl der Pferde hinweisen.

In lockerem Ton – "unser 'Amtsschimmel' Athos sucht Verstärkung" –werden in dem Posting zunächst die Anforderungen an die Tiere aufgezählt. Anschließend aber finden sich in den inzwischen über 700 Kommentaren neben einigen Nachfragen kritische Stimmen.

Pferde wären grundsätzlich für einen Einsatz im Polizeidienst untauglich, denn "selbst ein super ausgebildetes Pferd wird immer ein Fluchttier bleiben", merkt eine Kommentatorin an. Es folgt eine kontroverse Debatte über das Für und Wider von Tieren im Diensteinsatz. Die wesentlichen Positionen sind hier entweder Pro ("Zur Gewährleistung der polizeilichen Aufgabenerfüllung kann es manchmal aber auch angebracht und erforderlich sein, das Leben seines vierbeinigen Kollegen zu gefährden, wenn dadurch das eigene oder das der anderen eingesetzten zweibeinigen Kollegen geschützt wird.") oder Contra ("... so brutal wie einige bei Veranstaltungen vorgehen ist das für die Tiere eine Qual. Ach ich vergaß, laut Gesetz sind Tiere ja immer noch unter Sachschaden zu finden.... Ist ist nunmal so und da kann selbst das beste Training nicht immer helfen"). Positionen dazwischen sind eher die Ausnahme.

Kritik an Reiterstaffel wegen Sorge um Tierwohl

Häufig treibt die Sorge um das körperliche Wohl der Tiere die User um: "Meiner Meinung nach haben Tiere nichts in Konfliktangelegenheiten von Menschen zu suchen. Sie können grundlos verletzen und auch verletzt werden. Sie werden fremdgesteuert und müssen sich mit Situationen konfrontieren, die sie nicht verstehen, und ihre Gesundheit steht immer an letzter Stelle."

Nichtsdestotrotz versuchen jedoch einige der Kommentatoren einen – wohl nicht ganz ernst gemeinten – Kompromiss zu finden: "Viel besser wäre aber der Einsatz von Elefanten. Evtl. könnte man mit Hagenbeck [Hagenbeck ist der Name des Hamburger Tierparks; Anm. d. Red.] ja ein Übereinkommen treffen. Warum Elefanten? (...) Sie führen einen betriebsinternen Wasserwerfer mit, welcher auch zur Demontage von Blockaden geeignet ist."

Quelle:Facebook-Account der Polizei Hamburg

km

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