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Verbraucherpreise: Energiekonzerne werden zum Feindbild

Für viele Menschen wurden die Energiekonzerne 2006 schon beinahe zu einem Feindbild. Egal, ob mit dem Auto an der Zapfsäule oder zuhause beim Heizen: Die Preise für Öl, Gas und Strom erreichten immer größere Höhen. Und auch für 2007 gibt es nur wenig Hoffnung.

Es war der teuerste Tanksommer aller Zeiten. Wer 2006 mit seinem Auto an die Zapfsäule wollte, brauchte starke Nerven. Mitte Juni war Erdöl so teuer wie nie zuvor. Ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte WTI kostet 78,40 Dollar und auch die Nordsee-Sorte Brent war nicht billiger. Zwar fielen die Ölpreise dann wieder und liegen im Dezember bei etwas über 60 Dollar je Barrel. Doch politische Krisen wie im Libanon, Naturkatastrophen wie der Hurrikan Katrina vor einem Jahr und der ständig wachsende Rohstoffhunger der expandierenden Wirtschaften Indiens und Chinas lassen wenig Hoffnung, dass sie die Spritpreise jemals wieder "richtig" entspannen werden.

Verbraucher waren 2006 auch über die Preissprünge bei den Kosten für Strom und Gas verbittert. So ermittelte im November 2006 das Statistische Bundesamt im Vergleich zum Vorjahr einen Zuwachs von 14,8 Prozent bei den Gas- und von 4,0 Prozent bei den Strompreisen. Und auch 2005 hatten die Zuwächse bei 15,4 Prozent beziehungsweise 4,2 Prozent gelegen. Kein Wunder, dass die deutsche Strom- und Gaswirtschaft angesichts ihrer Preispolitik wie keine andere Branche am Pranger stand. Denn die vollen Konzernkassen wurde zu Lasten der Investitionen lukriert. Im Münsterland knickte Strommasten unter der Last aus Schnee und Eis wie die Strohhalme - sie stammten noch aus der Zeit des 2. Weltkriegs. Die Überland-Leitungen der Stromnetze fielen immer wieder mal aus - im Oktober legte sich das Dunkel dann gleich über weite Teile Europas: im Dominoeffekt waren wegen einer eigentlich harmlosen Stromabschaltung die miteinander verbundenen Netze zusammengebrochen.

Gaskunden dürfen noch hoffen

Doch anders als bei dem Strompreisen dürfen Gaskunden Hoffnung schöpfen: Als erster Monopolist hat Eon zum Jahreswechsel niedrigere Gaspreise angekündigt - allerdings nicht ganz freiwillig. Die Bundesnetzagentur hatte 2006 zum ersten Mal die Gebühren der Versorger für die Durchleitung von Fremdstrom durch ihre Netze unter die Lupe genommen. Die Tarife, die rund ein Drittel des Strompreises ausmachen, wurden dabei zum Teil drastisch gekürzt. Eines steht jedoch auch für 2007 fest: Die Zeit der billigen Energie ist vorbei.

spi

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