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Zukunftsaussichten: Deutsche Studenten sind Optimisten

Die Mehrheit der deutschen Studenten ist überzeugt, kurz nach dem Examen eine feste Anstellung zu finden. Die meisten vertrauen sogar darauf, dass die Tätigkeit voll und ganz ihren Erwartungen entsprechen wird.

Im internationalen Vergleich mit Frankreich, Großbritannien und Spanien sowie den USA stehen sie damit nicht einmal allein. Allerdings: In mancher Hinsicht ist die Selbsteinschätzung des deutschen Management-Nachwuchs zumindest fragwürdig.

Angst vor ihrer beruflichen Zukunft scheinen die deutschen Hochschulabsolventen kaum zu haben: Immerhin 58 Prozent gehen davon aus, spätestens sechs Monate nach dem Examen eine feste Vollzeit-Anstellung zu haben, ähnlich wie die Spanier (57 Prozent). Amerikaner (67 Prozent) und Briten (75 Prozent) sehen ihre Berufsaussichten noch rosiger. Nur in Frankreich sind die Erwartungen gering: lediglich bei 41 Prozent. Selbst nach weiteren sechs Monaten rechnen unsere Nachbarn erst zu 50 Prozent mit einem festen Job. Von solcher Skepsis sind die Deutschen mit 89 Prozent weit entfernt, 82 Prozent vertrauen sogar darauf, dass die Tätigkeit voll und ganz ihren Erwartungen entsprechen wird.

Gehalt: Deutsche Studenten am gierigsten

Auch in Punkto Gehaltsvorstellungen sind die Deutschen spitze: Ganze 84 Prozent von ihnen rechnen mit einer guten Bezahlung. Nur die Erwartungen in den USA (83 Prozent) können da mithalten, in den übrigen Ländern blicken dem im Durchschnitt nur 47 Prozent so positiv entgegen.

Was die weiteren Erwartungen an ihren künftigen Arbeitsplatz angeht, sind die deutschen Absolventen zurückhaltender: 61 Prozent legen wert auf spezielle Trainingsprogramme - 13 Prozent weniger als im internationalen Vergleich. 27 Prozent wünschen sich Vorgesetzte und Kollegen, die für Fragen und Probleme zugänglich sind, gegenüber 63 Prozent der ausländischen Kommilitonen. Bei dem Wunsch nach Mentoren-Programmen sind die Deutschen mit 45 Prozent internationales Mittelmaß, ebenso bei ihren Erwartungen an flexible Arbeitszeiten (59 Prozent).

Kommunikationsfähigkeiten sind allen wichtig

Im Bereich der Kompetenzen sieht es kaum anders aus: Gefragt nach den Fähigkeiten, durch die sich Nachwuchs-Manager für den künftigen Job besonders qualifizieren, nannten 28 Prozent aller in Deutschland Befragten "Qualitätvolle Arbeit im vorgegebenen zeitlichen Rahmen leisten" an erster Stelle an. Offenbar ein Reflex sprichwörtlich deutscher Tugenden - in den übrigen Ländern bringt es dieser Punkt nur auf ein Mittel von 18 Prozent, in Frankreich sogar lediglich auf 12 Prozent. Die Bedeutung der Kommunikationsfähigkeit schneidet da im internationalen Vergleich schon einheitlicher ab: Mit durchschnittlich 23 Prozent steht diese ganz oben auf der Liste. Dabei liegen die Deutschen gemeinsam mit den US-Absolventen sogar über dem Durchschnitt - 27 Prozent schätzen "Kommunikationsfähigkeit" als ihre wichtigste Kompetenz ein.

Für die internationale Accenture-Studie wurden 1.501 Studenten aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien und den USA befragt. Die Befragung richtete sich an Männer und Frauen zwischen 20 und 29 Jahren, die ihr Hochschulstudium sechs Monate zuvor abgeschlossen hatten beziehungsweise es in den folgenden sechs Monaten abschließen werden.

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