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Aus dem Leben einer Mutter

Guck mal wer da isst!: Beeinflusst mein Essverhalten das meiner Kinder? Wohl kaum!

Das Ernährungsverhalten der eigenen Kinder lässt oft nur hoffen, dass alles irgendwann besser wird. Und wir fragen uns: Ahmen Kinder Ernährungs-Ticks von uns Müttern nach?

Von Andrea Müller

Kleines Kind mit Wassermelone

Beeinflusst das Essverhalten der Eltern die Kinder?

Getty Images

In der Broschüre über Kinderernährung der "Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung" heißt es: "Auch beim Essen ahmen Kinder nach, was sie bei den 'Großen' sehen. Sie übernehmen gute wie schlechte Angewohnheiten, die später oft nur noch schwer zu ändern sind."

In meinem Fall hieße diese als Fakt getarnte Behauptung: Meine Kinder wurden gleich nach ihrer Geburt zur Adoption freigegeben und ernährungstechnisch komplett unterschiedlich sozialisiert. Während Caspar als Sohn von Betreibern einer Fast-Food-Filiale mit großen gelben Buchstaben aufgewachsen wäre, ließe Bens Essverhalten auf eine moderne 'Bush-Food-Lounge' als Herkunft schließen, wo Speisen australischer Ureinwohner auf traditionelle Art zubereitet werden. Eiweiß- und vitaminreich, dezent gewürzt, wenig Fleisch.

Der Dönermann begrüßt meinen Sohn mit High-Five

Denn die Ableger in meinem Haushalt essen bereits zum Frühstück wie vom anderen Stern. Ben, 9, mag Spiegelei Natur mit kaum Salz, während Caspar, 14, mehrere Nutella-Toasts und/oder Schokomüsli oder Smacks verdrückt. Mittags türmen er und seine Kumpels möglichst oft aus der Schulkantine und verleiben sich exakt jene Anzahl an Big Mäcs ein, die das Gesamtbudget und die "Mekkes"-Rabattmarken-App auf ihren Handys hergeben. Manchmal speisen die 14-Jährigen auch am Döner-Stand, dessen Betreiber Caspar neulich mit High-Five und "Pomm-Döner, Ehrenmann!" begrüßte, als er mit Ben und mir dort zum Lunch aufschlug. Ben zog mit spitzen Fingern nur die "unverseuchten" Pommes raus: die möglichst das Fleisch mit der Soße nicht berührt haben.

Wie können Kinder gleicher Sozialisation und fast gleichen Genen nur so unterschiedlich sein? Ernährungsbloggerin und Journalistin Stephanie Arndt meint, Kinder machen zwar vieles nach – aber eben nicht alles! "Ein 4-Jähriger wird nicht automatisch begeistert Austern schlürfen, nur weil seine Eltern das zu Hause tun. Möglicherweise wird er sich sogar davor ekeln. Wir setzen ja keine menschlichen Kopien in die Welt, sondern Persönlichkeiten mit ganz eigenem Geschmack."

Vom ersten Tag an haben ihre Kinder eigene Geschmäcker bewiesen: Während ihr Sohn ihr als Baby den selbstgekochten Bio-Kartoffel-Pastinakenbrei ins Gesicht spuckte (weil er lieber Fertigbrei wollte), rührte ihre Tochter die gekauften Gläschen nicht an.

Paradiescreme führt bei uns schnell zu Streit

Sind Kinder-Geschmäcker zu verschieden, gewöhnen sie uns Mütter früh an ihre Extrawurst beziehungsweise unseren mütterlichen Extrajob. Der eine isst Chicken Wings mit einer Menge Chillisoße, die für eine Fußballmannschaft gereicht hätte. Der andere Kartoffeln mit etwas Quark und Salat. Und Muddi isst den Rest. Auch weil ich ungerne Dinge in den Müll werfe, "während Kinder in Afrika hungern", was man immer noch sagen darf, weil es immer noch stimmt.

Manchmal mache ich "Paradiescreme Vanille" zum Dessert (ich ahne den Rabenmutter-füttert-Plastikmist-Shitstorm). Caspar wollte keinesfalls frisches Obst dazu, frisches Obst sei "schwul", wobei momentan vieles bei ihm "schwul" ist: Länder, Autos, Schuhe, alles, außer Jungs. Er füllte sich Vanillecreme randvoll in seine Müslischale, worauf Ben seinen Bruder einen "Lauch" nannte, der immer so "losermäßig rumspackt beim Essen."

Als Ben sein Obst mit einem Klacks Paradiescreme veredeln wollte, sagte Caspar "reingespuckt". Und dann gab es Streit.

Ben brüllte, er wolle nie wieder mit seinem "Snackosaurus von einem Bro" zu Abend essen, Caspar meinte, da wäre jetzt Beef am Start, nahm seine Schale und ging in sein Zimmer, zocken. Warum er das Dessert "Beef" nennt und Ben, der im Vergleich zu Caspar wirklich dünn wie ein Schnittlauch ist, seinen Bruder Lauch? Laut Google ist Lauch ein Trottel und Beef Stress. Einer der Beef-Lauchs isst dann also Erdbeeren, der andere Vanillecreme, nach dem Abendessen bin ich froh, wenn endlich Feierabend ist.

Am Wochenende kaufe ich ich ab und an Lebensmittel aus der Kategorie "Warum kaufst du das überhaupt?!" Genauso könnte man mich fragen, warum ich mein Auto nicht mal wieder sauge.

"Sieht aus wie Vogelkacki. Ess ich nicht."

Da mein Wunsch nach meiner früheren Kleidergröße dem gesunden Essen für die Kinder durchaus entgegen kommt, habe ich natürlich einige Süßsubstitute ausprobiert: Naturquark mit Kokosblütenzucker, Dattelkonfekt statt Schokolade. Experimente mit Backrezepten wie kandierten Waldbeeren aus glutenfreiem Eischnee mit mehlfreiem Mehl und zuckerfreiem Zucker. Als ich die kleinen süßen Häufchen aus dem Backofen zog, sagte Ben: "Sieht aus wie Vogelkacki. Ess ich nicht."

Schon beneidenswert diese Mütter, die kurz vor den Wechseljahren noch immer Gymnasiastenpos und Größe 36 haben: Pilates statt Pretzels, für mich ist das Stress statt Spaß. Deren Kinder kollabieren übrigens jedesmal fast vor Gier, wenn sie bei mir vor dem Süßigkeiten-Schrank stehen.

Genuss-Verboten stehe ich immer schon kritisch gegenüber, denn die Geheimwaffe der Top-Geshapten bleibt unverändert: Verzicht und Magenknurren, auch wenn ihr Magen vermutlich bereits auf Erbsengröße geschrumpft ist und sie ihren Hunger gar nicht mehr bemerken. Sicher, meine Kinder sind häufig Zeugen meiner Maßlosigkeit, wenn ich eine Zehnerpackung Mozartkugeln wegmache, ja unter einer Tüte "Kates Popcorn" pro Nase fange ich gar nicht erst an. Ich weiß, ich bin nicht immer ein tolles Vorbild. Aber ich esse weder abgezählte Erdnüsse, noch trinke ich ein(!) Glas Rotwein, also dann lieber gar keines.

Schuld an allem soll die Mandarinensahnetorte sein

Bis heute wissen Menschen aus meinem familiären Umfeld, dass Caspars Disposition zur Maßlosigkeit bereits im Mutterleib entstanden ist. Er könne also nichts dafür. Vor nunmehr 15 Jahren, erspähte ich hochschwanger im Schaufenster bei "Butter-Lindner" die Mandarinensahnetorte. Der Vater des ungeborenen Caspar nannte mich "Wali" oder wahlweise "100-100-100", er wollte verhindern, dass ich den Laden betrat: den Kuchen gebe es nur am Stück! Für mich kein Grund, ihn nicht zu kaufen und ihn nicht sofort zu essen.

So wurde Caspars Essverhalten laut Legende in meiner Schwangerschaft geprägt. Die übrigens wissenschaftlich nicht haltbare These, warum er bis heute weder Gemüse noch Vitamine isst, seine Blässe, die Ränder unter den Augen, nicht ganz so gute Noten: Die Mandarinensahne ist schuld!

Mit Ben im Bauch bin ich übrigens täglich über die Stadtautobahn zur "Kleinen Konditorei" gecruist, nur um Walnuss-Schnecken zu kaufen. Mit Ben war ich doppelt so dick wie bei Caspar.

Das Gerücht über die ungerecht verteile Disposition aufgrund meiner Disziplinlosigkeit wollte ich endlich mal aus der Welt schaffen. Beide Kinder haben gerecht und zu gleichen Teilen meine Fress-Attacken abbekommen. Also nicht, dass ich mir alles verzeihe, wirklich nicht. Aber Mandarinensahnetorte hin oder her, es hätte schlimmer kommen können.

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(