Unternehmer in Brandenburg
Orafol-Chef: "SPD verkennt Ernst der Lage"

Der Unternehmenschef von Orafol, Holger Loclair (Mitte), ist mit der Wirtschaftspolitik der Bundesregierung unzufrieden. Im Janu
Der Unternehmenschef von Orafol, Holger Loclair (Mitte), ist mit der Wirtschaftspolitik der Bundesregierung unzufrieden. Im Januar dieses Jahres schaute sich Brandenburgs Ministerpräsident Woidke (rechts) das Werk an. (Archivbild) Foto
© Carsten Koall/dpa

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Millionen Euro für den Ausbau - und harte Worte an Berlin: Der Unternehmenschef von Orafol sieht die Wirtschaftspolitik der Bundesregierung auf falschem Kurs.

Der Unternehmer Holger Loclair hat sich enttäuscht über die Politik der Bundesregierung geäußert und vor allem den Koalitionspartner SPD kritisiert. Der Inhaber und Geschäftsführer des Folienherstellers Orafol in Oranienburg, Holger Loclair, sagte dem "Nordkurier": "Meine ursprüngliche Hoffnung im vergangenen Jahr war, dass Friedrich Merz wirtschaftspolitisch einen klareren Kurs durchsetzen würde. Stattdessen sehen wir, dass innerhalb dieser Koalition der kleinere Partner den Kurs stärker beeinflusst, als es für die Wirtschaft gut ist."

Er habe den Eindruck, dass die SPD in Teilen den Ernst der Lage vollkommen verkenne. "Die Vorstellung, die aktuellen Herausforderungen über Umverteilung oder steuerpolitische Korrekturen lösen zu können, grenzt an Realitätsverweigerung", sagte Loclair. Von einem angekündigten Bürokratieabbau erlebe er zudem in der Praxis nichts. 

Der Kunststoff- und Folienhersteller investiert an seinem Stammsitz in Oranienburg 235 Millionen Euro in den Ausbau der Produktion. Das sehen Ausbaupläne bis zum Jahr 2030 vor. Zugleich will Orafol sein Geschäft im Ausland erweitern.

"Schon tiefgreifendere Umbrüche erlebt"

Trotz wirtschaftlicher Sorgen äußerte sich Loclair optimistisch. Er sagte der Zeitung: "Wir haben in Deutschland schon sehr viel tiefgreifendere Umbrüche erlebt als die aktuelle wirtschaftliche Situation. Nüchtern betrachtet waren doch die Herausforderungen der frühen 1990er-Jahre in jeder Hinsicht gravierender. Zumindest für uns." Trotzdem sei es gelungen, Stabilität zurückzugewinnen. "Wir müssen uns das nur wieder zutrauen."

dpa