Benefiz-Essen "Dann mache ich Ihnen den schönsten Ochsenschwanz"


Frisch kochen ist gut. Für gute Zwecke kochen erfrischt. Zugunsten von Unicef feierten 250 Gäste vergangene Woche fünf jahre Koch-Olymp, den Hobbykochwettbewerb unter Beteiligung des stern.

Man nehme ein kleines Jubiläum - fünf Jahre - eine gute Idee für 15 Köche, ein generöses Fernsehpublikum und einen Haufen Gäste und Stifter guten Willens wie großen Herzens. Aus diesen Zutaten wird was serviert? Ein Benefiz-Essen mit einem satten Erlös zugunsten einer guten Sache.

Die Fünf war die Schlüsselzahl: Am 05. 05. 05 kochten die fünf bisherigen Gewinner unseres Hobbykochwettbewerbs "Koch-Olymp" gemeinsam mit fünf bekannten Sterne-Köchen und fünf prominenten Assistenten fünf Gänge für 250 zahlende Gäste. Am Ende stand, dank der vielen kleinen und großen Spender, die Summe von 132000 Euro, eingetragen in einen Scheck zugunsten des Unicef-Projektes "Schulen für Afrika".

Was ist der Koch-Olymp? Das ist der jetzt im sechsten Jahr durchgeführte Wettbewerb für Hobbyköche, organisiert von ARD-Buffet (wochentags von 12.15 bis 13 Uhr), stern und Robinson Club, mit dessen kulinarischem Chef Otto Koch als Initiator. Bislang haben sich über 30000 Menschen beteiligt, wobei die Finalisten auf Kreta, mit der blauen Ägäis im Hintergrund, um den Lorbeer kochen konnten. Der Aufruf für die diesjährige Teilnahme erfolgt in wenigen Wochen wieder hier im stern und in der ARD.

Das kleine Jubiläum nicht nur zu feiern, sondern auch einen warmen Regen für ein Schulprojekt daraus zu machen, das war der Sinn und Zweck des Benefiz-Essens. Ort war das Restaurant in der Spitze des Münchner Olympiaturms.

Hier trafen sich die fünf Kocholympioniken Ingrid Bäz, Maria-Pina Mula, Katharina Bürki, Uwe Kluck und Bernd Felski, die Gewinner der Wettbewerbe 2000 bis 2004, um unter Anleitung der Sterneköche Christian Scharrer (Bühler Höhe, Baden-Baden), Hans Haas (Tantris, München), Karl-Heinz Hauser (Süllberg, Hamburg) Vincent Klink (Wielandshöhe, Stuttgart) und Otto Koch (KochArt, Zürs) die Gäste zu beköstigen. Unterstützt wurden sie von den Schauspielern Suzanne von Borsody, Max Tidof und Herbert Knaup, von Boxweltmeister Sven Ottke und Alles-wird-gut-Fernsehmoderatorin Nina Ruge.

In Teams zu je drei Köchen bereiteten sie ihren Gästen fünf Gänge. Kalte Vorspeise: Terrine von Spargel, Lachs und Erbsen mit gerührtem Eigelb; erster Fischgang: gedämpfter Steinbutt mit frischen Morcheln und jungem Spinat; zweiter Fischgang: Hummer am Zitronengrasspieß im Safransud und mit Gemüseperlen; Hauptgang: gefüllte Perlhuhnbrust mit Kartoffel-Bärlauch-Püree; Dessert zum Abschluss: Rhabarbervariationen mit drei Saucen.

Und wofür das alles? Für Schulen in Afrika. 10000 Euro kostet der Bau einer Schule dort, mit 40 Euro kann man einem Kind in Afrika ein Jahr den Unterricht ermöglichen. Die Unicef, vertreten von Suzanne von Borsody, nahm das Geld entgegen und wird es in Zusammenarbeit mit der Nelson-Mandela-Stiftung in Schulbauten, Lehrerausbildung und Lehrmaterial investieren. 45000 Euro erbrachten die Fernsehzuschauer, die im Rahmen der ARD-Buffet-Sendungen in den drei Tagen vor dem Ereignis telefonisch spendeten. 10000 Euro trug die stern-Stiftung bei, 11000 steuerten Gäste und Sponsoren des Abends bei. Und verdoppelt wurde diese Summe am Ende durch den Hamburger Reeder Peter Krämer, der bereits seit längerem wohltätig mit der Mandela-Stiftung zusammenarbeitet.

Dass die Hobbyköche und mehr noch die Profis kochen konnten, war klar. Um- so mehr interessierten sich die Gäste für die Küchenkünste der Prominenten. Am einen Ende der Skala stand gelassen lächelnd Sven Ottke, dem seine Frau bisher gerade mal das Nudelkochen beibringen konnte; am anderen Max Tidof, der einen großen Steinbutt routiniert zu filetieren wusste. Herbert Knaup lernte schnell, allerdings auch schwer atmend, Hummer zu zerlegen. Suzanne von Borsody war mit Spargelschälen lachhaft unterfordert und erklärte als Zugabe ihre Kunst des Reiskochens. Nina Ruge vergeigte die Verzierung ihres Rhabarbertellers, als sei sie Star in einem Splatter-Film und erklärte das Ergebnis schlicht zu Kunst.

Am meisten lernte an diesem Abend Sven Ottke, den Box-Fan Vincent Klink sogleich an seine breite Seite zog. Erstens beherrscht der Kraftmensch nun die Handhabung der Kartoffelpresse; zweitens weiß er jetzt den Schneebesen zu führen, mit dem er Bärlauchpüree unter die Schneekartoffeln schlug, als prügle er den Feind. "Is gut, Svenni", musste Klink ihn bremsen, "das reicht jetzt."

Bert Gamerschlag print

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