Globale Energiekrise
Teurer Treibstoff: Fährtickets kosten mehr - auch nach Sylt

Wer mit der Fähre von und nach Sylt fahren möchte, muss aktuell mehr für ein Ticket zahlen. (Archivbild) Foto: Axel Heimken/dpa
Wer mit der Fähre von und nach Sylt fahren möchte, muss aktuell mehr für ein Ticket zahlen. (Archivbild) Foto
© Axel Heimken/dpa
Der Iran-Krieg treibt die Dieselpreise. Das spüren Fähr-Passagiere jetzt auf Fahrten zu den nordfriesischen Inseln wie Sylt. Aber auch nach Cuxhaven oder Rügen gibt es für Schiffsgäste Veränderungen.

Die Tage werden länger und die Fähren an Nordsee und Ostsee voller - aber auch teurer. Denn der Krieg im Iran hat jetzt auch Folgen für den Fährverkehr. Wegen der sprunghaft gestiegenen Dieselpreise führen einige Fährunternehmen einen befristeten Zuschlag ein. Passagiere spüren diesen Treibstoffzuschlag beim Ticketkauf. 

Fahrten nach Sylt und Helgoland werden teurer 

Wer mit der Fähre nach Sylt fahren möchte, zahlt seit rund anderthalb Wochen mehr für ein Ticket, sagte Tim Kunstmann, Geschäftsführer der FRS Syltfähre, der Deutschen Presse-Agentur (dpa). 

Die Syltfähren pendeln zwischen List auf Sylt und dem Ort Havneby auf der dänischen Nachbarinsel Römö. Für alle seit dem 26. März gekauften Tickets gelte ein Treibstoffzuschlag von 50 Cent bis 4 Euro, teilte der Betreiber FRS Syltfähre auf seiner Homepage mit. "Aufgrund der kurzfristig signifikant gestiegenen Treibstoffkosten sind wir leider dazu gezwungen, vorübergehend einen Treibstoffzuschlag zu erheben", heißt es. 

Die Höhe des Zuschlags ist gestaffelt: Passagiere zahlen 50 Cent, für Autos, Motorräder, Busse und Wohnmobile 4 Euro - jeweils zusätzlich zum bisherigen Ticketpreis. Der Zuschlag soll den Angaben zufolge nur befristet gelten, um die nun höheren Kosten decken zu können. "Wir hoffen sehr, dass sich die Lage zeitnah normalisiert, sodass schnellstmöglich wieder der ursprünglich geplante Fahrpreis gültig sein kann", hieß es. 

Auch für Fahrten auf die Hochseeinsel Helgoland (Kreis Pinneberg) gilt seit rund zwei Wochen ein Treibstoffzuschlag: Ab Hamburg werden laut Betreiber FRS Helgoline drei Euro extra fällig - sowie zwei Euro ab Brunsbüttel und 1,50 Euro ab Cuxhaven. Auch hier sollen die Steigerungen nur vorübergehend sein. 

Reederei: Fähr-Preise nach Föhr bleiben stabil 

Bei der Wyker Dampfschiffs-Reederei bleiben die Preise stabil: "Die Wyker Dampfschiffs-Reederei (W.D.R.) hat ihren Brennstoffeinkauf für den Schiffsbetrieb frühzeitig abgesichert und ist dadurch weniger stark von kurzfristigen Preisschwankungen auf den Energiemärkten betroffen", teilte ein Sprecher der dpa mit. 

Diese Planungssicherheit könne an die Fahrgäste weitergegeben werden. "Vor diesem Hintergrund verzichten wir derzeit auf die Einführung separater Treibstoffzuschläge." Die Fähren der Reederei fahren unter anderem auf die Inseln Föhr und Amrum sowie zur Hallig Hooge. 

Fahrten auf Ostsee und Nordsee in SH und MV teils teurer 

Höhere Fahrpreise gelten ab Mai auch bei der Reederei Adler Schiffe, die mit ihrer Flotte auf der Nordsee und der Ostsee in Schleswig-Holstein und in Mecklenburg-Vorpommern - unter anderem ab Rügen - unterwegs ist: "Die aktuellen Kostensteigerungen sind erheblich", teilte eine Sprecherin des Unternehmens der dpa mit. Spätestens ab dem 1. Mai sei die Einführung eines "distanzabhängigen Dieselzuschlags" in Höhe von einem bis vier Euro pro Fahrt geplant. 

"Konkret bedeutet dies, dass für kürzere Fahrten, wie beispielsweise Hafenrundfahrten, ein Zuschlag von 1 Euro erhoben wird, während längere Strecken, etwa Fahrten nach Helgoland, mit einem Zuschlag von etwa 3 Euro bis 4 Euro pro Strecke verbunden sind." Sobald sich die Kraftstoffpreise wieder entspannen, sollen die Zuschläge demnach entsprechend angepasst werden. Fahrten mit dem E-Schiff "Adler nature" in Wismar sind von dieser Regelung demnach ausgenommen. 

Bei der FRS Weiße Flotte mit Sitz in Stralsund ist die Entwicklung noch unklar: "Wir führen gerade Gespräche mit den Gremien, ob und in welcher Höhe wir die gestiegenen Treibstoffpreise umlegen", sagte ein Sprecher des Unternehmens der dpa. Er rechnet mit einer Entscheidung im Laufe des Aprils. Die Personen- und Autofähren sowie Ausflugsschiffe der Flotte sind in Mecklenburg-Vorpommern an der Ostseeküste und der Boddenlandschaft unterwegs. 

Treibstoffzuschlag in Niedersachsen und Bremen 

Wegen der sprunghaft gestiegenen Dieselpreise führt die Elbfähre Glückstadt-Wischhafen einen befristeten Zuschlag ein. Für alle seit dem 23. März gekauften Tickets gelte ein Treibstoffzuschlag von 20 Cent bis 1,80 Euro, teilte der Betreiber FRS Elbfähre Glückstadt Wischhafen auf seiner Homepage mit. 

Die Höhe des Zuschlags ist demnach gestaffelt: Passagiere zahlen 20 Cent, für Autos und Motorräder werden 80 Cent fällig, für Lkw, Busse und Camper 1,80 Euro - jeweils zusätzlich zum bisherigen Ticketpreis. Der Zuschlag soll den Angaben zufolge nur befristet gelten. 

Höhere Fahrpreise gelten auch auf der Weserfähre zwischen Bremerhaven und Nordenham. Passagiere zahlen dort dann 50 Cent mehr für die einfache Fahrt, für ein Auto samt Fahrer steigt der Preis um einen Euro. Grund sind laut Betreiber aber nicht die hohen Spritpreise, sondern die angespannte Haushaltslage der Gesellschafterstädte Bremerhaven und Nordenham sowie erheblich gestiegene Betriebs- und Personalkosten. 

Hintergrund ist der sprunghafte Anstieg der Dieselpreise durch den Iran-Krieg. Seit der Konflikt im Nahen Osten eskaliert ist, sind die Preise für Öl und in der Folge auch für Benzin, Diesel und Heizöl zunächst deutlich gestiegen.

dpa