Der Milliardenauftrag für die Papenburger Meyer Werft über den Bau neuer Kreuzfahrtschiffe für die Schweizer Reederei MSC Cruises wird voraussichtlich in diesem Sommer vertraglich fixiert. "Das Ziel ist es, den Schiffsbauvertrag im Juni dieses Jahres zu unterzeichnen", sagte Pierfrancesco Vago, Aufsichtsratsvorsitzender von MSC Cruises, bei einem Besuch der Werft am Dienstag. "Es wird sehr, sehr schnell gehen." Bis dahin werde es Gespräche über die Finanzierung geben und es werde am Modellentwurf eines Prototyps der neuen Schiffsklasse gearbeitet.
MSC Cruises und die vom Staat gerettete Meyer Werft hatten Ende vergangenen Jahres eine Absichtserklärung für den Großauftrag im Wert von bis zu zehn Milliarden Euro unterzeichnet. Der Vertrag sieht vor, auf der Meyer Werft vier bis sechs Kreuzfahrtschiffe zu bauen. Der Auftrag soll die Werft bis 2035 auslasten.
Geschäftsführer: Signal für Standort Papenburg
Vago war für ein Treffen mit Beschäftigten der Werft, der Geschäftsführung sowie mit Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) und Vertretern der Landes- und Bundespolitik ins Emsland gekommen. Die Bedeutung der Meyer Werft könne gar nicht hoch genug eingeschätzt werden, sagte Vago im Anschluss. "Die Schiffe, die wir hier heute bauen werden, werden neue Maßstäbe in Sachen Effizienz, Nachhaltigkeit und Gästeerlebnis setzen."
Bernd Eikens, Geschäftsführer der Meyer Werft, hob das starke Interesse und das Bekenntnis der Reederei für die Arbeit der Meyer Werft hervor. "Das habe ich so noch nicht erlebt." Es sei ein starkes Signal für den Standort Papenburg und die rund 3.200 Beschäftigten der Werft. "Auf der Basis technischer Kompetenz, verlässlicher Ablieferung und einem klaren Sanierungsplan wird die Meyer Werft alles tun, um die Vision von MSC zu realisieren", sagte Eikens.