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Fett-Kompass Fressformel: Aus diesem Grund machen Chips süchtig

Kartoffelchips können süchtig machen
Warum fällt es so schwer, den Chipskonsum unter Kontrolle zu halten?
© SOMKHANA CHADPAKDEE / Getty Images
Es gibt Lebensmittel, die nicht kontrolliert gegessen werden können – so wie Chips. Einmal probiert, endet der "Fressflash" für viele erst, wenn die Tüte leer ist. Dass Chips einen Suchtfaktor haben, ist keine Mär. Schuld ist die Fressformel.

Erst einer, dann zwei, dann drei, dann vier und schwups ist die Tüte leer. Man isst nicht ein paar Kartoffelchips, auch nicht eine halbe Tüte, verschließt sie dann und packt sie zurück in den Schrank. Einmal mit dem Knabbern angefangen, hört man erst damit auf, wenn auch der letzte Kleinstkrümel im Mund verschwunden ist. Zumindest geht es den meisten Menschen so. Denn Chips haben wie andere fettige Lebensmittel Suchtpotenzial. Das ist eine Tatsache. Aber warum?

Die Antwort heißt Fressformel. So bezeichnet man eine bestimmte Zusammensetzung von Nährstoffen in Lebensmitteln, genauer: das Verhältnis aus Kohlenhydraten zu Fetten. Bereits aus Versuchen mit Tieren ist bekannt, dass eine bestimmte Mischung dieser beiden Komponenten regelrechte Fressorgien auslösen kann. Einen ähnlichen Effekt hat die Fressformel auf Menschen. Sternekoch Nelson Müller ist dieser und weiteren Fragen im ersten Teil einer neuen ZDF-Doku-Reihe nachgegangen. In "Der Fett-Kompass. Gut leben mit Burger, Chips und Margarine" wird die Fressformel so aufgedröselt: Besteht ein Lebensmittel zur Hälfte aus Fett und etwa zu einem Drittel aus Kohlenhydraten (oder: 50:35), dann aktiviert dieser Mix das Belohnungszentrum im Gehirn. Die Folge: Wir wollen mehr und mehr und mehr davon. 

Wie die Chips-Gier im Zaum halten?

Bekannt ist, dass Fett ein Geschmacksträger ist und Kohlenhydrate für Energie sorgen. Ob das allein aber das Suchtpotenzial ausmacht, ist umstritten. Denn die Ratten in dem Versuch fraßen von der speziellen Futter-Zusammensetzung zwar weitaus mehr als üblich, knapp ein Drittel mehr, wurden ihnen aber Kartoffelchips vorgesetzt, gab's kein Halten mehr. Ähnlich gierig stürzten sich die Tiere auch auf andere Knabbereien und Süßigkeiten wie Erdnussflips und Schokolade. Es spielen also, so die Vermutung, neben der Lebensmittelzusammensetzung auch noch weitere Faktoren eine Rolle wie beispielsweise die Konsistenz, der Geruch, aber auch Gewürze wie Salz.

Was also tun gegen die von Chips ausgelösten Fressanfälle? Nelson Müller rät dazu: "Chips nicht direkt aus der Tüte essen. Am besten umfüllen in eine Schale, vielleicht sogar in eine kleinere Schale. Dann sieht das Ganze nämlich voller aus. So kann man sich selber austricksen, um nicht zu viel Fett zu essen."

Warum Fett per se nichts Schlechtes ist und wie man sich trotz Versuchungen wie Burger, Chips und Margarine gut durch den Lebensmitteldschungel manövriert, darüber klärt Müller in "Der Fett-Kompass" auf. Die Folge ist wie die weiteren Teile "Der Eiweiß-Kompass" und "Der Zucker-Kompass" in der ZDFmediathek abrufbar. 

Quellen: Spektrum, Spiegel

tpo

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