HOME

Fischbrötchen: Schillerlocken: Wissen Sie eigentlich, was Sie da essen?

Im Norden sind sie Klassiker: frische Brötchen, belegt mit Matjes, Bismarck oder Backfisch. Ab und an landet aber auch eine "Schillerlocke" zwischen den Brötchenhälften. Warum Sie diese Fischspezialität besser nicht essen sollten.

Schillerlocke

Schillerlocke im Brötchen - was essen wir da eigentlich?

Noch vor 20 Jahren gehörte die Schillerlocke zum Standardangebot in norddeutschen Fischläden, aber auch in anderen Teilen der Bundesrepublik. Das Fischfilet wird dafür gesalzen und geräuchert. Seine Form im Brötchen sieht besonders appetitlich aus. Aber was sind Schillerlocken überhaupt?

Heutzutage liegen sie immer seltener in deutschen Fischtheken. Es handelt sich dabei um geräucherten Hai. Besser gesagt, um die Bauchlappen des Dornhais. Mittlerweile ist die Schillerlocke zur Delikatesse und der Fisch in europäischen Gewässern zur Seltenheit geworden. Dornhaie stehen auf der roten Liste der bedrohten Tierarten.

Ruhigen Gewissens kann man den Dornhai also seit langem nicht mehr essen. Die Bestände sind drastisch gesunken, der Fisch ist vom Aussterben bedroht. Greenpeace warnt daher schon seit einigen Jahren, den Dornhai nicht mehr zu essen. Die Art werde sehr spät geschlechtsreif und habe nur wenige Nachkommen. In der Nordsee ist der Dornhai bereits ausgestorben. Daher ist es per EU-Gesetz auch nicht mehr erlaubt, Dornhaie in den Gewässern der EU zu fangen und zu verkaufen. Der Import aber ist nicht verboten. Da es am Fisch hierzulande mangelt, werden bis zu 90 Prozent aus den USA importiert. Aber auch dort zeichnet sich das gleiche Bild ab: Die Bestände schrumpfen.

Finger weg von Hai, Schwertfisch und Thunfisch

Auch die Verbraucherzentrale rät vom Verzehr ab, weil der Dornhai sehr überfischt ist. Hinzu kommt die gesundheitliche Komponente. Wie alle Haiprodukte, ist auch das Fleisch des Dornhais stark mit Methylquecksilber belastet. Quecksilber sammelt sich im Körper an und kann zu Nieren- und Nervenschäden führen. Die WHO rät vor allem schwangeren Frauen, sowie Kindern und Jugendlichen ausdrücklich davon ab, Fisch zu konsumieren, der mit Quecksilber belastet sein könnte. Dies betrifft insbesondere Hai, Schwertfisch und Thunfisch.

Wer eine Schillerlocke im Brötchen beispielsweise an den Hamburger Landungsbrücken essen möchte, wird vergeblich danach suchen. Dennoch gibt es in der Hansestadt noch Fischläden, die Schillerlocken anbieten. Die Fischverkäufer halten trotz Überfischung daran fest. Gehörte das Fischfilet früher zum Standardsortiment, ist die Nachfrage heute zumindest rückläufig.

Vielleicht eine Chance, dass sich die Bestände des Dornhais wieder erholen. 

Kochen mit Denise: Megatrend Ceviche - so geht das Sushi der Anden
Themen in diesem Artikel