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Stromausfall Vorratsliste für den Notfall: Was Sie immer zu Hause haben sollten

Notvorräte bei Stromausfall wie Kartoffeln, mehrere Flaschen und Klopapier liegen nebeneinander
Einige Vorräte sollten Haushalte nach Empfehlungen des Bundes zum Katastrophenschutz für den Fall eines Stromausfalls immer zu Hause haben
© Annette Riedl / dpa
Der Deutsche Städte- und Gemeindebund warnt angesichts der Energiekrise vor einem großflächigen Stromausfall. Für diesen nicht ausgeschlossenen Fall sei Deutschland nicht ausreichend vorbereitet. Mit diesen Vorräten können Haushalte selbst vorsorgen. 
Aristotelis Zervos

Dieser Beitrag erschien zuerst bei RTL.de 

"Die Gefahr eines Blackouts ist gegeben", sagte Städtetag-Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der "Welt am Sonntag". Die Vorbereitung auf echte Krisensituationen müsse verbessert werden.

Städtetag-Chef: Großflächiger Stromausfall nicht ausgeschlossen

Landsberg warnte konkret vor der Gefahr einer "Überlastung des Stromnetzes –etwa wenn die 650.000 in diesem Jahr verkauften Heizlüfter ans Netz gehen, sollte die Gasversorgung ausfallen." Auch feindliche Hackerangriffe seien ein realistisches Szenario. "Wir können flächendeckende Stromausfälle nicht ausschließen", sagte er. Für diesen Fall sei Deutschland ungenügend gerüstet.

Er forderte die Bürger auf, die Empfehlungen des Bundes zum Katastrophenschutz ernst zu nehmen und Wasser sowie Lebensmittel im Haus zu haben. Bei einem großflächigen Stromausfall "läuft kein Wasser, man kann nicht tanken, nach zwei Tagen kann man sein Handy nicht mehr laden", beschrieb er.

Auch der Präsident der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, warnte vor massenhaftem Gebrauch von Heizlüftern. Sie zu nutzen sei selbst bei den hohen Gaspreisen teurer als Heizen mit Gas, sagte er dem "Tagesspiegel". Außerdem könne es Stromnetze lokal an ihre Grenzen bringen, wenn viele Menschen gleichzeitig Heizlüfter betrieben.

Olaf Scholz über Energieversorgung: "Wir haben uns vorbereitet"

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) versprach dagegen am Wochenende mit Blick auf die Energiekrise: "Wir kommen da durch." Die Menschen in Deutschland spürten, dass sie in einer ernsten Zeit lebten. "Wir haben uns aber vorbereitet", versicherte der Kanzler in seiner wöchentlichen Videobotschaft. "Wir werden uns als Land unterhaken, weil wir ein solidarisches Land sind."

Ein Stromnetz-Stresstest der Bundesregierung kam kürzlich zu dem Ergebnis, "dass stundenweise krisenhafte Situationen im Stromsystem im Winter 22/23 zwar sehr unwahrscheinlich sind, aktuell aber nicht vollständig ausgeschlossen werden können". Dabei ging es um ein Extrem-Szenario, in dem wegen Gasmangels ein Viertel bis die Hälfte der Gaskraftwerke in Süddeutschland ausfallen, zugleich anhaltendes Niedrigwasser den Nachschub für Kohlekraftwerke ausbremst, französische Atomkraftwerke weiter außer Betrieb sind und viele Heizlüfter gleichzeitig genutzt werden.

Experten halten das deutsche Stromnetz allerdings für gut gewappnet. "Die Angst ist zu einem großen Teil Panikmache" sagte Energieexperte Christoph Maurer vom Beratungsunternehmen Consentec im Gespräch mit ntv. Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, Helmut Dedy, sagte der "Rheinischen Post": "Wir sollten jetzt nicht mit Panik reagieren, sondern mit einer gemeinsamen Kraftanstrengung." 

Die Städte wollten 20 Prozent Gas einsparen. Wenn alle gemeinsam dieses Ziel verfolgten, sehe er eine gute Chance, ohne Blackout durch den Winter zu kommen. Zugleich müsse aber auch Vorsorge betrieben werden; Notstrom-Reserven seien notwendig. "Da tragen im Katastrophenschutz Länder und Kommunen gemeinsam Verantwortung", sagte Dedy.

Lebensmittel, Hygieneartikel & Co.: So legt man richtig einen Notvorrat an

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe rät für mögliche Notsituationen, Vorräte für etwa zehn Tage zu Hause zu haben, um für eventuelle Krisensituationen gewappnet zu sein. Denn: "Bei großflächigen Schadenslagen können die Rettungskräfte nicht überall gleichzeitig sein. Wer vorbereitet ist, kann sich selbst, Angehörigen und Nachbarn helfen, bis die staatliche Hilfe eintrifft und Schäden mit Schutzmaßnahmen reduzieren," heißt es auf der Webseite des Amts.

Wir geben Ihnen eine praktische Liste an die Hand, was Sie in Sachen Lebensmittel, Hygieneartikel und Co. für jedwede Notsituation brauchen. "Hamstern" ist jedoch nicht nötig.

Für den Notfall: Diese Lebensmittel sollten Sie vorrätig haben

In dieser Übersicht finden Sie ein Beispiel für einen zehntägigen Grundvorrat an Getränken und Lebensmitteln für eine Person. Dieser entspricht etwa 2.200 Kilokalorien pro Tag und deckt somit im Regelfall den Gesamtenergiebedarf ab:

  • 20 Liter Trinkwasser
  • 3,5 Kilogramm Getreide, Getreideprodukte, Brot, Kartoffeln, Nudeln und Reis (insgesamt)
  • 2,5 Kilogramm Obst (in Dosen oder Gläsern) und Nüsse
  • 4 Kilogramm Hülsenfrüchte und Gemüse (in Dosen oder Gläsern)
  • 2,6 Kilogramm Milch und Milchprodukte
  • 1,5 Kilogramm Fisch, Fleisch und Eier beziehungsweise Volleipulver  (Eier sind begrenzt, Volleipulver mehrere Jahre haltbar)
  • 0,4 Kilogramm Fette und Öle
  • Lebensmittel, die nicht erhitzt oder gekocht werden müssen (Zucker, Honig, Schokolade, Mehl, Instantbrühe, Hartkekse, Salzstangen) – Menge nach Belieben
  • Einen (Camping-)Gaskocher, um Lebensmittel erhitzen zu können.

Drogerieprodukte, Medikamente & Co.

Drogerieprodukte:​

  • Desinfektionsmittel
  • Seife/Waschmittel in doppelter Ausführung
  • ausreichend Toilettenpapier (Wie lange welche Menge an Klopapier bei der Anzahl der Personen in Ihrem Haushalt reicht, können Sie hier nachrechnen)
  • Zahnbürste & Zahnpasta in doppelter Ausführung

Medizinische Versorgung:

  • Verbandskasten
  • Wichtige, vom Arzt verschriebene Medikamente
  • Fieberthermometer
  • Schmerz- und fiebersenkende Medikamente
  • Mittel gegen Durchfall, Übelkeit und Erbrechen

Sonstiges:

  • Kerzen, Teelichter
  • Campingkocher
  • Taschenlampe 
  • Reservebatterien
  • Müllbeutel

Diese Dokumente gehören in die Dokumentenmappe

Als Original:

  • Familienurkunden (Geburts-, Heirats-, Sterbeurkunden) bzw. Stammbuch als Original

Im Original oder als beglaubigte Kopie:

  • Sparbücher, Kontoverträge, Aktien, Wertpapiere, Versicherungspolicen
  • Renten-, Pensions- und Einkommensbescheinigungen, Einkommenssteuerbescheide
  • Qualifizierungsnachweise: Zeugnisse (Schulzeugnisse, Hochschulzeugnisse, Nachweise über Zusatzqualifikationen)
  • Verträge und Änderungsverträge, z. B. auch Mietverträge oder Leasingverträge
  • Testament, Patientenverfügung und Vollmacht

Als einfache Kopie:

  • Personalausweis, Reisepass, Führerschein und Fahrzeugpapiere
  • Grundbuchauszüge
  • sämtliche Änderungsbescheide für empfangene Leistungen
  • Zahlungsbelege für Versicherungsprämien, insbesondere Rentenversicherung
  • Meldenachweise der Arbeitsämter, Bescheide der Agentur für Arbeit
  • Rechnungen, die offene Zahlungsansprüche belegen
  • Mitglieds- oder Beitragsbücher von Verbänden, Vereinen oder sonstigen Organisationen
  • Impfpass

Wer nicht über ausreichend Platz verfügt, ausreichend Wasser oder Lebensmittel für 10 Tage zu lagern, kann auch abspecken: Ein Notvorrat für drei Tage sei besser als gar kein Vorrat, erklärt das Bundesamt für Katastrophenhilfe. Wer noch keinen angelegt hat, könnte das also jetzt tun, um sicher durch den Herbst und Winter zu kommen. (mit dpa)

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