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Kinderarmut in Deutschland Bildung statt Sozialhilfe

Jedes fünfte Kind in Deutschland gilt als arm. Die staatlichen Zahlungen an die Kinder einfach zu erhöhen, ist aber keine Lösung, sagt der Deutsche Städte- und Gemeindebund.

Investitionen in die Bildung bekämpfen nach Einschätzung der Städte und Gemeinden Kinderarmut wirksamer als höhere Transferleistungen. "Hauptproblem ist, dass Kinderarmut häufig Bildungsferne bedeutet", sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebunds, Gerd Landsberg. "Diese Kinder sind zwar materiell versorgt, haben aber häufig einen schwereren Zugang zu Bildung als andere Kinder. Genau hier muss die Gesellschaft ansetzen."

"Das Bildungspaket, das wir seit dem 1. April umsetzen, ist ein richtiger Schritt", sagte Landsberg. "Das ist immerhin mehr als eine Milliarde Euro für die etwa 2,5 Millionen Kinder, deren Eltern arbeitslos sind oder zumindest Wohngeld bekommen." Die Förderung von Einrichtungen müsse künftig vor Transferleistungen gehen. "Gerade das arme Kind hat deutlich mehr davon, wenn wir Ganztagsschulangebote ausbauen. Oder wenn wir denjenigen, die kein Geld haben, Nachhilfe und Sport ermöglichen." Allerdings sei Deutschland von einem flächendeckenden Ganztagsschulangebot noch meilenweit entfernt.

Das starke Gefälle der Kinderarmut besonders zwischen Ost und West sei keine Überraschung, unterstrich Landsberg. "Es gibt einen ganz klaren Zusammenhang zwischen Erwerbslosigkeit und Kinderarmut. Und die Erwerbslosenquote ist in den ostdeutschen Ländern in weiten Bereichen immer noch deutlich höher als im Westen."

"Soziale Leistungen gehören zu den Posten, die die Kommunen am stärksten belasten und auf die sie relativ wenig Einfluss haben, kritisierte der Hauptgeschäftsführer. Da entstehe schnell ein Teufelskreis. "Hat die Kommune eine hohe Arbeitslosigkeit, steigen die Ausgaben dafür und es ist noch weniger Geld da für Kinder und Bildung."

DPA DPA

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