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Zwist um Currywurst Virus, du hast die Wurst gestohlen - VW-Mitarbeiter erkämpfen Leibgericht zurück

Ohne die tägliche VW-Wurst wollten die Mitarbeiter nicht länger sein.
Ohne die tägliche VW-Wurst wollten die Mitarbeiter nicht länger sein.
© Julian Stratenschulte/ / Picture Alliance
Drama bei VW: Um die Mitarbeiter vor einer Corona-Infektion zu schützen, wurde die Ausgabe der Kult-Currywurst limitiert. Das sorgte für richtig schlechte Laune. Sogar der Betriebsrat musste eingreifen.

Die Mitarbeiter des VW-Konzerns litten in den vergangenen Monaten an Sehnsucht. Nicht genug, dass das Coronavirus sich im Land breit machte, es nahm den Mitarbeitern im Werk auch noch ihr Heiligstes: die Currywurst. Die gehört in der Wolfsburger Produktionsstätte seit Jahrzehnten fest auf den Menüplan, entsprechend groß war der Aufruhr, als die tägliche Wurstzufuhr auf ein Minimum reduziert wurde. Aber nur noch einmal die Woche Wurst? Nicht mit den Wolfsburgern. Die gingen auf die Barrikaden und holten gar den Betriebsrat mit ins Boot. Jetzt wurde die gute, alte VW-Wurst zurück erkämpft. Und es kann wieder Ruhe einkehren.

Für Außenstehende mag der Zwist um die Wurst eine gewisse Skurrilität in sich tragen. Eingeweihte aber wissen, die Currywurst ist mehr als ein schneller 0815-Snack. Die Wurst ist Kult und gehört zur VW-DNA. Schließlich wird sie seit Jahrzehnten in der hauseigenen Schlachtung hergestellt und ist ein "Volkswagen Originalteil". Diese Lettern prangern gar, ganz unbescheiden, auf dem Darm der Wurst. Einst wurden dafür sogar Schweine aus eigener Zucht genutzt.

Sieben Millionen VW-Würste

Welch hohen Stellenwert die Wurst hat, zeigen auch die Zahlen. Annähernd elf Millionen Fahrzeuge liefen im vergangenen Jahr beim Volkswagen-Konzern vom Band. Das war Rekord. Die Wurst muss sich nicht verstecken - auch von ihr wurden 2019 sieben Millionen Stück verkauft. Als Nummer 199 398 500 A ist sie gar im Firmenkatalog aufgeführt.

Die tägliche Wurstfütterung kam allerdings im Frühjahr zum Erliegen. Es war die Angst vor der Ansteckung mit dem Coronavirus, welche sie zum Snack non grata werden ließ. Denn bis zur Pandemie hatten die Mitarbeiter sich in den Kantinen täglich selbst die Würste aus dem Wärmebehältern angeln können. Das ging nun nicht mehr. Denn eine Grillzange, die durch viele Hände geht, verteilt womöglich auch das Virus breitflächig. Stattdessen wurde das Angebot reduziert.

Nur noch einmal die Woche stand die Currywurst auf dem Kantinenplan. Eine Einschränkung zu viel für die VWler. Vor allem, so schreibt die "Süddeutsche Zeitung", die Mitarbeiter in Halle 54 konnten und wollten die Limitierung nicht hinnehmen. Der Betriebsrat musste ran und machte das Happy End kurz vor Jahresbeginn möglich. Mitarbeiter und Wurst sind wieder vereint. In mehreren Restaurants des Werks wird die so schmerzlich vermisste Currywurst  wieder täglich angeboten - allerdings gereicht vom Kantinenpersonal, völlig coronakonform. Zumindest kulinarisch ist der Normalzustand also wieder hergestellt.

tpo

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