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Reportage der Woche

"Mein Schiff 2": Die Unsichtbaren auf Kreuzfahrtschiffen: Wie die Crew erstmals an Bord kommt

Countdown vor der Schiffstaufe: Vier Wochen vor dem Champagner-Event liegt das jüngste Schiff von Tui Cruise bereits in Kiel, wo die 1000 Mitarbeiter an Bord gehen. Wir haben vier Crew-Mitglieder getroffen, die von ihren Jobs hinter den Kulissen erzählen.

Mein Schiff 2

Einer der 1000 Mitarbeiter der neuen "Mein Schiff 2" ist der Kellner Christian Jambao, der über Nacht per Flugzeug aus den Philippinen angereist ist

An seinen beiden Rollenkoffern kleben noch die Gepäckanhänger mit dem Airline-Code KL808. Christian Jambao ist die ganze Nacht durchgeflogen, aus seiner Heimatstadt Manila bis nach Amsterdam. Von dort flog er nach Hamburg weiter. Per Bus ging es weiter nach Kiel.

Er ist einer von 150 Crew-Mitgliedern, die heute an Bord der "Mein Schiff 2" gehen. Jetzt sitzt er auf einem Plastikstuhl im Kreuzfahrtterminal am Ostseekai und hört der Begrüßung durch den  Supervisor zu. "Als ich vor 20 Stunden auf den Philippinen losgeflogen bin, waren es 30 Grad", erzählt der 37-Jährige. Hinter der Glasfront ragt das 16 Decks hohe Schiff wie die Wand eines Plattenbaus auf. Draußen stürmt es, es herrscht eine Temperatur von 3 Grad.

Die Meyer Werft kann liefern, sogar überpünktlich: Der Neubau ist auf der Werft im finnischen Turku zwei Monate früher als geplant fertiggestellt worden. Bevor die Ostsee zufriert, wurde die neue "Mein Schiff 2" nach Kiel überführt. Dort hat sie für drei Wochen festgemacht. Hier legen Werftarbeiter letzte Hand an, wird das 317 Meter lange Schiff beladen und kommen die rund 1000 Mitglieder der Crew an Bord.

Sie sind die Unsichtbaren der Branche, die hinter den Kulissen alles für die erste große Tour vorbereiten. Einer von ihnen ist Jambao, der sich von der Küchenhilfe zum Kellner an Bord hochgearbeitet hat. Zusammen mit seinen heute aus Manila angereisten 18 Kollegen gehört er zur Crew des neuen Flaggschiffes von Tui Cruises.

"Mein Schiff 2": Ein erster Schiffsrundgang am Kai in Kiel
Mein Schiff 2

Liegt seit dem 5. Januar am Ostseekai in Kiel: die neue "Mein Schiff 2"

"Ich liebe kühles Wetter", sagt Jambao. Seit neun Jahren arbeitet er auf Schiffen und schätzt besonders die deutschen Gäste. Amerikanische Passagiere empfand er als anstrengend, "die beschweren sich zu häufig".

Auf einem Tui-Schiff darf er in einem Restaurant nur arbeiten, wenn er über Deutschkenntnisse verfügt. Die Fremdsprache hat er an Bord gelernt. "Es gibt eine Deutschlehrerin an Bord", sagt er. "Ich liebe dieses Konzept. In Manila müsste ich für einen Deutschkurs bezahlen, hier ist es genau umgekehrt."

Für die nächsten neun Monate bleibt er wie so viele seiner aus Südostasien stammenden Kollegen in einem Stück an Bord. Er arbeitet sieben Tage die Woche. Erst im Oktober geht es für zwei Monate zurück in die Heimat - erst dann sieht er seine drei Kinder wieder.

Eliza Torres-Matzen, Hausdame

Mein Schiff 2

Hat auch die Verantwortung für das gesamte Reinigungspersonal: Eliza Torres-Matzen

Schon Anfang Oktober, als das Schiff noch am Ausrüstungskai in Turku lag, ging Eliza Torres-Matzen an Bord. Sie nennt sich "Hausdame" und ist damit Chefin aller Kabinen-Stewards, die ebenfalls peu à peu anreisen. Doch im Moment ist die Filipina eine wichtige Baustellen-Kontrolleurin.

An dem Gürtel ihrer blauen Cargohose baumeln Handy, Tapeziermesser, eine Rolle rotes Klebeband zum Markieren und die Chipkarte, mit der sich alle Kabinentüren öffnen lassen. Denn mit ihrem neunköpfigen Team nimmt sie die 749 Crew- und 1449 Passagierkabinen ab, eine wochenlange Tätigkeit.

In der einen Hand hält sie ihr Clipboard, mit der anderen Hand streicht sie über Tischflächen, lässt Wasser in der Dusche laufen, checkt die Abflüsse und beauftragt Mitarbeiter, Dichtungsringe zu tauschen. Sie fasst hinter Gardinenkanten und inspiziert den letzten Winkel in jeder Kabine. "Am Regal ist eine scharfe Kante. Da könnten sich Kinder verletzen", stellt die 48-Jährige fest. Sie kennzeichnet die beanstandete Stelle mit einem "red tape point", springt zwischen Deutsch und Englisch hin und her und diktiert den Werftmitarbeitern ihre Nachbesserungswünsche. Noch ist der Neubau Eigentum der Meyer Werft.

"Wir müssen viel diskutieren, das ist mein Job", sagt Torres-Matzen. Sie verfügt über viel Routine und hat bereits fünf der sechs Neubauten für Tui Cruises abgenommen. "Es sind fast nur Kleinigkeiten, die nachgebessert werden müssen." Bald kann sie sich um die Mitarbeiter vom Housekeeping kümmern, die jetzt an Bord kommen und sie einweisen. Von ihrem 180 Personen umfassenden Team werden zehn zum ersten Mal dabei sein.

Wenn sie frei hat, lebt sie mit ihrem Mann auf der Insel Föhr, wo sie seit Jahren zu Hause ist. "Urlaub auf einem Schiff kann ich nie machen", sagt sie zwischen zwei Telefonaten. "Ich muss dauernd inspizieren."

Sabrina Tippelt, Rezeptionistin

Mein Schiff 2

Arbeitsplatz an der Rezeption auf Deck 3: die 20-jährige Sabrina Tippelt

In der Leselounge auf Deck 3 räumt Sabrina Tippelt Bücherstapel in die noch leeren Regale. Knapp 700 Bücher in 37 Kisten hat eine Thalia-Buchhandlung heute angeliefert. "Wir haben mit nichts angefangen", erzählt sie. "Wir hatten keine Computer, keine Bücher, keine Kofferwagen. Die gelernte Hotelfachfrau ist nach einem sechsmonatigen Trainee-Aufenthalt zum ersten Mal an Bord.

Auch sie gehört seit Mitte November zum Start-up-Team, das das Schiff einrichtet, ehe es von der Werft an die Reederei übergeben wird. Ihr neuer Arbeitsplatz ist hinterm Tresen in der Lobby, nur wenige Schritte neben der offenen Bibliothek. "Der eigentliche Check-in erfolgt bereits an Land im Terminal", sagt die junge Rezeptionistin.

An sie und das rund um die Uhr im Einsatz befindliche Team wenden sich die Gäste mit ihren Wünschen. Hier kann man sich alles ausleihen, von Buggys über Spiele wie eine Playstation bis zum Babyfon. "Davon haben wir zwei Schränke voll." Die acht Leute im Team lösen sich im Schichtdienst ab und erledigen auch geräuschlos, was man im Fachjargon "Beschwerde-Management" nennt.

Die am häufigsten gestellte Frage der Passagiere kann sie mittlerweile aus dem Effeff beantworten: "Wie funktioniert das mit dem Internet?" Da muss den Passagieren oft Hilfestellung gegeben werden. Auch um die Kunden vor teuren Roaming-Kosten zu bewahren.

Yener Dasdemir, Proviantmeister

Mein Schiff 2

Läuft mit Daunenjacke und Signalweste durch alle Kühl- und Stauräume: Provision Master Yener Dasdemir

Er ist der Mann der Erstausstattung und des Nachschubs: Proviantmeister Yener Dasdemir. Wenn er einkauft, macht er das nicht wie wir im Supermarkt. Er multipliziert alles mit 2900, die maximale Anzahl der Passagiere. Er denkt in anderen Dimensionen und bestellt palettenweise. Seine Größenordnung besteht in Lkw-Ladungen.

"Lass uns in den Keller gehen, in den Bauch des Schiffes", sagt er. Mit dem Personalfahrstuhl geht es abwärts, durch weiße schmucklose Gänge mit Neonlicht. Dasdemir steht vor einem Lagerraum und sagt stolz: "Hinter dieser Tür befinden sich 800 verschiedene Artikel". Er überwacht die Lieferung von Uniformen, Handtüchern und der "Dauerflora", den Schmuckpflanzen.

Breiten Raum nimmt die Versorgung mit Lebensmitteln ein. Das sind 2000 verschiedene Produkte, allein 221 Sorten Käse. Beim Thema Bier wird er noch konkreter: 33 verschiedene Sorten. Für zwei Wochen Kreuzfahrt ordert er 15.000 Liter Fassbier und 15.000 Flaschen.

Seine erste Bestellung tätigte Dasdemir im März 2018: das Geschirr und Besteck. "Für die Ausstattung der Küche habe ich zehn Monate Vorlaufzeit eingeplant, für Food und Beverage nur drei Monate. Bereits zur Werft in Finnland wurden 120 Container angeliefert. Nach der Überführungsfahrt nach Kiel warteten auf ihn am Ostseekai weitere 210 vollbepackte Paletten.

Von Entspannung kann keine Rede sein. Nächste Woche werden noch "400 Tonnen auf 28 Lkws angeliefert". Es sei alles eine Sache der Erfahrung. Bereits zum achten Mal ist er beim Opening-Team eines Tui-Schiffes dabei. "Ich habe alles im Kopf", sagt er selbstbewusst.

Nur mit einem Spezialschlüssel gelangt er in die Räume, wo der Alkohol gebunkert wird. Dort stapeln sich die Paletten mit dunkelblauen Pommery-Kartons. "Das ist erst die Hälfte. Für die Taufe in Lissabon habe ich 1800 Flaschen Champagner bestellt. Lagert hier auch die große Flasche für die Tauf-Zeremonie am 9. Februar?

"Nein, die Doppel-Magnum bestellt die Event-Abteilung."

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Kreuzfahrtschiff "AIDAprima" belegt den dritten Platz.
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(