HOME

Das sagen Experten: Warum Sie weißen Reis nicht (in großen Mengen) essen sollten

Unter Ernährungswissenschaftlern wird weißer Reis kontrovers diskutiert. Die einen nennen ihn eine Quelle für leere Kalorien, die anderen halten ihn in Maßen für in Ordnung. Was stimmt?

Weißer Reis

Ist weißer Reis gesund?

Getty Images

In Asien steht Reis täglich auf dem Speiseplan. Er gehört zum Grundnahrungsmittel von Milliarden von Menschen weltweit. Zu kaufen gibt es Reis in den verschiedensten Sorten. Am häufigsten wird aber weißer Reis konsumiert. Viele denken, weißer Reis sei gesund. Das hängt wohl damit zusammen, wie man ihn isst. In Form eines asiatischen Gerichts mit viel Gemüse wird der Sättigungsbeilage Leichtigkeit verliehen.

Aber ist weißer Reis wirklich leicht und auch gesund?

Brauner Reis hält länger satt

Aus ernährungswissenschaftlicher Sicht ist brauner Reis besser als weißer Reis. Woran das liegt? Weißer Reis wird zu schnell verdaut und wandelt sich in Zucker um. Nur für eine kurze Zeit ist man satt. Brauner Reis hingegen wird (wie Vollkorn) langsamer verdaut, er enthält mehr Ballaststoffe und füllt den Magen länger und beugt so Heißhungerattacken vor. 

"Weißer Reis ist nicht so gesund. Er ähnelt weißem Mehl. Der einzige Unterschied:  Reis wird meist mit viel Gemüsebeilage gegessen, während weißes Mehl zu süßen Teilchen - oder als Brot mit Butter und Aufschnitt gekrönt wird", sagt die Ernährungsexpertin Dagmar von Cramm auf Nachfrage des stern. "Dafür ist Reis gut für Allergiker und bei Zöliakie. Reis ist glutenfrei." 

Reis ist häufig mit Arsen belastet, das kann in großen Mengen Krebs auslösen. Die Verbraucherzentrale warnt deshalb davor, sehr viel Reis zu essen und rät, Kleinkindern Reisprodukte wie Reiswaffeln nur in Maßen zu geben.

Brauner Reis hat mehr Nährstoffe als weißer Reis

Beim weißen Reis handelt es sich um "polierten Reis". Das bedeutet, dass die nährstoffreiche Silberhaut sowie die darunter liegende Samenschale bereits entfernt wurden. So kann Reis länger gelagert werden - und in der Zubereitung ist er auch schneller als brauner Reis. Trotzdem: Erst das Polieren von Reis hat zur Entdeckung von Vitamin B1 geführt. Das bestätigt die Ernährungsexpertin Dagmar von Cramm. Als ganze Bevölkerungsgruppen (beispielsweise auf Java) sich weißen Reis leisten konnten, wurden sie krank. Sie litten unter Vitamin B1-Mangel, was zu Nervenentzündungen führen kann. 

Gut zu wissen: Darf man Reis nochmal erhitzen?

Ein US-Mediziner bezeichnete gegenüber dem "Independent" weißen Reis einst als "stripped carb", also als "abgestreiftes Kohlenhydrat". Er sagt, durch das Polieren würden wichtige Nährstoffe einfach abgestreift werden. Darunter fällt für ihn nicht nur weißer Reis, sondern auch Weißbrot, Weizentortillas oder Frühstückscerealien.

Brauner Reis wird meist als Vollkornreis oder unpolierter Naturreis angeboten. Sein Eiweiß- und Fettgehalt sind durch die noch vorhandene Silberhaut sehr viel höher. Zudem enthält er mehr als die doppelte Menge an Magnesium als weißer Reis.

Wer übrigens denkt weißer Reis hätte weniger Kalorien als Pasta, der irrt. 100 Gramm gekochter Reis kommt auf 130 Kilokalorien - genau so viel wie Nudeln.

Themen in diesem Artikel