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"Die Höhle der Löwen" Early Green verspricht fleischlosen Genuss – aber schmeckt das auch?

Fleischlose Steaks, Gyros und Burger-Patties
Aus Early Green werden fleischlose Steaks, Gyros und Burger-Patties geformt
© DS Produkte
Die Idee, vegane Lebensmittel aus Seitan herzustellen, ist nicht neu. Dafür aber die Möglichkeit, dass Fleischersatzprodukte auf Seitanbasis ohne Kühlung auskommen – und zwar in Form eines Pulvers, das auf den Namen Early Green hört. Ob das schmeckt? Wir haben es herausgefunden.

Inhaltsverzeichnis

Nicole und Bernd Sell sind die beiden Köpfe hinter der veganen Fleischalternative Early Green. Das Ehepaar wollte sich nicht damit abfinden, dass zubereitetes Seitan kühlungspflichtig ist. "Viele Fleischersatzprodukte haben keine besonders lange Haltbarkeit. Schon nach einer Woche sind sie verdorben", erklärt Nicole ihren Impuls, ein Produkt zu erfinden, das es so noch nicht auf dem Markt gibt. Zusammen mit ihrem Mann entwickelte sie eine fleischlose Trockenmischung, die zur Zubereitung von veganen Gerichten geeignet sein soll. Möglich wird das durch die Zugabe von Wasser und Speiseöl – dadurch wird das Pulver zu einer festen Masse, aus der sich Burger, Gyros und Steaks formen lassen. Ob das in der Praxis auch funktioniert? Wir haben den Geschmackstest gemacht.

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Woraus besteht das Fleischersatzpulver?

Anders als erwartet werden die fleischlosen Gerichte nicht mit den gleichen Zutaten zubereitet. Stattdessen gibt es für Burger, Gyros und Steaks eine individuelle Trockenmischung – zudem umfasst das Sortiment auch noch ein Dinkel-Pfannenbrot und eine vegane Gewürzmischung für Zaziki sowie eine Burger- und Steaksauce. Wir haben allerdings nur die drei Fleischersatzprodukte getestet. Doch was steckt eigentlich drin in Early Green?

  • Die Trockenmischung für vegane Steaks enthält 21 Prozent Sojaprotein und 14 Prozent Erbsenprotein. Weiter noch ein Verdickungsmittel und Aromen (enthalten Hefeextrakt), Ackerbohnenprotein und Kartoffelfaser, Leinmehl und Tapiokastärke, Rotebeetesaftpulver, Salz und Paprika, Flohsamenschalen, Gerstenmalzextrakt und Sonnenblumenöl.
  • Die Trockenmischung für veganes Gyros enthält 52 Prozent Weizengluten, Kichererbsenmehl und diverse Gewürze (Zwiebeln, Knoblauch, Paprika, Kumin, Senfssat, Koriander, Chili, Piment, Zimt), Gemüse (Tomate, Karotte, Lauch), Kräuter (Oregano, Thymian, Pfeffer, Rosmarin, Basilikum, Majoran, Petersilie), Meersalz, Dextrose und Maisstärke.
  • Die Trockenmischung für vegane Burger enthält 41 Sojaprotein und 14 Prozent Erbsenprotein, Verdickungsmittel und Ackerbohnenprotein, Tapiokastärke und Aromen (enthalten Hefeextrakt), Gewürze (Zwiebeln, Knoblauch, Pfeffer, Muskat), Salz und Glucosesirup, Rotebeetsaftpulver und Gewürzextrakte, Gerstenmalzextrakt und Flohsamenschalen, Pastinakenpulver und Sonnenblumenöl, Raucharoma und Citronensäure.

Derzeit sind die drei rein pflanzlichen Fleischalternativen (noch) nicht einzeln erhältlich, sondern nur im 3er-Set für knapp 15 Euro – oder aber in Kombination mit dem Dinkel-Pfannenbrot und der veganen Gewürzmischung für Zaziki für rund 25 Euro. Alle Produkte von Early Green, inklusive der beiden Soßen, gibt es auch noch für knapp 29 Euro.

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Early Green im Geschmackstest

Wenn man dem Gründerpaar Glauben schenken darf, sollen die fertig gewürzten Trockenmischungen von Early Green fleischähnlich in Biss und Geschmack sein. Davon wollten wir uns persönlich überzeugen und haben die drei verschiedenen Sorten getestet. Und das sind unsere Ergebnisse:

1. Vegane Burger

Die Trockenmischung für vegane Burger wurde mit 200 ml Wasser und einem Esslöffel Speiseöl vermengt. Anschließend musste die etwas unansehnliche Masse zehn Minuten im Kühlschrank ruhen, bevor sie weiterverarbeitet werden konnte (das gilt im Übrigen auch für die anderen beiden Varianten). Um die klebrige Menge in Form zu bringen, mussten die Hände befeuchtet werden, was beim Modellieren jedoch nur bedingt geholfen hat. Tatsächlich war es recht kompliziert, die feuchte Mischung in einen Pattie zu verwandeln – aber nicht unmöglich. Anschließend wurde dieses in einer Pfanne kross angebraten und mit den restlichen Burger-Zutaten kombiniert. Und wie hat es geschmeckt? Beide Testpersonen, die bekennende Fleischesser sind, fanden das Ergebnis lecker, der Bratling war schön kross, würzig und saftig. Trotzdem hatte der Geschmack wenig mit echtem Fleisch zu tun. Was aber nicht weiter gestört hat.

Early Green Burger
Die Trockenmischung für vegane Burger kam bei den Testsessern gut an
© stern

2. Veganes Gyros

Die Trockenmischung für veganes Gyros wurde mit 150 ml Wasser und zwei Esslöffeln Speiseöl vermengt. Im Gegensatz zu den anderen beiden Varianten nahm die Masse (schon vor der empfohlenen Kühlzeit) direkt eine feste Form an und klebte somit nicht an den Fingern. Dadurch ließ sie sich sehr gut verarbeiten. Um aus dem Teigklumpen feines Gyros zu machen, wurde er zu drei Rollen geformt und platt gedrückt – dadurch konnte man die Menge sehr gut schneiden und portionieren. Anschließend wurden die fleischlosen Streifen in einer Pfanne kross angebraten und verköstigt. Anders als die Burgermasse war diese Mischung extrem würzig und lecker wie richtiges Gyros. Durch die starke Kräuternote konnte der etwas getreidige Geschmack sehr gut überdeckt werden. Hier waren sich beide Fleischesser einig, dass Biss und Geschmack an echtes Gyros erinnern. Wie Fleisch schmeckte das Ergebnis trotzdem nicht. 

Early Green Gyros
Im stern-Geschmackstest konnte die Trockenmischung für veganes Gyros am meisten überzeugen
© stern

3. Vegane Steaks

Die Trockenmischung für vegane Steaks wurde mit 240 ml Wasser und einem Esslöffel Speiseöl vermengt. Dabei fiel sofort die breiige Konsistenz auf, die überall an den Händen kleben geblieben ist – vielleicht hätte es weniger Wasser gebraucht, allerdings haben sich die Tester an die Verpackungsanweisungen gehalten. Auch nach der zehnminütigen Kühlpause wollte die unansehnliche Masse nicht fest werden und ließ sich nur mit Mühe und Not zu einer steakähnlichen Form modellieren. Beim Anbraten spritzte das Öl in alle Richtungen, dennoch konnte am Ende ein zufriedenstellendes Ergebnis erzielt werden. Anders als die Trockenmischung für Gyros und Burger konnte diese Mischung am wenigsten überzeugen. Sowohl in der Zubereitung als auch im Geschmack, der nicht schlecht war, aber nicht ansatzweise etwas mit Fleisch zu tun hatte. Was auch nicht weiter schlimm gewesen wäre, wenn man der Menge etwas mehr Würze verliehen hätte. Alles in allem fanden die Testesser das Produkt okay, aber deutlich schwächer als die anderen beiden Varianten von Early Green.

Early Green Steak
Das vegane Steak konnte aufgrund der klebrigen Modellier-Masse am wenigsten überzeugen
© stern

Unser Fazit

Obwohl unsere beiden Testesser Fleisch verzehren, greifen sie regelmäßig auf vegetarische Alternativen zurück. Aus diesem Grund waren sie besonders neugierig auf die Trockenmischungen von Early Green. Und wie lautet ihr Urteil? Bis auf die veganen Steaks konnten sie die Fleischersatzprodukte – mit leichten Abstrichen bei den Burgern aufgrund der klebrigen Masse – überzeugen. Die Zubereitung war einfach und das Ergebnis lecker, auch wenn nur der Biss und nicht der Geschmack fleischähnlich war. Was beide Testpersonen jedoch überhaupt nicht gestört hat, da sie von einem veganen Rezept nicht erwarten, dass es nach Fleisch schmeckt. Viel wichtiger war ihnen, dass es überhaupt schmeckt.

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ast

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