VG-Wort Pixel

Kulinarisches Rätsel Warum fehlt der Kuchengabel eine Ecke?

Kuchengabel
Da fehlt doch ein Stück an der Kuchengabel, aber warum eigentlich?
© iStockphoto
Alltägliche Dinge wie Kuchenessen sind für uns selbstverständlich. Aber haben Sie sich eine Kuchengabel mal genauer angesehen? Der linke Zacken ist breiter und es fehlt eine Ecke. Warum? Das klären wir in Teil 3 unseres kulinarischen Rätsels.

Schon bei den Römern wurden Gabeln verwendet - kleine, zwei-, drei- oder vierzinkige Gabeln. Meist wurden diese aus weichen Metallen wie beispielsweise Kupfer, Messing oder Silber gefertigt. Normale Gabeln, die wir zum Essen benutzen, haben meist vier Zacken. Eine Kuchengabel hat aber nur drei, dass liegt vor allem daran, dass die kleine Gabel mit mehr Zacken viel zu instabil wäre und Teile leichter abbrechen könnten. Demnach ist zumindest die Frage geklärt, warum eine Kuchengabel nur drei Zacken hat. Aber weshalb fehlt dem linken Zacken eine Ecke?

Erst vorherige Woche konnten wir das Mysterium des Spaghetti-Löffels mit dem Loch in der Mitte lösen. Dabei ist die Funktion des Lochs im Spaghetti-Löffel eigentlich ersichtlich; es dient dazu, dass das Wasser ablaufen kann, wenn man die gekochten Spaghetti aus dem Wasser fischt. Aber eine weitere Funktion verblüffte das Netz: Es ist auch eine Dosierungshilfe. Denn genau eine Portion (trockene) Spaghetti passen in das Loch.

Auch auf die Frage, warum der Pfannenwender Schlitze hat, gibt es eine einfache Antwort. Die Öffnungen in der Platte des Pfannenwenders - egal ob Schlitze oder Löcher - sollen verhindern, dass beim Umwenden heißes Fett verspritzt. Außerdem beugen sie sogar Verbrennungen durch Fettspritzer beim Kochen vor.

Aus Messer und Gabel wurde eins

Die Kuchengabel stellt uns vor ein weiteres kulinarisches Rätsel: Der linke Zacken ist etwas breiter als die anderen beiden – und es fehlt sogar eine Ecke. Warum das so ist? War ein Kuchen besonders fest, konnte es leicht sein, dass die Kuchengabel verbog oder sogar brach. Deshalb verbreiterte man einfach die eine Zacke, um damit mehr Stabilität zu schaffen. Jetzt hält sie auch hartem Gebäck stand.

Bis Anfang des 20. Jahrhunderts war es noch üblich Kuchen mit Messer und Gabel zu essen. Dann verschmolzen die beiden zu einem: einer Gabel mit integriertem Messer. Die fehlende Ecke soll dazu dienen, dass man mit der Gabel Essen aufspießen oder aber den harten Mürbeteig durchstechen kann. Heute wird Besteck übrigens aus Edelstahl hergestellt, das nicht verbiegen oder brechen kann – zumindest nicht wegen eines harten Teigs. Die verbreiterte Zacke ist daher überflüssig. Dennoch werden heutige Modelle oft noch mit einer breiten Zacke produziert – vermutlich aus nostalgischem Wert.

dsw

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker