Virus-Ausbruch bei Kreuzfahrt
Hantavirus - Häusliche Isolation statt Charité für Passagier

Die Person aus dem Großraum Berlin kommt in die häusliche Quarantäne. Foto: Christoph Reichwein/dpa
Die Person aus dem Großraum Berlin kommt in die häusliche Quarantäne. Foto
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Nach dem Hantavirus-Ausbruch auf einem Schiff bleibt ein Passagier aus Berlin symptomfrei. Die Isolation erfolgt nun zu Hause statt in der Charité – das Gesundheitsamt soll die Quarantäne überwachen.

Nach dem Hantavirus-Ausbruch auf einem Schiff bereiten sich die Behörden auf die Ankunft eines Passagiers in Berlin vor. Das zuständige Gesundheitsamt werde die häusliche Quarantäne engmaschig überwachen, teilte die Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit mit. "Beim Auftreten von Symptomen wurde eine sofortige Kontaktaufnahme mit dem Gesundheitsamt sowie die Organisation einer Untersuchung in der Charité vereinbart", hieß es von der Behörde.

Wochen bis zum kompletten Aufatmen

Die Person ist eine von vier deutschen Passagieren, die nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) im Tagesverlauf vom Uniklinikum Frankfurt aus in ihre jeweiligen Heimatbundesländer gebracht werden. Die anderen kommen nach Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen.

Von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit kann es Experten zufolge bei diesem Erreger bis zu 45 Tage dauern. Falls doch noch eine Person erkranken sollte, könne sie in speziellen Zentren nach besten medizinischen Standards und sicher behandelt werden, teilte das BMG mit.

Gesundheitsamt soll Quarantäne engmaschig überwachen

"Die Kontaktperson wird aktuell nach Berlin transportiert und in Absprache mit dem zuständigen Gesundheitsamt in die häusliche Isolation verbracht", so die Senatsverwaltung für Gesundheit. Die Person aus dem Großraum Berlin sei weiterhin symptomfrei "und den Umständen entsprechend wohlauf". 

Seit der Ankunft am Sonntag im niederländischen Eindhoven sei die erforderliche Diagnostik erfolgt - zuletzt habe eine medizinische Einschätzung im Uniklinikum Frankfurt (Main) stattgefunden. "Es besteht daher nicht mehr die Notwendigkeit zur stationären Aufnahme und Diagnostik in der Charité." Die nötige Isolierung könne außerhalb eines Krankenhauses stattfinden.

Ursprünglich sei eine Aufnahme für 24 Stunden in die Charité zur Untersuchung und Diagnostik geplant gewesen. Diese Planung stammte demnach aus einer Zeit, als unklar war, in welchem Umfang die Kontaktperson auf dem Weg nach Berlin medizinisch untersucht wird. Nach dem Aufenthalt sollte ohnehin eine häusliche Quarantäne folgen.

Erste Sonderflüge am Sonntag

Am Sonntag waren erste Sonderflüge von der Kanareninsel Teneriffa - wo das Kreuzfahrtschiff "Hondius" nach mehreren Wochen auf See angelegt hatte - gestartet, um die Menschen vom Schiff aus insgesamt 23 Nationen, unter speziellen Sicherheitsvorkehrungen in ihre Heimat zu bringen. 

Insgesamt starben bisher drei Passagiere der "Hondius", bei denen eine Infektion mit der Unterart Andesvirus nachgewiesen wurde oder vermutet wird. Diese südamerikanische Variante des Hantavirus kann bei engem Kontakt, wie auf einem Kreuzfahrtschiff, auch von Mensch zu Mensch übertragen werden.

Es gab in den vergangenen Jahrzehnten jedoch nur einige wenige erfasste Ausbrüche in Südamerika, die alle rasch wieder abebbten. Auch im aktuellen Fall sehen Experten kein Risiko für eine umfassende Ausbreitung des Erregers.

dpa