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Mehl getestet Schimmelpilzgifte im Mehl: Drei Sorten fallen bei "Öko-Test" durch

Dinkelmehl
Dinkelmehl ist im Kommen. Spielt aber in der Produktionsmenge noch lange nicht in der gleichen Liga wie Weizenmehl.
© taikrixel / Getty Images
"Öko-Test" hat 50 Mehlsorten ins Labor geschickt. Viele sind einwandfrei. Aber es wurden auch Schimmelpilzgifte und Pestizide entdeckt. Drei Sorten fallen negativ auf.

Mehl gehört zu den Grundnahrungsmitteln. Es hält sich lange und gehört in jeden gut sortierten Vorratsschrank. Dass aber Mehl nicht gleich Mehl ist und es auch bei diesem Lebensmittel große Qualitätsunterschiede gibt, belegt eine Überprüfung von "Öko-Test". 50 Mehlsorten wurden geprüft, darunter 28 Weizen- und 22 Dinkelmehle mit unterschiedlichen Mahlgraden. In der Auswahl fanden sich Produkte im Preis ab 37 Cent bis 4,59 Euro das Kilogramm.

Im Labor hatte man die Mehlsorten unter anderem auf Pestizide wie Glyphosat getestet, auf Schimmelpilzgifte und Mineralölbestandteile. Wurden bedenkliche Inhaltsstoffe oder andere Mängel entdeckt, führte das zu Abwertungen. Diese aber waren die Ausnahme. Denn bei etwa drei Viertel der Test-Produkte gab es nichts oder nur wenig zu beanstanden, sie sind "sehr gut" und "gut". Drei Produkte allerdings trüben das Ergebnis. Sie landen im unteren Bereich der Notenskala.

Schimmelpilzgifte im Mehl

Auf Schimmel in Lebensmitteln kann jeder verzichten. Laut "Öko-Test" wurden allerdings in mehr als der Hälfte der Mehle Schimmelpilzgifte gefunden. Darunter Fusariengifte, die bereits bei der Ernte entstehen und sogenanntes Deoxynivalenol (DON). Letzteres kann Erbrechen und Durchfall verursachen, allerdings nur in hohen Dosen.

Die Menge an Schimmelpilzgiften, die im Test nachgewiesen werden konnten, erreichen diese Werte nicht. Dennoch fielen zwei Mehle diesbezüglich im Labor besonders negativ auf. Die meisten von Fusarien verursachten Gifte fand das Labor im "Bio Mehl Weizen Vollkorn" von Rewe (99 Cent), die höchsten DON-Werte im Test wurden im "K-Bio Dinkelmehl Type 630" (1,69 Euro) gemessen. 

Weil zudem auch noch Rückstände von Pestiziden und Mineralölbestandteile in den beiden Mehlen nachgewiesen werden konnten, stellen die Prüfer den Produkten ein "ungenügend" aus. Das ist die schlechteste Note im Test. Nur einen Hauch besser, aber immer noch "mangelhaft" ist das "Bio Sonne Bio-Mehl Dinkel Type 1050" von Norma (1,79 Euro), in diesem konnten ebenfalls erhöhte DON-Werte nachgewiesen werden. Unterm Strich erreicht das Mehl nur die Note "mangelhaft". 

Lieber teures Mehl kaufen?

Wer nun denkt, dass der Preis ein Qualitätsmerkmal ist, hat sich geschnitten. Denn der Vergleich zeigt, dass viele Billig-Mehlsorten mit den Markenprodukten mithalten können. Manchmal ist billig sogar besser. Auch wenn das Bio-Dinkelmehl von Norma die Tester nicht überzeugt, das "Küchenstolz Qualitäts-Weizenmehl Type 405" der Supermarktkette tut es umso mehr. Es ist nicht nur das billigste Produkt im Rennen, es gehört auch zu den besten. 37 Cent kostet das "sehr gute" Mehl. 

Tiefer in die Tasche greifen muss, wer Mehl der Antersdorfer Mühle kauft. Das "Dinkelmehl Vollkorn" kostet 4,59 Euro und ist das teuerste im Vergleich. Dem Preis zum Trotz waren aber laut "Öko-Test" auch in diesem Produkt die Schimmelpilzgiftwerte erhöht. Insgesamt reicht das nur für ein "befriedigend". 

Weitere Ergebnisse  des Tests können Sie gegen Gebühr auf oekotest.de nachlesen.

tpo

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