Winterwetter Viele Unfälle nach Schneefall in Schleswig-Holstein

Am Holstenfleet in Kiel räumt ein Unimog den Schneematsch an die Seite. Foto: Felix Müschen/dpa
Am Holstenfleet in Kiel räumt ein Unimog den Schneematsch an die Seite. Foto
© Felix Müschen/dpa
Schnee und Glätte sorgen in Schleswig-Holstein für Blechschäden und Verletzte. Warum ein Gelenkbus in Kiel besonders für Aufsehen sorgte.

Der Winter hat sich in Schleswig-Holstein deutlich zurückgemeldet und einige Zentimeter Schnee gebracht. Bereits am Morgen gerieten viele Pendler in Schwierigkeiten. Auf den Straßen gab es zahlreiche Unfälle, wie die Polizei aus allen Teilen des Landes berichtete.

Bis zu neun Zentimeter Schnee bis zum Nachmittag

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) kamen bis zum Nachmittag je nach Landesteil zwischen einem und neun Zentimeter Schnee zusammen. Wenig war es direkt an der Ostsee und ganz im Westen des Landes. Der meiste Schnee fiel in Schleswig und Umgebung mit neun Zentimetern. In Flensburg und Kiel waren es etwa fünf bis sieben Zentimeter. Bis zum späten Abend können in Teilen Schleswig-Holstein weitere drei Zentimeter Schnee fallen.

"Es war heute landesweit ein erhöhtes Aufkommen an glättebedingten Unfällen festzustellen", sagte ein Sprecher des Landespolizeiamtes der Deutschen Presse-Agentur. Die ersten Meldungen erreichten die Leitstellen der Polizei um 6.00 Uhr und erstreckten sich dann über den ganzen Tag. Überall waren die Räumdienste im Einsatz. Im Bahnverkehr kam es vereinzelt zu Verspätungen.

Verletzte und Blechschäden

Viele Unfälle gingen mit Blechschäden aus. Es wurden aber auch Menschen verletzt. Gekracht hat es nach Polizeiangaben sowohl auf Bundes- und Landstraßen als auch in den Städten.

Bei Elmshorn wurden bei einem Unfall gegen 6.15 Uhr zwei Menschen leicht verletzt, als es in einem Einmündungsbereich zu einer Kollision von zwei Fahrzeugen kam. Auf der Bundesstraße 207 bei Elmenhorst (Kreis Herzogtum Lauenburg) kam ein Auto von der Fahrbahn ab und schleuderte gegen einen Baum. Die Fahrerin hatte Glück und wurde nur leicht verletzt, wie ein Polizeisprecher berichtete.

Dutzende Unfälle

Allein in den Kreisen Segeberg und Pinneberg zählte die Polizei bis zum Vormittag 25 Glätteunfälle, wie ein Sprecher berichtete. Auch in Kiel und dem Kreis Plön gab es seit dem Morgen 26 Unfälle. 16 davon ereigneten sich im Kieler Stadtgebiet, wie eine Sprecherin sagte. Dabei wurde ein Mensch leicht verletzt.

Im Kreis Rendsburg-Eckernförde registrierte die Polizei bis zum frühen Nachmittag 19 Unfälle, in der Stadt Neumünster sechs. In Borgstedt (Kreis Rendsburg-Eckernförde) kam es am Mittag zu einem Frontalzusammenstoß zwischen zwei Fahrzeugen. Dabei wurden zwei Kinder leicht verletzt.

Bus steht auf Kieler Hochbrücke quer 

"Ungewöhnlich anzusehen, aber glücklicherweise folgenlos: Ein Gelenkbus in Kiel stellte sich bei starkem Schneefall auf der Zufahrt zur Holtenauer Hochbrücke quer und blockierte zeitweise die Fahrbahn", sagte der Sprecher des Landespolizeiamtes. 

Der neue Schnee führte auch zu Einschränkungen im Busverkehr in Teilen Schleswig-Holsteins. Witterungsbedingt stelle das Unternehmen im Kreis Ostholstein vorläufig den Betrieb ein, berichtete das zu DB Regio Bus gehörende Busunternehmen Autokraft. Der X85 von Lübeck nach Fehmarn sei davon nicht betroffen gewesen. Im Kreis Segeberg blieb der Busverkehr von Autokraft zunächst eingestellt, sollte im Tagesverlauf aber wieder aufgenommen werden.

Noch kein Ende des Winters

Auch in den kommenden Tagen wird der Winter den Norden weiter im Griff behalten. Für Dienstag sagt der DWD stark bewölktes oder trübes Wetter voraus. In Ostseenähe kann es örtlich Schneegriesel geben. Die Temperaturen klettern maximal knapp über den Gefrierpunkt. In der Nacht zum Mittwoch soll es weitgehend trocken bleiben bei Frost bis -3 Grad. Am Mittwoch wird es kaum anders aussehen.

dpa