Tarifkonflikt Warnstreiks legen Stadtbusverkehr im Norden lahm

In Schleswig-Holstein gibt es heute Warnstreiks bei den kommunalen Busunternehmen in Kiel, Lübeck, Flensburg und Neumünster. Fot
In Schleswig-Holstein gibt es heute Warnstreiks bei den kommunalen Busunternehmen in Kiel, Lübeck, Flensburg und Neumünster. Foto
© Markus Scholz/dpa
Alternative für den Arbeitsweg nötig: In Kiel, Lübeck, Neumünster und Flensburg streiken kommunale Busfahrer. In Lübeck versammelten sich Beschäftigte der Busunternehmen zu einer Kundgebung.

Tausende Pendler und andere Fahrgäste müssen wegen eines 24-stündigen Warnstreiks der Stadtbusse in Kiel, Lübeck, Neumünster und Flensburg bis Dienstagfrüh nach alternativen Reisemöglichkeiten suchen. Mit Betriebsbeginn startete am Montag ein ganztägiger Warnstreik bei den kommunalen Busunternehmen in den kreisfreien Städten, wie Verdi-Nord-Verhandlungsführer Sascha Bähring der Deutschen Presse-Agentur sagte. "Wir wissen, dass bis jetzt nichts vom Hof gefahren ist und alles steht." Man sei sehr zufrieden und merke, dass die Leute motiviert seien, für ihre Forderungen einzustehen. 

Warnstreiks in fast allen Bundesländern

Verdi hat in fast allen Bundesländern zu Warnstreiks bei kommunalen Verkehrsunternehmen aufgerufen. Denn in sämtlichen Bundesländern gibt es parallel laufende Tarifverhandlungen in der Branche. Verhandlungspartner sind die jeweiligen Landesverbände des Kommunalen Arbeitgeberverbands (KAV). Lediglich in Hamburg wird direkt mit der Hamburger Hochbahn sowie den Verkehrsbetrieben Hamburg-Holstein verhandelt.

Die Gewerkschaft fordert für die rund 1.500 betroffenen Busfahrerinnen und Busfahrer in Schleswig-Holstein insbesondere deutlich bessere Arbeitsbedingungen - etwa durch kürzere Wochenarbeitszeit und Schichtzeiten, längere Ruhezeiten, aber auch durch höhere Zuschläge für Arbeit in der Nacht und am Wochenende.

Kritik der Arbeitgeber

Kritik an den Warnstreiks kommt vom KAV Schleswig-Holstein. Die Warnstreiks zum jetzigen Zeitpunkt seien vollkommen übertrieben und unnötig, sagte Jan Jacobsen, Verbandsgeschäftsführer des Kommunalen Arbeitgeberverbands Schleswig-Holstein. Man habe im Norden erst eine Verhandlungsrunde gehabt und zwei weitere seien für den 18. und 23. Februar terminiert. In der Sache bringen die Warnstreiks "uns nicht weiter". 

Demonstration in Lübeck

Streikende aus Schleswig-Holstein und dem Nachbarland Mecklenburg-Vorpommern trafen sich am Vormittag zu einer Kundgebung mit anschließender Demonstration in Lübeck.

dpa