HOME

Kann uns Gemüse krank machen?: US-Arzt behauptet: Die "größte Gefahr der amerikanischen Ernährung" ist Gemüse

Es lauert eine neue Gefahr, und zwar in Ihrer Salatschüssel. Das behauptet zumindest ein US-Arzt in seinem Buch "Böses Gemüse". Was dahinter steckt, und was Sie überhaupt noch essen dürfen - wir haben uns die Lektüre vorgenommen und mit einer Expertin darüber gesprochen.

Gemüse

Kann uns Gemüse wirklich krank machen?

Getty Images

Dieses Buch wird alles ändern, was wir bisher über Lebensmittel wussten. Das behauptet der US-Arzt Steven R. Gundry, Autor des Werkes "Böses Gemüse". Für ihn steht fest, Gemüse ist böse und kann uns krank machen. Aber wurde uns nicht jahrzehntelang eingebläut, zwei Drittel unserer Teller mit Gemüse zu füllen? Und wie! Gundry ist sich aber sicher, dass Vollkorn schlapp macht, Tomaten den Darm reizen und Nüsse Allergien fördern. 

Die Übeltäter, die im Gemüse enthalten sind, heißen Lektine. Gefährliche Proteine, die in vielen angeblich gesunden Getreide-, Obst- und Gemüsesorten enthalten sind. Steven R. Gundry hat jene Lebensmittel auf seine schwarze Liste gesetzt und behandelt als erster Mediziner weltweit Patienten mit einer lektinfreien Ernährung. So hat er nach eigenen Angaben in seiner Privatklinik erfolgreich Allergien, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Asthma, Autoimmunkrankheiten, Diabetes und Übergewicht behandelt.

Tatsächlich können Lektine gesundheitsgefährdend sein. Beispielsweise die Lektine in rohen Hülsenfrüchten. Das darin enthaltene Protein kann sich an die roten Blutkörperchen binden und diese verklumpen. Beim Kochvorgang verändern die Lektine in den Hülsenfrüchten aber ihre chemische Struktur und werden ungefährlich. Das bestätigt auch Ernährungsexpertin Dagmar von Cramm im Gespräch mit dem stern: "Bei Hülsenfrüchten mit ihren Lektinen gilt: nicht roh verzehren - gegart sind sie völlig unbedenklich." 

 

Tomaten, Auberginen und Vollkorn sind "böse"

Böses Gemüse. Wie gesunde Nahrungsmittel uns krank machen. Lektine - die versteckte Gefahr im Essen. Von Steven R. Gundry. Beltz-Verlag. 384 Seiten. 19,95 Euro.

Böses Gemüse. Wie gesunde Nahrungsmittel uns krank machen. Lektine - die versteckte Gefahr im Essen. Von Steven R. Gundry. Beltz-Verlag. 384 Seiten. 19,95 Euro.

Der amerikanische Arzt Steven Gundry, der sein Medizinstudium an der renommierten Yale Universität abgeschlossen und anschließend jahrelang als Herzchirurg an diversen Krankenhäusern praktiziert hat, will uns davon überzeugen, dass wir Tomaten und Auberginen, Hülsenfrüchte oder Vollkorn aus unserem Speiseplan streichen sollten. Stattdessen sollten wir nur noch auf Fenchel, Spinat und Brokkoli und andere lektinfreie Gemüsesorten zurückgreifen.

Ernährungsexpertin Dagmar von Cramm findet diese "Dämonisierung von Vollkorn und Gemüse" ziemlich absurd. "So zeigen alle großen Vegetarierstudien, dass deren Zinkversorgung besser ist als die des Durchschnittsessers. Dass die im Vollkorn enthaltene Phytinsäure Nachteile hat, ist bekannt. Aber schon beim Einweichen und erst recht beim Säuern oder Gären von Teig wird sie abgebaut - in fertigem Vollkornbrot ist sie nicht mehr nachweisbar. Die meisten Lektine sind in bestimmten Schimmelpilzen - und die sind nicht zum Verzehr geeignet. Dass man auch bei Vollkorn, Gemüse & Co des Guten zuviel tun kann, ist klar: empfindliche Menschen haben eventuell Probleme mit Blähungen."

Bei Gundry hört sich das dagegen wesentlich dramatischer an: Er berichtet, er habe selbst jahrelang mit Übergewicht, erhöhtem Blutdruck, Migräne, Arthritis, einem hohen Cholesterinspiegel und Insulinresistenz zu kämpfen gehabt. Obwohl er glaubte, er würde alles richtig machen: er achtete auf Vollwertkost und fettarme Ernährung.

Heute versichert Gundry seinen Patienten, je mehr Gemüse mit vielen Samen sie aus ihrer Ernährung streichen, wie Gurken oder Kürbis, desto besser fühlen sie sich und können ihre gesundheitlichen Probleme lindern oder überwinden. Er selbst habe durch seine Ernährungsumstellung 30 Kilogramm abgenommen und alle gesundheitlichen Einschränkungen überwunden. Gundry verteufelt lektinhaltiges Gemüse sogar so sehr, dass er es als die "größte Gefahr der amerikanischen Ernährung" bezeichnet.

Was dürfen wir eigentlich noch essen?

Zugute halten muss man Gundry, dass er zumindest erwähnt, dass nicht alle Menschen auf lektinhaltige Lebensmittel reagieren. Nach seiner Lektüre aber bleibt man verwirrt zurück. Vor allem, wenn man sich die Liste von Lebensmitteln anguckt, die man nach Einschätzung des Arztes nicht mehr essen darf.

Die Expertin:  Dagmar von Cramm ist Ernährungswissenschaftlerin (Dipl. oec. troph). Sie ist Fachjournalistin und Buchautorin.

Die Expertin:

Dagmar von Cramm ist Ernährungswissenschaftlerin (Dipl. oec. troph). Sie ist Fachjournalistin und Buchautorin.

Wissenschaftlich fundiert sind seine Aussagen übrigens nicht. Es liegen keine Studien dazu vor, ob  eine lektinfreie Ernährung einen positiven Effekt auf Krankheiten und Übergewicht hat. Gundrys Behauptungen beruhen wesentlich auf seinen eigenen Erfahrungen und der Behandlung von Patienten in seiner Privatklinik. Auch die Ernährungswissenschaftlerin Dagmar von Cramm nimmt Gundrys Theorie den Wind aus den Segeln: "Im Rahmen einer vollwertigen Kost sind drei Gemüseportionen - gegart und als Rohkost - und viermal Vollkorn - ob als Brot, Pasta, Müsli, Porridge oder pur gegart (Reis, Bulgur, Graupen, Couscous) unproblematisch. Reine Rohköstler können tatsächlich Probleme haben." 

Es scheint, als wären Lektine das neue Gluten, das neue Fett, der neue Zucker. Für die Expertin steht fest: "Da wird wieder eine neue Sau durchs Dorf getrieben und alle McDonald's Fans, Grillfreaks und Kuchenliebhaber werden sich bestätigt fühlen. Schade - das stiftet Verwirrung und hilft nicht weiter."

+++ Im aktuellen stern können Sie lesen, welche Lebensmittel im Körper eine medizinische Wirkung entfalten. Sie hemmen Entzündungen, verlangsamen das Altern, halten uns schlank und gesund. Darunter sind auch Hülsenfrüchte und Tomaten. +++

 

Gesundes Essen: Ernährungsexperte Bas Kast im aktuellen stern: "Fett macht fett? Das ist altes Denken!"


 

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.