Prozessbeginn Die Anwohner haben Jahre vor dem Brückeneinsturz in Genua vor dem Betonriesen gewarnt. Ein Rückblick ins Jahr 2018

Brückeneinsturz Genua
Unter der Brücke liegt das Arbeiterviertel Certosa. Einige, die hier jahrzehntelang wohnten, wussten nach dem Unglück nicht, ob sie jemals zurückkehren können
© Fabio Palli/ / Picture Alliance
Der Einsturz der Brücke Morandi hat im August 2018 Genua zerteilt. 43 Menschen starben. Jetzt beginnt der Prozess gegen die mutmaßlich Verantwortlichen. stern-Reporter Félice Gritti hat die Menschen, die unter der Ponte Morandi lebten, im Jahr 2018 besucht. Eine Woche nach dem Unglück.
Félice Gritti

Der pensionierte Eisenbahner Ennio Guerci sitzt an seinem Computer im dritten Stock der Via Enrico Porro 10 in Genua , als sein Leben, wie er es kannte, endet. Ein dumpfes Krachen geht durch die Wohnung, der 68-Jährige stürzt ins Nebenzimmer, seine Frau Marina steht am Bügelbrett, starrt hinaus und sagt: "Oh Gott."

Es ist kurz vor zwölf am Mittag. Das Unglück hat Genua eine klaffende Wunde geschlagen, eine Lebensader gekappt. Und die schlimmsten Befürchtungen der Anwohner übertroffen. Denn es ist nicht so, dass es sie nicht gegeben hätte, die Ahnungen, die Warnungen vor dem Biest aus Beton, das über allem thronte.

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