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Nachhaltigkeit Stimmt es eigentlich, dass Grillen mit Gas klimafreundlicher ist als mit Holzkohle?

CO2-Bilanz beim Grillen: Grillgut liegt auf dem Rost eines Holzkohlegrills
Klimarelevante Emissionen lassen sich vor allem durchs verwendete Grillgut in die ein oder andere Richtung beeinflussen
© Getty Images
Holzkohle, Gas- oder Elektrogrill, die Vorlieben sind verschieden. Aber wie hoch sind eigentlich die klimaschädlichen Emissionen, die dabei entstehen? Und welche Art von Grill ist am klimafreundlichsten? 

Stimmt es eigentlich, dass Grillen mit Gas klimafreundlicher ist als mit Holzkohle

Ja, die CO2-Emissionen, die beim Grillvorgang mit Holzkohle entstehen, sind etwa dreimal höher als bei Gas. Der TÜV Rheinland hat sich die gesamte Klimabilanz eines typischen Grillabends inklusive der Herstellung des Grills, der Gewinnung der Holzkohle, der Transportwege und auch der Erzeugung und Produktion von Fleisch und Gemüse angeschaut. Das Ergebnis: Die klimarelevanten Emissionen der unterschiedlichen Arten von Grills unterscheiden sich nur geringfügig. 

Bei einem typischen Grillabend für acht Personen fallen zwischen 17,5 und 18 Kilogramm CO2-Äquivalente an. Dabei werden neben CO2 auch andere klimaschädliche Gase wie Methan berücksichtigt. Der reine Grillvorgang ist mit einem Elektrogrill am klimafreundlichsten, vor allem wenn man Ökostrom nutzt. 

CO2-Bilanz: Das Grillgut ist entscheidend

Wirklich ausschlaggebend ist aber, was auf dem Grill liegt: 95 Prozent der Emissionen werden durch das Grillgut verursacht. "Alle Grillgeräte-Arten als solche können Sie im Vergleich zum Grillgut vernachlässigen", erklärt Ralf Diekmann vom TÜV Rheinland. "Den größten Hebel haben Sie bei dem, was auf dem Grill landet." 

Die Fachleute haben in ihrer vergleichenden Bilanz errechnet, dass die Umweltauswirkungen so eines Grillabends etwa denen einer Autofahrt von rund 120 Kilometern entsprechen. Aber man könne knapp 20 Prozent klimaschädliche Emissionen vermeiden, wenn auf Rindfleisch und Grillkäse verzichtet würde, und stattdessen Schweinefleisch und Würstchen auf dem Rost landen. Die Rinderhaltung, vor allem Milchkühe, ist in Deutschland für 87 Prozent der Methan- und Lachgasemissionen verantwortlich. Am klimafreundlichsten wäre – wenig überraschend – gegrilltes Gemüse aus der eigenen Region.  

Grundlage dieses Faktenchecks ist der erstmals im stern (Ausgabe 17/2021) erschienene Text "Ökobilanz: Gasgrill oder Holzkohle? Dinge des Alltags im Nachhaltigkeits-Check", den Sie im oben verlinkten Artikel in voller Länge nachlesen können.


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