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Gastronomie: Gegen die Einsamkeit: Gastronomen setzen Schaufensterpuppen an leere Tische

Weniger Besucher, viele freie Plätze und kaum Gemütlichkeit - damit sich die Restaurantgäste in Corona-Zeiten nicht allzu verloren fühlen im leeren Speisesaal, sollen ihnen mancherorts nun Puppen Gesellschaft leisten.

Schaufensterpuppen im The Inn At Little Washington

Im "The Inn At Little Washington" soll durch Schaufensterpuppen ein 40er-Jahre-Flair im Gastraum entstehen.

Nach Wochen der Schließung können Restaurants langsam wieder den Betrieb aufnehmen. Weil aber weiterhin Abstand gehalten werden muss, um die Ansteckungsgefahr mit dem neuen Corona-Virus möglichst klein zu halten, bleiben viele Tische leer.

Damit sich die Gäste des Hotel-Restaurant-Haase im niedersächsischen Laatzen dennoch nicht so allein im leeren Speiseraum wähnen, setzt Betreiberin Ulrike Haase neben den Gästen aus Fleisch und Blut auch auf Puppen. Vier haben bereits Platz genommen, drei weitere sollen folgen, wie Haase der "Braunschweiger Zeitung" berichtete. 

Kontrapunkt zum Leerraum

Haase ist nicht die Einzige, die Gefallen an dieser Idee gefunden hat. Denn in den USA plant Patrick O’Connell, Chef des Drei-Sterne-Restaurants "The Inn At Little Washington" im Bundesstaat Virginia, ebenfalls, dem neuen Leerraum mit Puppen entgegen zu wirken.

Virginia plant den Restaurantbetrieb unter freiem Himmel ab Freitag wieder zu erlauben – zunächst mit halber Kapazität. Ende Mai könnten dann auch die Innenbereiche folgen. Darauf setzt O’Connell, der ab dem 29. Mai wieder Gästen Abendessen servieren möchte.

Restaurant verwandelt sich in Kunst-Installation

Obwohl auch in Laatzen die Puppen in Szene gesetzt sind, geht O'Connells Vision noch etwas weiter. Seine Gäste sollen in ein 40er-Jahre-Flair eintauchen. Dafür werden die Schaufensterpuppen unter anderem in entsprechender Vintage-Kleidung arrangiert.

Die Restaurantbesucher werden dort also künftig in einer Kulisse speisen, die auch als Kunst-Installation verstanden werden darf. Professionelle Hilfe bekommt das Restaurant laut Informationen des "Eater" bei der Umsetzung vom Arlington's Signature Theater und der Design Foundry.


Quellen: Braunschweiger Zeitung, Eater