Die untere Havelniederung soll bis zum Jahr 2033 auf 90 Kilometern möglichst naturnah umgestaltet werden. Bundesumweltminister Carsten Schneider würdigte das laufende Vorhaben nun bei einem Besuch an der Landesgrenze von Brandenburg und Sachsen-Anhalt unter anderem als Beitrag zum Hochwasserschutz. "Die Renaturierung der Unteren Havel ist gut für Mensch und Natur", erklärte der SPD-Politiker.
Das Naturschutzgroßprojekt war schon 2009 gestartet worden, alles in allem stehen etwa 66,5 Millionen Euro zur Verfügung, wie das Umweltministerium in Magdeburg mitteilte. Es entsteht neuer Auwald, Altarme werden wieder angeschlossen, Uferbefestigungen beseitigt. Das Geld kommt vom Bund, den Ländern Sachsen-Anhalt und Brandenburg sowie dem Naturschutzbund Deutschland.
Schneider besuchte das Projekt gemeinsam mit Sachsen-Anhalts Umweltminister Armin Willingmann (SPD) und Nabu-Präsident Jörg-Andreas Krüger. "In den natürlichen Überschwemmungsflächen finden Tiere und Pflanzen neuen Lebensraum", sagte Schneider. "Die renaturierte Flussaue stärkt zudem den Hochwasserschutz, als natürlicher Wasserspeicher hilft sie uns in Dürrezeiten und sorgt für bessere Wasserqualität." Willingmann sagte: "Jeder Euro in die Renaturierung ist gut angelegtes Geld für eine lebenswerte und artenreiche Region auch in Zukunft."
Von der naturnahen Gestaltung der Flussniederung sollen den Angaben zufolge künftig Fischarten wie Hecht, Aal und Rapfen profitieren, Vögel wie Kiebitz und Flussregenpfeifer sowie Säugetiere wie Biber und Fischotter.