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Skurrile Hochzeitstraditionen: "Ja, ich will" – aber nur mit Schnaps

Die Hochzeitssaison ist im vollen Gange, beste Zeit, einen Blick auf Traditionen aus aller Welt zu werfen. Vor allem beim Essen gibt es einzigartige Prozeduren. Wir stellen vier Besonderheiten vor.

Hochzeit

Die Hochzeitstorte gehört zumindest hierzulande zum Brauch – wie sieht es in anderen Ländern aus?

Etwas Altes, etwas Neues, etwas Geliehenes, etwas Blaues – wohl kaum ein Hochzeitsbrauch ist hierzulande bekannter. Obwohl die Tradition aus England kommt, wurde sie in Deutschland seit Jahrzehnten einverleibt. Auch das gemeinsame Anschneiden der Hochzeitstorte darf auf keiner Feier fehlen. Braut und Bräutigam symbolisieren damit den Zusammenhalt ihrer Ehe. Der Brauch besagt allerdings: Wer die Hand beim Schneiden oben hat, wird in Zukunft auch die Hosen in der Ehe anhaben.

Auch in anderen Ländern werden Hochzeitstraditionen sehr ernst genommen - und mit einer Inbrunst zelebriert. Manche mögen uns skurril erscheinen, doch haben sie alle eine tiefergehende Bedeutung und sind an große Versprechen geknüpft: Fruchtbarkeit, langes Leben oder Reichtum. Vor allem Bräuche rund ums Essen ebnen den Weg für eine lange und glückliche Ehe. Wir stellen vier besondere Traditionen vor.

1. Brot brechen in Bulgarien

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An einem Donnerstag vor der Hochzeit bereitet die Brautmutter einen Hefeteig zu. Daraus soll Pitka entstehen, eine Art Zupfbrot. Das Aufgehen des Teiges steht symbolisch für die neue Familie. Am Hochzeitstag füttert die Brautmutter sowohl Braut als auch Bräutigam mit Brot und Honig als eine Willkommens-Geste in die Familie – und um dem Paar ein süßes Leben zu wünschen. Das Brautpaar zieht gemeinsam am Brot, wer das größere Stück in der Hand hält, wird dem Glauben nach die Oberhand in der neuen Familie haben.

2. Sake-Zeremonie in Japan


Der Alkoholgenuss beginnt in Japan nicht erst zur Feier, sondern bereits zur Trauung. Das Ritual nennt sich san-san-kudo  (das bedeutet wörtlich übersetzt: "drei, drei, neun Mal"), so oft müssen das Brautpaar und alle Brauteltern Schnaps trinken. Genauer gesagt, den japanischen Reiswein Sake: Alle drei Parteien, also Braut, Bräutigam und Eltern trinken jeweils drei Schlücke, also insgesamt neun Schlücke Sake. Die ersten drei Schlücke symbolisieren die Verbindung zweier Familien und dem Paar; die nächsten stehen für die menschlichen Schwächen: Hass, Leidenschaft und Ignoranz. Die letzten drei Schlücke stehen für das Freimachen von den drei Schwächen.

3. Chinesische Datteln und Kastanien werfen in Korea

Reis werfen? Nicht in Korea. Nach der Hochzeit bietet die Braut ihren Schwiegereltern Chinesische Datteln und Kastanien an - das soll Fruchtbarkeit symbolisieren. Zum Schluss werfen sie diese zur Braut zurück, die versucht, die Früchte mit ihrem Kleid zu fangen. Die Menge, die sie fängt, verrät, wie viele Kinder sie haben wird. Je nach Wunsch sollte man sich daher also mehr oder weniger geschickt anstellen.

4. Gezuckerte Mandeln als Gastgeschenk in Griechenland

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Wer schon einmal auf einer griechisch-orthodoxen Hochzeit war, weiß, dass dort viele Traditionen zelebriert werden: Teller werden geworfen, traditionelle Tänze werden aufgeführt - aber auch die gezuckerten Mandeln, koufeta, haben eine Bedeutung. Sie werden zu Päckchen, den sogenannten bom bom yara gebunden und als Gastgeschenk verteilt. Sie sollen die Einheit des Brautpaars symbolisieren. 

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