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Ein Rechenbeispiel: Für vegetarischen Wurstaufschnitt sterben mehr Tiere als für das "Original"

Seit einigen Jahren sind vegetarische Wurstwaren in deutschen Supermärkten auf dem Vormarsch. Die Kunden werden mit grünen Verpackungen und der Aussicht gelockt, etwas für das Tierwohl zu tun. Tatsächlich aber kommt auch Veggie-Wurst nicht ohne tote Tiere aus.

Wie viele Tiere sterben für Veggie-Wurst?

Wer Veggie-Wurst kauft, schont das Schwein. Dafür muss ein anderes Tier sein Leben lassen.

DPA

Als die Marketing-Manager der großen Wurstwaren-Hersteller vor mittlerweile sechs Jahren begannen, über vegetarische Alternativen nachzudenken, mussten sie einiges Gelächter und viele Sprüche ertragen. Heute prangt Veggie-Wurst überall in den Verkaufstheken der Supermärkte. Und auch wenn überzeugte Vegetarier eher selten Ersatzprodukte kaufen, freuen sich Hersteller seit Jahren über immer mehr Kunden, die anstelle des tierischen "Originals" zur Veggie-Alternative greifen.

Das sind in erster Linie solche Verbraucher, die für eine kurze Zeit vegetarisch leben, einen oder mehrere Tage in der Woche auf Fleisch verzichten wollen oder eine umwelt- und tierfreundlichere Ernährung testen möchten. Wer sich jedoch gut informiert hat, lässt meist (zurecht) die Finger davon. Denn: Auch wenn für Veggie-Wurst kein Schwein geschlachtet wird, so geht es doch gleich mehreren Hühnern an den Kragen. Wir haben einmal nachgerechnet.

Eine Beispielrechnung zur Bilanz einer Veggie-Wurst:

So besteht beispielsweise die Mortadella einer bekannten deutschen Marke laut Herstellerangaben zu 74 Prozent aus Fleisch. Nehmen wir mal an, man hätte ein durchschnittliches Schwein und würde es mit dem durchschnittlichen Schlachtgewicht von 94,25 Kilogramm schlachten.

Von dem Tier werden etwa 80,6 Prozent für den menschlichen Verzehr verwertet, die übrigen 19,4 Prozent sind Verlust (Knochen und Fett). Etwa 11,4 Prozent des gesamten Schweins werden für die Herstellung von Wurst verwendet. Für unsere Rechnung, gehen wir allerdings von den 80,6 Prozent aus, weil auch der übrige Teil des verwerteten Fleisches für den menschlichen Verzehr genutzt wird. 

Bei einem Schlachtgewicht von 94,25 Kilogramm hätte man am Ende also 75,97 Kilogramm Verzehrfleisch, davon 10,75 Kilogramm Wurstfleisch für beispielsweise die Mortadella. Weil die von uns beleuchtete Marken-Mortadella nur zu 74 Prozent aus Fleisch besteht, könnte man aus den 75,97 Kilogramm Verzehrfleisch demnach 102,66 Kilogramm Mortadella herstellen.

Ein Huhn im Legebetrieb lebt nur 15 Monate 

Dieselbe Marke hat auch eine vegetarische Mortadella im Angebot. Diese besteht zu 70 Prozent aus Eiklar. Für die errechneten 102,66 Kilogramm Wurst würde man also rund 71,86 Kilogramm Eiklar benötigen.

Ein Ei wiederum wiegt durchschnittlich 57 Gramm und besteht zu 58 Prozent aus Eiklar, das sind 33,06 Gramm. Für 71,86 Kilogramm Eiklar braucht man demnach rund 2174 Eier (das Eigelb wird in dieser Rechnung nicht berücksichtigt). Eine Henne legt aber nur rund 300 Eier pro Jahr und wird schon nach 15 Monaten geschlachtet, weil ihre Eierproduktion nachlässt. Für 2174 Eier braucht es somit fast sechs Hennen. Weil aber bei der Züchtung von Legehennen die männlichen und damit nicht eierlegenden Küken in den meisten Betrieben getötet werden, kommt man insgesamt auf zwölf Hühner. 

Am Ende entscheidet der Verbraucher

Zusammengefasst bedeutet das: Man braucht zwölf Hühner, um die gleiche Menge vegetarische Mortadella herzustellen, die aus einem Schwein fürs "Original" gewonnen wird. Um Missverständnisse zu vermeiden, sei an dieser Stelle gesagt, dass dieses Rechenbeispiel nicht als Anstoß dienen soll, mehr Fleisch zu essen oder vegetarische Produkte aus der Küche zu verbannen. Es soll lediglich hinterfragt werden, ob vegetarische Wurst das halten kann, wovon viele Kunden beim Kauf ausgehen: Tieren etwas Gutes zu tun. 

Bilder aus Legebetrieben für Massentierhaltung sind ebenso wie solche aus Massenschlachtungen, nur schwer zu ertragen. Männliche Küken leben nur wenige Stunden, werden auf Fließbändern aussortiert und laufen von dort aus lebend in eine Schreddermaschine oder werden in kleinen Kammern vergast. Etwa 50 Millionen männliche Küken werden auf diesem Wege jedes Jahr in Deutschland getötet, schreibt die Tierschutzorganisation Peta.

Unter welchen Bedingungen die weiblichen Küken aufwachsen und Eier legen, entscheidet der Verbraucher beim Kauf. Es gibt auch kleinere Hersteller, die veganen Wurstaufschnitt produzieren, der ohne Eiklar auskommt, unsere Rechnung geht lediglich vom Marktführer in diesem Produktsegment aus. Außerdem bestehen Betriebe, die männliche Küken aufziehen und beiden Geschlechtern ein artgerechtes Leben bis zur Schlachtung bieten, diese Eier sind jedoch deutlich teurer und werden in Bio-Geschäften angeboten. Im handelsüblichen vegetarischen Wurst-Aufschnitt wird man sie nicht finden.

Quellen: 

- Statista-Statistik zum durchschnittlichen Schlachtgewicht

- Bericht von Peta zur Nutzung von Eiern

- Bericht der Albert Schweitzer Stiftung zur Haltung von Legehennen

- Bericht der Albert Schweitzer Stiftung zu Eintagsküken

- Bericht von vebu zur Hühnerzucht und Hühnerhaltung in der Eiproduktion

- Bericht zur Eierproduktion des Umweltinstituts München e.V. 

- Bericht zur Schweineschlachtung der Fleischerei-Berufsgenossenschaft

Themen in diesem Artikel
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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.

Von:

Derik Meinköhn und