Olympia 1972 Witwe von ermordetem Fechttrainer: "Nie hat auch nur einer zu uns gesagt: Es tut mir leid"

Ankie Spitzer Porträt
Ankie Spitzer, 76, verlor bei dem Anschlag ihren Mann, den Fechttrainer André Spitzer
© Maya Alleruzzo/AP
Ankie Spitzer (76) war jung und verliebt, als ihr Mann, der israelische Fechttrainer André Spitzer, bei den Olympischen Spielen 1972 in München von arabischen Terroristen ermordet wurde. Jahrelang forderte sie eine angemessene finanzielle Entschädigung für die Opferfamilien. Jetzt gibt es offenbar eine Einigung: Deutschland zahlt den Hinterbliebenen rund 28 Millionen Euro. Der stern sprach zuvor mit Spitzer. Ein Interview über den Kampf um Geld und Respekt.

Kann Geld die Wunden von 1972 heilen? 
Nein, Geld kann mir meinen Mann nicht zurückgeben. Schauen Sie, ich bin 76 Jahre alt. Ich brauche keinen Diamantring mehr, glauben Sie mir. Geld wird auch nicht das Leben unserer Kinder verändern oder einfacher machen. Ich möchte nur, dass unsere Kinder, die 14 Kinder der Opfer von München, endlich wieder etwas atmen können. Kein Vater kam zu ihnen bei der Einschulung, als sie die High-School geschafft hatten oder als sie heirateten. Es gab keinen Ernährer für sie, niemanden, der das Geld verdiente. Ich musste all die Jahre für sie kämpfen. Und das hieß auch: Ich musste gegen die deutsche Ignoranz kämpfen. Damit meine Kinder nicht von vorne anfangen müssen. Damit sie nicht wie ich kämpfen müssen. 

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