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McFlurry-Verschwörung Bei McDonald's sind ständig die Eismaschinen defekt – jetzt verliert der Hersteller vor Gericht

McDonald's mcdonalds Mcflurry
So wünschen sich viele ihren McFlurry. Und dann funktioniert die Maschine bei McDonald's nicht.
© Picture-Alliance
Gibt's noch McFlurry oder ist wieder die Maschine kaputt? Diese Frage stellen sich McDonald's-Gäste immer wieder. Schuld sind die fehleranfälligen Eismaschinen. Ein Unternehmen will die Fehlerrate verringern und bekam dafür nun gerichtliche Unterstützung. 

Die Verschwörung um die defekten Eismaschinen bei McDonald's ist längst ein Running Gag - so sehr, dass selbst der Twitter-Account des Unternehmens schon Witze darüber machte (hier erfahren Sie mehr dazu). Das Start-up Kytch konnte mit einem kleinen Zusatzgerät die schlimmsten Probleme beheben. Und hatte prompt Ärger mit dem Hersteller der Maschinen. Jetzt gelang dem Unternehmen ein Sieg im kalten Krieg um den McFlurry.

Die Gründe für die ständigen Ausfälle sind vielseitig. Weil es sich um spezielle Maschinen handelt, die gleichzeitig Softeis und Milkshakes herstellen, sind die McFlurry-Maschinen Wartungs-intensiv. Sie müssen ständig gereinigt werden und geben zwischendurch oft noch den Geist auf. Wenn das passiert, dürfen sie zudem nur vom Hersteller-Unternehmen Taylor gewartet werden, so will es der Vertrag. Doch Taylor hat gerade einen empfindlichen Rückschlag erlitten.

Erfolg vor Gericht

Kytch nämlich hatte bewiesen, dass sich viele Fehler der Maschinen durchaus auch von den Mitarbeitern beheben lassen. Dabei hilft das Produkt des Unternehmens, eine kleine Box, die den Fehlerspeicher der Maschinen ausliest. Und oft den teuren Anruf beim Service-Techniker unnötig macht. Diese Box wollte Taylor natürlich in die Finger bekommen. Und hat das gerade gerichtlich verboten bekommen.

Wie "Vice" berichtet, hat ein Gericht einem Eilantrag Kytchs auf eine einstweilige Verfügung gegen Taylor stattgegeben, nach welcher der Hersteller nicht noch einmal unter Vortäuschung falscher Tatsachen versuchen darf, eine der Boxen zu erwerben. Im Frühjahr hatte Kytch dem Unternehmen vorgeworfen, über Dritte eine der Boxen bestellt zu haben, um die Technologie kopieren und selbst als Produkt anbieten zu können (hier erfahren sie mehr über den "Kalten Krieg um die McFlurry-Maschinen). Taylor hatte das geleugnet. Es sei nur darum gegangen zu prüfen, ob die von dem Gerät genutzten Frequenzen die Funktionsweise beeinträchtigen. Nun muss das Unternehmen die widerrechtlich erlangte Box zurückgeben. Der Hersteller hatte Filialbetreiber gewarnt, Kytchs Gerät würde das Leben von Mitarbeitern gefährden. Eine Behauptung, die der Konzern nicht mit Tatsachen belegen konnte.

Ein verdrecktes Metallteil, das zu einer Eismaschine eines McDonald's gehören soll

Nicht alles ist ein Service-Fall

Das gibt die Funktionsweise der Kytch-Box auch gar nicht her. Sie ermöglicht schlicht den Zugriff auf die Software-Steuerung der Maschinen. Die sind enorm komplex, sie müssen jeden Abend aufwendig gereinigt und alle paar Wochen sogar vollständig auseinander und wieder zusammengebaut werden. Die Mitarbeiter sind also durchaus mit dem Innenleben vertraut. Viele der Ausfälle beruhen auf kleineren Fehlern, wenn etwa zu viel oder auch zu wenig Materialien für die Eisproduktion eingefüllt wurden. In beiden Fällen stellt sich die Maschine nämlich einfach ab und ein Techniker muss kommen. Die Kytch-Box kann es aber erkennen. Und ermöglicht oft eine Behebung durch die McDonald's-Mitarbeiter selbst.

Die Filialen, die Kytch schon einsetzen, schwören oft darauf. "Mir graut es davor, es irgendwann nicht mehr in Milkshake- oder Softeismaschinen einsetzen zu können", erklärt CJ Timoney, der in seinen Burger-King-Filialen ebenfalls auf Taylor-Eismaschinen setzt. "Es bietet uns eine erstaunliche Menge an Sicherheit." Die Zufriedenheit bei den Kunden sei hoch, berichtet ein anonymer McDonald's-Betreiber aus New York. Und auch die Angestellten seien dankbar. "Das ist ein stressiger Job. Wenn es also den Stress des Managers oder des Teams senkt, ist das aus meiner Sicht nur gut." 

Alle Ausfälle wären aber wohl auch dann nicht verhindert. Alleine der lange Reinigungsvorgang sorgt dafür: Vier Stunden müssen die Maschinen jede Nacht im Selbstreinigungsmodus verbringen, wird der unterbrochen muss die ganze Zeit von vorne gestartet werden. Kein Wunder also, dass viele Mitarbeiter den Kunden lieber gleich sagen, die Maschine wäre mal wieder kaputt. Gegenüber der "Washington Post" sagte ein Mitarbeiter das völlig offen. "Alles an der Maschine ist einfach miserabel. Wenn jemand 30 Minuten vor dem Schließen in den Laden käme und ein McFlurry bestellen würde, würde man dann riskieren, damit den ganzen Bereich einzusauen, den man gerade gereinigt hat? Nein." 

Quelle: Vice


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