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Mehr Produkttransparenz Fisch mit Seriennummer? So sollen Lebensmittel und Co. transparenter für den Verbraucher werden

Antoni Hauptmann
IT-Spezialist Antoni Hauptmann träumt vom Fisch mit der Seriennummer. Mit der Blockchain-Technologie soll die Lieferkette transparent werden. Der Verbraucher soll wissen, was er kauft.
© Christiane Schmidt / ZDF
Wer genau wissen will, woher ein Produkt stammt und wie es hergestellt wird, hat es oftmals schwer. Die ZDF-Dokumentationsreihe "plan b" stellt Menschen vor, die für mehr Transparenz sorgen wollen.

Woher kommen die Lebensmittel, die wir essen? Wer hat den Kaffee angebaut, wer den Fisch gefangen? Bis ein Lebensmittel in der Tasse oder auf dem Teller landet, ist es oftmals ein weiter Weg. Genau nachzuvollziehen ist der für Verbraucher aber meist nicht. Es fehlt an Transparenz. Diese aber wird immer wichtiger. Mehr und mehr Menschen wollen wissen, was genau sie eigentlich essen und unter welchen Umständen das Lebensmittel produziert wurde. Die ZDF-Dokumentationsreihe "plan b" stellt Menschen vor, die für mehr Transparenz sorgen wollen.

Einer von diesen Menschen ist Antoni Hauptmann. Er möchte den Weg der Lebensmittel von seinem Ursprung bis zum Verbraucher offenlegen - lückenlos und fälschungssicher. Grundlage dafür ist eine Software, basierend auf der "Blockchain"-Technologie. Dabei werden Daten gesammelt und miteinander verkettet. So entsteht ein Protokoll, durch das jedes einzelne Element der Lieferkette rückverfolgt werden kann.

Produktinformationen einsehbar machen

Verbraucher bekommen durch diese Dokumentation einen Einblick hinter die Kulissen. Wie es gehen kann, zeigt beispielsweise die Fair-Trade-Kaffeemarke Solino. Über eine QR-Code auf der Packung können Käufer alle wesentlichen Informationen abrufen und das bis ins letzte Detail. Selbst der Name des Kaffeepflückers ist darin vermerkt.

Aktuell hat Hauptmann aber ein anderes Ziel vor Augen - den Fisch. Mit seiner Technologie will er zum nachhaltigen Fischfang beitragen. Für ein Pilotprojekt für einen großen Tiefkühl-Lebensmittelhersteller macht sich Hauptmann daher auf, die Geschichte des Fisches aus dem Meer bis zur Fischfrikadelle auf dem Teller nachzuzeichnen. Dafür fährt er auf einem Fischtrawler mit, protokolliert, wo und wie der Fisch gefangen wird. Seine Vision: "Der Fisch mit Seriennummer. Das ist, was interessant ist."

"plan b" begleitet außerdem einen Textilhersteller und seinen Großkunden auf einer Geschäftsreise nach Indien, an den Anfang der Lieferkette - zu den Baumwollfarmen. Mit diesen Reisen sollen die Kunden für die Produktionsabläufe sensibilisiert werden. Indem sie mit eigenen Augen sehen, wie vor Ort gearbeitet wird. "Von den meisten Produkten, die wir nutzen, wissen wir gar nicht, wo sie herkommen", meint der Textilhersteller Ralf Hellmann.

Mit seiner Firma Dibella stellt er Bett- und Tischwäsche für Hotels, Krankenhäuser und Restaurants her. Wie fast alle Textilhersteller hat er die Produktion längst aus Europa verlagert. Unter anderem nach Indien. Sein Ziel: Jeder Produktionsschritt soll umwelt- und sozialverträglich sein – und ganz transparent. Seine Idee: Wenn seine Abnehmer einmal in ihrem Leben sehen, wer ihre Laken und Tischdecken herstellt, werden sie bereit sein, mehr Verantwortung zu übernehmen und höhere Preise in Kauf zu nehmen. 

Die Sendung "plan b: Wissen, was man kauft - Mehr Transparenz für Kunden" ist am Samstag, 29. August, ab 17.35 Uhr im ZDF zu sehen.

tpo

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