Die Fan-Vereinigung "Unsere Kurve" hat die Ausschreitungen beim Zweitliga-Spiel zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC verurteilt und zugleich vor einer Pauschalisierung gewarnt. "Pyrotechnik ist ein Stilmittel und darf nicht als Waffe gegen andere eingesetzt werden. Auch Gewalt ist im Stadion nicht zu tolerieren. Es kann aber ebenfalls nicht sein, dass das Verhalten einiger weniger zum Maßstab für 25 Millionen Fußballfans in den Stadien gemacht wird", hieß es in einer Stellungnahme.
Die Fan-Organisation kritisierte den sächsischen Innenminister Armin Schuster (CDU). Er hatte geäußert, dass die Vorkommnisse in Dresden symbolisch für eine "Gewaltfolklore" in deutschen Fußballstadien stünden und den gesamten bisherigen Verhandlungsweg mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) und der Deutschen Fußball Liga (DFL) infrage stellten.
Fan-Vereinigung: Einzelne Bilder werden überhöht
"Die Einordnung von Herrn Schuster folgt einem bekannten Muster: Einzelne, besonders prägnante Bilder werden herausgegriffen und anschließend zur allgemeinen Bewertung der Fankultur im deutschen Fußball überhöht. Das wird der Realität jedoch nicht gerecht", erklärte "Unsere Kurve".
Beim Spiel zwischen Dynamo und der Berliner Hertha war am Samstagabend im Dresdner Rudolf-Harbig-Stadion von beiden Fanlagern zunächst Pyrotechnik gezündet worden. Dresdner Anhänger rannten vermummt entlang des Spielfeldes zum Hertha-Fanblock und entwendeten dort eine Gäste-Fahne. Pyrotechnik wurde hin und her geschossen. Die Partie war zweimal unterbrochen. Polizisten versuchten auf dem Rasen, das Geschehen in den Griff zu bekommen.
"Im Ausland beneidet" um Atmosphäre vor Ausschreitungen
Vor den Ausschreitungen sei bei dem Spiel "Werbung für den deutschen Fußball und seine Fankultur gemacht" worden, hieß es in der Stellungnahme von "Unsere Kurve". "Ein volles Stadion, sensationelle Choreographien auf beiden Seiten, mustergültig eingesetzte Pyrotechnik ohne Schäden oder gar Verletzte und eine Atmosphäre, um die man den deutschen Fußball im Ausland beneidet." Die Vorkommnisse seien nun Sache der Ermittlungsbehörden.