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Neubauten Megaliner für mehr als 6000 Passagiere: Das sind die neuen Kreuzfahrtschiffe 2021

Wurde auf der Werft Monfalcone von Fincantieri gebaut: die 135.500 Tonnen große "Costa Firenze", die für den asiatischen Markt konzipiert ist.
Wurde auf der Werft Monfalcone von Fincantieri gebaut: die 135.500 Tonnen große "Costa Firenze", die für den asiatischen Markt konzipiert ist.
© Costa Crociere
Die meisten Reedereien haben den Neustart ihrer Reisen auf Frühjahr verschoben. Doch die Werften produzieren weiterhin Luxusliner. Eine Übersicht der neuen Kreuzfahrtschiffe 2021.

Eigentlich war der 22. Dezember der Grund für eine grandiose Feier: die Übergabe der "Costa Firenze" an der italienische Reederei Costa Crociere in Hafen von Triest. Der Neubau der Fincantieri-Werft wurde allerdings nicht mit einem rauschenden Fest begrüßt, sondern mit einem Live-Stream-Event im Internet.

Bei der einstündigen Veranstaltung knallten keine Champagnerkorken. Man trug Maske, bewahrte Abstand, und die Herren hielten ihre Reden online hinterm Büroschreibtisch sitzend. Die Branche, die sich vor einem Jahr noch gerne selbst feierte, gibt sich kleinlaut und steht vor einem Dilemma. Wohin mit all den Schiffen, die vor Jahren mitten im Boom bestellt wurden?

Die Auftragsbücher der wenigen auf den Bau von Kreuzfahrtschiffen spezialisierten Werften wie Fincantieri in Norditalien und der Bretagne oder die Meyer Werft in Papenburg und Finnland sind prall gefüllt. Schon kurz nach Ausbruch der Pandemie wurde das Tempo auf den Baudocks gedrosselt. Den Reedereien fehlt schlicht das Geld für die bis zu einer Milliarde teuren Neubauten. Alle Kreuzfahrtanbieter verzeichnen so gut wie keine Einnahmen. Die seit Monaten auf Reede liegenden leeren Schiffe produzieren nur horrende Kosten.

An Bord der "Costa Firenze": die Piazza della Signoria
An Bord der "Costa Firenze": die Piazza della Signoria
© Costa Crociere

Eigentlich sollte die 323 Meter lange "Costa Firenze" längst auf großer Fahrt in Asien sein. Reederei und Werft verständigten sich wie auch in anderen Fällen auf eine verspätete Übergabe. Das Motto-Schiff steht ganz im Zeichen der toskanischen Kulturstadt und der Renaissance und ist für chinesische Kunden von Costa Asia zugeschnitten.

"Die Auslieferung der neuen 'Costa Firenze' ist ein Zeichen der Hoffnung und des Wiederbeginns der gesamten Kreuzfahrt- und Tourismus-Branche", sagte Michael Thamm, der Chef der Costa-Gruppe zweckoptimistisch. Noch kann kaum ein Schiff mit Passagieren durch die Weltmeere schippern. Dabei ist die "Firenze" Teil eines ambitionierten Expansionsplans mit Investitionen von mehr als 6 Milliarden Euro in sieben neue Kreuzfahrtschiffe, die bis 2023 zu den Flotten der Costa-Gruppe hinzukommen.

Neubauten für Aida, MSC und Co

Zur Costa-Gruppe gehört auch Aida Cruises. Der Marktführer in Deutschland soll eigentlich im Sommer 2021 die in Bau befindliche "Aida Cosma" erhalten. Das Schwesternschiff der "Aida Nova" wäre der zweite mit Flüssigerdgas betriebene Neubau der Rostocker Reederei. Doch nach dem neuen Katalog kann der Neubau erst Ende Oktober 2021 zum Einsatz kommen.

Bei Tui Cruises hat die Corona-Krise bisher zu keiner Umdisponierung geführt. Denn die Hamburger Reederei hatte für die Jahre 2020 bis 2022 keine weitere Indienststellung geplant. Die "Mein Schiff 7" steht erst für 2023 auf dem Programm.

Die "Mardi Gras" von Carnival Cruise Line wird das erste US-Kreuzfahrtschiff mit Flüssigerdgasantrieb sein
Die "Mardi Gras" von Carnival Cruise Line wird das erste US-Kreuzfahrtschiff mit Flüssigerdgasantrieb sein
© Meyer Werft

Die in Genf ansässige MSC Cruises setzt seit langem einen sehr ehrgeizigen Wachstumsplan mit teilweise zwei Neubauten pro Jahr um. Doch auch hier tritt man auf die Bremse: Statt November wird die "MSC Virtuosa", die auf der Werft in Saint-Nazaire in Frankreich derzeit entsteht, nicht vor April 2021 zur Flotte stoßen.

Die im September 2019 auf der Fincantieri-Werft in Monfalcone bei Venedig auf Kiel gelegte "MSC Seashore" soll ab August 2021 im Mittelmeer und später für Karibik-Kreuzfahrten ab Miami eingesetzt werden.

Die "Odyssey of the Seas" hat auf der Meyer Werft in Papenburg das Baudock bereits verlassen
Die "Odyssey of the Seas" hat auf der Meyer Werft in Papenburg das Baudock bereits verlassen
© Meyer Werft

Mit der "Mardi Gras" wird die Carnival Cruise Line als erste US-Reederei ein mit Flüssigerdgas angetriebenes Kreuzfahrtschiff verzögert in Betrieb nehmen. Das  Schiff für mehr als 6300 Passagiere wurde inzwischen von der der Meyer Werft im finnischen Turku an die Reederei übergeben. Statt Sommer 2020 soll die erste Reise mit Gästen im April 2021 ab Port Canaveral in Florida erfolgen.

Royal Caribbean International erhält das 27. Schiff, die "Odyssey of the Seas", von der Meyer Werft erst im März 2021. Laut Reederei handelt es sich um das erste Kreuzfahrtschiff der Quantum Ultra Class. Es soll ab Southampton, Barcelona und später ab Fort Lauderdale zum Einsatz kommen.

Noch sind die Häfen allerdings geschlossen.

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