Baubedarf an Unis
Brandenburgs Hochschulen brauchen Millionen für Sanierungen

Vor allem an der historischen Bausubstanz am Neuen Palais gibt es an der Universität Potsdam Sanierungsbedarf. (Archivbild) Foto
Vor allem an der historischen Bausubstanz am Neuen Palais gibt es an der Universität Potsdam Sanierungsbedarf. (Archivbild) Foto
© Bernd von Jutrczenka/dpa

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Marode Gebäude, alte Leitungen sowie Denkmalschutz und Klimaschutz: Brandenburgs Universitäten kämpfen mit hohen Kosten. Doch so schlimm wie an der TU Berlin ist die Situation nicht.

An Brandenburgs Hochschulen gibt es einen Sanierungsbedarf in Millionenhöhe. Am schwersten wiegt er an der größten Hochschule des Bundeslandes: der Universität Potsdam. Für Sanierungen der Gebäude, die teils unter Denkmalschutz stehen, Neubauten und Nachrüstungen für den Klimaschutz rechne die Universität mit "einem höheren dreistelligen Millionenbetrag", sagte eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur. 

Die Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) geht von einem Bedarf von rund 30 Millionen Euro in den kommenden Jahren aus, und die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) braucht Geld vor allem für Brandschutz, Gebäudetechnik und energetische Infrastruktur. Eine belastbare Gesamtkostenschätzung könne sie derzeit nicht geben, so eine BTU-Sprecherin.

Baumängel an TU Berlin - Sanierungsbedarf an Brandenburgs Unis

Die Situationen in Potsdam, Cottbus und Frankfurt (Oder) seien aber nicht vergleichbar mit der an der Technischen Universität Berlin (TU), betonen die Pressestellen der Brandenburger Hochschulen.

An der TU hatten Bauaufsicht und Feuerwehr bei einer Begehung erhebliche bauliche Mängel festgestellt. Das Hauptgebäude musste daraufhin Anfang Mai geschlossen werden. Rund 350 Lehrveranstaltungen pro Woche sind demnach betroffen und müssen aufgrund der Schließung in andere Räume verlegt werden oder digital stattfinden.

"Einen Sanierungsstau haben wir nicht, aber einen Sanierungsbedarf schon", sagt die Sprecherin der Europa-Universität Viadrina. Betroffen sei vor allem das Hauptgebäude, das 1907 als preußischer Regierungsbau eingeweiht worden war. Die 30 Millionen Euro braucht die Uni für eine umfassende Modernisierung und Sanierung, für neue Rohre und Leitungen sowie für die Gebäudeleittechnik des Campus. Der jährliche Bauunterhalt des Landes von rund 300.000 Euro werde für substanzerhaltende Maßnahmen verwendet - etwa für undichte Fenster.

Unesco-Welterbe-Gebäude unterliegen ständigem Monitoring

Teile der Universität Potsdam am Neuen Palais gehören zum Unesco-Weltkulturerbe. "Sie unterliegen einem dauerhaften Monitoring", heißt es von der Sprecherin. Sanierungsbedarf besteht hier vor allem an der historischen Bausubstanz der Häuser 8 bis 12 sowie am Campus Golm. Dort stehen Büro- und Laborgebäude aus den 1930er-, 1990er- und 2000er-Jahren.

An der BTU Cottbus-Senftenberg betrifft der Sanierungsbedarf vor allem ältere Gebäude und technische Anlagen. "Umfang und zeitlicher Ablauf größerer Sanierungs- und Modernisierungsvorhaben hängen dabei wesentlich von den jeweils bewilligten Investitionsmitteln ab", teilt eine Sprecherin mit. Am wichtigsten sei es, die Sicherheit und einen funktionierenden Forschungs- und Hochschulbetrieb zu gewährleisten.

dpa