Bis zu 100 Menschen haben beim ersten Christopher Street Day in Schwedt/Oder für mehr Toleranz geworben. Die Polizei sprach von rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die Veranstalter gaben bis zu 90 Besucher an. Bei dem Zug am Samstag kam es zu mindestens einem Vorfall. Eine Person habe einen Hitlergruß gezeigt, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag.
Der Organisator Timo Achatzi sagte zudem, vier Rechtsextremisten hätten versucht, sich in den Zug einzubinden. Die Polizei habe sie davon abgehalten. Die Beamten bestätigten dies zunächst nicht.
Gegen Hass und Hetze und für Liebe
Die CSD-Teilnehmer gingen in bunten Outfits und mit Regenbogenfahnen gegen Hass und Hetze und für mehr Akzeptanz auf die Straße. Auf einer Fahne stand "Gegen rechts" mit einem durchgestrichenen Hakenkreuz, auf einem Transparent war "Love is love" ("Liebe ist Liebe") zu lesen.
Nach Ansicht der frauenpolitischen Sprecherin der Brandenburger Grünen, Cindy Hahn, geht es um die Sichtbarkeit queerer Menschen. "Wir sind hier. Wir sind sichtbar. Und wir gehen nicht mehr weg", sagte Hahn, die beim CSD in Schwedt dabei war. Gerade in kleineren Städten sei Mut nötig, offen für Vielfalt einzustehen.
Mehr als ein Dutzend CSD in Brandenburg
In Angermünde hatten rund 100 Menschen am 12. April die Christopher-Street-Day-Saison in Brandenburg begonnen. Bis September sind mehr als ein Dutzend CSD im Land geplant.
Der CSD soll an die Rechte queerer Menschen erinnern. Als queer bezeichnen sich nicht-heterosexuelle Menschen beziehungsweise Menschen, die sich nicht mit dem traditionellen Rollenbild von Mann und Frau oder anderen gesellschaftlichen Normen rund um Geschlecht und Sexualität identifizieren. Deutschlandweit gibt es immer wieder Gegendemonstrationen aus der rechten Szene gegen CSD-Veranstaltungen.