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Gutes aus dem Küchengarten Ein Manifest fürs Gemeinschaftsgarteln

Gutes aus dem Küchengarten: Ein Manifest fürs Gemeinschaftsgarteln

Die Stadtgärtner organisieren sich. Im Herbst 2014 wurde ein Manifest verabschiedet, das Urban Gardening zu einer politischen Verortung zu führen. Gemeinschaftliches Stadtgärtnern ist mehr als nur schöne Gestaltung von Orten oder Plätzen. Es ist gemeinschaftliche Aktivität, Schaffen eines Ruheortes, Lernortes, einer Brücke zwischen Stadt und Land. Das Manifest hat sein Ziel wie folgt beschrieben:

"Die Autorinnen und Autoren des Manifests wünschen sich einen gesellschaftlichen Diskurs über die Bedeutung von Gemeinschaftsgärten im öffentlichen Raum und über die Bedeutung von Stadtnatur für eine lebenswerte und fair handelnde Stadt in der Welt. Sie fordern Entscheidungsträger*innen in Politik, Planung und Verwaltung zur Unterstützung auf, um der Bedeutung von Gemeinschaftsgärten durch verbindliche Regelungen nachhaltig gerecht zu werden."

So heißt es im Manifest bzw. auf der Webseite dieser Aktivität, das aus einer 2012 veranstalteten Tagung der Evangelischen Akademie Tutzing hervorgegangen ist. Das Manifest kann jeder mithelfen umzusetzen und gleich zu Beginn der Initiative "Urban Gardenig Manifest" haben 80 Projekte das Manifest unterschrieben.

Für mich interessant zu sehen ist, dass auch ein Projekt in Graz von Beginn an mit dabei ist. Denn in Graz hatte ich studiert und im Frühling 2012 eine Gruppe an Studenten kennengelernt, die an meinem Heimatinstitut (Geografie) studierten. Diese Studenten setzten damals gerade ein Urban Gardening Projekt im Innenhof eines der Universitätsgebäude um.

Urbane Gemeinschaftsgärten stellen ein Gemeingut dar. Sie müssen frei von Kommerzialisierung und Privatisierung gehalten werden, weil diese Gemeinschaftsgärten Lern- und Naturraum für die Menschen einer Stadt sind. Sie verbinden uns mit dem gemeinsamen Ziel, eine lebenswerte Stadt zu gestalten und selbst daran mitzuarbeiten. Frei nach dem Motto: Wir leben von und mit der Stadt.

Übrigens fand ich die Information über dieses Manifest in der neuen Ausgabe von "Ökologie & Landbau", in den Kurzmeldungen auf Seite 7. Auch der übrige Inhalt dieser Ausgabe ist zu empfehlen. So stellen sich die Autoren die Frage, ob Geld bereits ausgedient hat, und setzen sich in einem Beitrag kritisch mit der Größe von Biobetrieben auseinander. Auch Alternativen zur Finanzierung und Organisationsform der Biolandwirtschaft werden beschrieben. Als Beispiel dient die Kooperative. Boden als Gemeingut wird diskutiert, und die Frage nach einem ökologischen Modell zur Milchziegenzüchtung gestellt.

Eine informative Ausgabe für alle Küchengärtner, nicht zuletzt deswegen, weil das Thema Stadtgärtnern (Urban Gardening) sich durch viele Artikel der neuen "Ökologie & Landbau" zieht.


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