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Spende Brauerei verschenkt 15.000 Liter Bier an Bundeswehr, statt sie wegzuschütten

Jemand zapft Bier vom Fass
Feste finden nicht statt, Kneipen sind geschlossen – für Bier gibt es momentan wenig Bedarf
© Dusan Bartolovic / Getty Images
Bier wird in diesen Tagen nur zum Privatverbrauch benötigt – so fürchtete eine Brauerei, 15.000 Liter aus ihrem Lager in der Kanalisation versenken zu müssen. Jetzt wird das Bier an die Bundeswehr gespendet.

Bei der Brauerei Göller waren sie fleißig in den vergangenen Monaten – und dann war alles umsonst. Mehr als 300 fertig abgefüllte Fässer stehen im Lager des Unternehmens in der unterfränkischen Stadt Zeil am Main bereit, gefüllt mit insgesamt 15.000 Liter Bier. Reserviert waren sie für diverse Großveranstaltungen, die in diesen Tagen stattfinden sollten. Doch dann kam das Coronavirus, sämtliche Veranstaltungen sind abgesagt und auch in Gastwirtschaften wird nicht mehr getrunken. 

So sollte das gesamte Bier in den Abfluss gegossen werden, da es bald das Ablaufdatum überschreitet. "So bitter es ist: Das Bier kommt in den Gully", bestätigte Juniorchef Max Göller der "Mainpost". Doch nun wurde eine Lösung gefunden, wie das Getränk doch noch seinem Zweck zukommt: Die Brauerei spendet die gesamten 15.000 Liter an die Bundeswehr.

Oberstleutnant wollte den Bestand kaufen

Ausgangspunkt war ein Oberstleutnant der Bundeswehr, der in den lokalen Medien von dem Problem gehört hatte und die gesamte Menge für seine offenbar trinkfesten Soldaten kaufen wollte. Jetzt bekommt er das Bier geschenkt: "Da sich die Bundeswehr im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus einsetzt, haben wir uns entschlossen, Fassbier zu spenden", schreibt die Brauerei Göller auf ihrer Facebook-Seite.

Sollten sich weitere Organisationen melden, die das Bier unter Einhaltung der aktuell geltenden Einschränkungen aufbrauchen können, würde die Menge aufgeteilt werden, teilte die Brauerei mit. Eine Abgabe an Privatpersonen ist bei Fässern von mindestens 30 Litern Inhalt nicht möglich.

Immerhin kommt das Bier nun einem guten Zweck zugute und landet nicht, wie ursprünglich befürchtet, in der Kanalisation. Der finanzielle Ausfall für die Brauerei bleibt aber dennoch bestehen. "Die Lage ist hart. Dass die Feste abgesagt worden sind, tut uns extrem weh", sagte Juniorchef Göller der "Mainpost". "Es wäre gelogen, zu sagen, dass wir diese Einbußen so einfach wegstecken." Die Bundeswehrsoldaten dürften sich trotzdem über ihr Feierabendbier freuen.

Quellen: Brauerei Göller auf Facebook / "Mainpost"

epp

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