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Ernährung: Ihr Kind isst wählerisch? Dafür könnte es einen Grund geben – und es ist nicht Ihre Schuld

Das Kind verweigert das Essen und möchte partout nichts Neues probieren? Das ist nicht Ihre Schuld! Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die genetische Veranlagung des Kindes der Grund dafür sein könnte.

Ihr Kind ist pingelig beim Essen?

Ihr Kind ist pingelig beim Essen?

Eltern können endlich aufatmen: Wenn das Kind sehr pingelig beim Essen ist und auf keinen Fall etwas Neues probieren möchte, dann ist das nicht Ihre Schuld. Denn Wissenschaftler haben herausgefunden, dass das Essverhalten in den Genen liegt und kaum etwas mit der Erziehung zu tun hat.

"Es liegt nicht an den Eltern, dass Kinder pingelige Esser sind", erklärt Andrea Smith, die Autorin der Studie von der College Universität in London. "Es ist bereits da, wenn sie [die Kinder] 16 Monate alt sind."

Die Studie wurde im "Journal of Child Psychology and Psychiatry" veröffentlicht. 1900 Familien mit 16 Monate alten Zwillingen nahmen an der Studie teil. Die Wissenschaftler untersuchten die genetische Veranlagung auf das Essverhalten der Kleinkinder. Da die Zwillingspaare ähnlich aßen und auch die gleichen Produkte verweigerten, konnten die Wissenschaftler Rückschlüsse auf Gene in Bezug auf das Essverhalten ziehen.

Wer wählerisch isst, probiert nicht gern Neues aus

Sie fanden außerdem heraus, dass die pingeligen Kinder neue Produkte oder Lebensmittel eher nicht ausprobieren wollten. Natürlich haben auch äußere Faktoren einen großen Einfluss. Aber bei 16 Monate alten Kleinkindern sind es vor allem die Gene, die bei der Essensauswahl eine Schlüsselrolle spielen. Die Wissenschaftler betonen aber auch, dass es ein Zusammenspiel mehrere Gene sei und auch die Eltern das Essverhalten der Kleinkinder positiv beeinflussen können.

Nicht jedes Kind ist gleich, es gibt eher eine genetische Tendenz, ob ein Kind später ein wählerischer Esser wird – oder eben nicht. Das behauptet zumindest Tim Spector, Professor für genetische Epidemiologie am King's College in London gegenüber der Zeitung "The Guardian": "Man kann es [das Essverhalten] modifizieren, indem man die Gewohnheiten in der Familie ändert. Wie man das Essen dem Kind präsentiert und das ganze Konzept der Essenszeit."

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dsw
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