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Brauereien Monatelang ging nichts, jetzt füllen die Brauer endlich wieder Bier in die Fässer

In den Brauereien wird wieder Bier abgefüllt
Das Bier kann bald wieder in Strömen fließen – hoffentlich.
© CHROMORANGE / Ralph Peters / Picture Alliance
Mit dem Neustart der Gastronomie schöpfen auch die Brauereien wieder Hoffnung. Nach Monaten des Stillstands werfen sie die Anlagen wieder an, füllen Bier in die Fässer. Von Aufatmen kann aber keine Rede sein.

Es waren Bilder, die schmerzten. Weil die Brauer in der Pandemie auf ihrem Bier sitzen blieben, Fassbier so gut wie unverkäuflich wurde, landeten schätzungsweise Hunderttausend Hektoliter im Gully. Die Lager leerten sich. Jetzt aber, mit Blick auf den Neustart der Gastronomie, füllen die Brauereien wieder Bier in Fässern ab. "Die Brauereien sind gut vorbereitet auf das Wiederanlaufen der Gastronomie", sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes, Holger Eichele.

Die Fassbierabfüllungen seien vor etwa ein, zwei Wochen angelaufen. Die Gastronomen und der Getränkefachgroßhandel orderten allerdings in den meisten Fällen verständlicherweise noch sehr zögerlich. "Der Fassbiermarkt läuft mit gebremsten Schaum", beschreibt Eichele. Die Gastronomen hätten Monate der Schließung hinter sich, erhebliche Mengen Getränke und Lebensmittel mussten vernichtet werden - eine beispiellose Krise.

"Zeit voller Ungewissheit"

"Wir sind weit entfernt von einem planbaren verlässlichen Rückweg zur Normalität. Wir sind nach wie vor in einer Zeit voller Ungewissheit", unterstrich Eichele. Der Fassbiermarkt sei vollkommen zum Erliegen gekommen mit dem Beginn des zweiten Corona-Lockdowns im Herbst. Die Anlagen seien dann praktisch über ein halbes Jahr nicht gelaufen.

Es habe nur vereinzelt Abfüllungen in "homöopathischen Mengen" gegeben – Kleinstmengen oder Exportchargen. "Die Anlagen standen still, der Markt lag am Boden", verdeutlicht Eichele. Die Braubranche hatte zwar Zuwächse beim Absatz von Flaschenbier verzeichnet. Das konnte aber die Rückgänge bei Fassbier nach früheren Angaben nicht ausgleichen.

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Die Brauereikunden in der Gastronomie und im Getränkegroßhandel müssten selbst noch viele Unwägbarkeiten meistern. "Über allem schwebt das Damoklesschwert der Inzidenzen", sagte Eichele mit Verweis auf die Öffnungsschritte, die von einem stabilen Rückgang der Corona-Neuinfektionen abhingen. Die Fallzahlen könnten sich auch wieder ändern.

Hinzu komme noch der Wetterfaktor, der für die Außen-Gastronomie besonders wichtig sei. So seien für Pfingsten die Wetteraussichten nicht die besten. Andere Gastronomen könnten mangels Außenbereich noch gar nicht öffnen. Vor diesem Hintergrund kauften die Kunden in der Gastronomie sehr behutsam und vorsichtig Fassbier.

tpo dpa

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