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Willkommen in Hamburg!: Wenn ein Afghane zum ersten Mal Labskaus probiert

Nicht nur für Neu-Hamburger ist Labskaus eine Herausforderung. Ein Werbespot der Initiative "Welcome Dinner" zeigt, dass Integration auch durchs Essen gelingen kann.

Integration mithilfe von Labskaus

Integration mithilfe von Labskaus

"Ich bin Krieg und Bomben entkommen, bin nach Europa geschwommen – und immer wieder gerannt. Bis nach Hamburg. Kein Zaun war zu hoch, kein Meer war zu tief, kein Tag war zu lang. Ich habe das alles geschafft. Aber DAS schaffe ich nicht." Der junge Afghane blickt in einem Spot für "Welcome Dinner Hamburg" auf seinen Teller. Darauf: Labskaus. Eine Hamburger Spezialität, wie ihm ein älteres Ehepaar erklärt.

Die Initiative "Welcome Dinner Hamburg" vermittelt seit zwei Jahren Abendessen zwischen Hamburgern und Geflüchteten. Bereits mehr als 2000 Gäste konnten so die Gastfreundschaft der Hamburger erleben, Deutsch üben und miteinander essen. Auf den Tellern landet Grünkohl, aber auch Lasage. Der Spot "Labskaus" des Hamburger Regisseurs Gaullo zeigt, wie man Integration auch humorvoll aufbereiten kann. "Labskaus ist halt eine echte Herausforderung - genauso wie Integration", erklärt der Regisseur seinen Einfall.

Essen verbindet

Labskaus ein Kartoffelgericht mit gepökeltem Rindfleisch und Roter Bete. In Hamburg isst man es am liebsten mit Matjes, roher Zwiebel und einem Spiegelei. Ein gewöhnungsbedürftiges Gericht. "Ich finde es wichtig, dass wir mit Offenheit und Neugier auf die neuen HamburgerInnen zugehen, zuhören und von uns erzählen. Da ist ein gemeinsames Abendessen ein kleiner, perfekter Anfang für eine große, gemeinsame Aufgabe", sagt der Regisseur. 

Bei dem jungen Afghanen handelt es sich um den 20-Jährigen Fardin Heidari, einen Schauspieler. Heidari ist seit vier Jahren mit seinen Eltern im Hamburg. Das Gastgeber-Paar spielt Heino Grünewald und die bekannte Hamburger Schauspielerin Elga Schütz. Sie findet das Signal, das von einer Einladung ausgeht, großartig: "Wer zum Essen eingeladen wird, der ist wirklich willkommen."

Der Film soll "noch mehr Hamburger für diese unkomplizierte Kontaktmöglichkeit begeistern", heißt es vom 20-köpfigem Team von "Welcome Dinner"."Er zeigt die spannende Seite von Integration - sich auf etwas Neues einzulassen. Und das gelingt, weil der Zuschauer die Sicht des Flüchtlings einnimmt."


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