Wie im Märchen: Entlang einer Route quer durch Deutschland können Besucherinnen und Besucher in eine märchenhafte Welt eintauchen. Seit über 50 Jahren lädt die Deutsche Märchenstraße dazu ein, den Spuren der berühmten Brüder Grimm zu folgen - von ihrem Geburtsort Hanau über Kassel und Hameln bis zu den Stadtmusikanten nach Bremen.
In Bremen enden heute (15.00 Uhr) auch die Feierlichkeiten zum Jubiläumsjahr. Über die Geschichte einer märchenhaften Straße - und was Gäste entlang der Route erwartet.
Was verbirgt sich hinter der Deutschen Märchenstraße?
Die Märchenstraße ist eine Ferienstraße quer durch Deutschland. Sie verbindet Städte und Gemeinden, die eine besondere Verbindung zu Märchen, Sagen und Legenden haben.
Inzwischen ist die Straße weltweit bekannt, wie der Verein Deutsche Märchenstraße mitteilt. Der Erfolg sei auf die Märchen der Brüder Grimm zurückzuführen, die in mehr als 100 Sprache übersetzt wurden. "Sie faszinieren seit über zweihundert Jahren Menschen in aller Welt und lassen in ihren Köpfen ein romantisches Bild von Deutschland entstehen - geprägt von Burgen und Schlössern, Fachwerk und Wald", heißt es von den Organisatoren.
Wo führt die Märchenstraße entlang?
Die Märchenstraße ist rund 1.000 Kilometer lang und führt durch Hessen, Thüringen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Bremen. Beginn ist im hessischen Hanau, der Geburtsstadt der Brüder Grimm. Die Straße endet in Bremen mit den Stadtmusikanten.
Welche Orte sind entlang der Route zu entdecken?
Mehr als 70 Städte, Gemeinden und Sehenswürdigkeiten sind entlang der Deutschen Märchenstraße zu entdecken.
Zu den bedeutenden Orten entlang der Route gehören:
Hanau: Mit der Geburtsstadt der Brüder Grimm beginnt die MärchenstraßeSteinau: Dort verbrachten die Brüder einen Teil ihrer Kindheit Marburg: Studienjahre der Brüder Grimm Kassel: Dort haben die Brüder Grimm ihre Schulzeit verbracht und später einen Großteil ihrer Märchen gesammelt und bearbeitet. Die nordhessische Stadt ist auch Verwaltungssitz der Deutschen Märchenstraße Hoher Meißner: In dem Mittelgebirge soll Frau Holle ihre Bettwäsche ausgeschüttelt und für Schnee gesorgt haben Sababurg: Im Volksmund auch Dornröschenschloss genannt Göttingen: Dort wirkten die Brüder Grimm als Professoren für Germanistik Hameln: Schauplatz der Sage vom Rattenfänger Bremen: Bekannt für die Bremer Stadtmusikanten und Endpunkt der Märchenstraße
Welche Geschichte hat die Märchenstraße?
Die Geschichte der Märchenstraße begann vor gut 50 Jahren in Russland: Bei einem Besuch in Sankt Petersburg wurde dem damaligen Kasseler Landrat Herbert Günther (SPD) klar, dass die Märchen der Brüder Grimm weltweit geschätzt werden. Er erkannte die Chance, die Heimat von Jacob und Wilhelm Grimm international bekannt zu machen.
So wurde 1975 die Deutsche Märchenstraße ins Leben gerufen. Der Verein hat es sich zum Ziel gesetzt, Märchen, Sagen und Legenden zu bewahren und zu fördern.
Welche Bedeutung hat die Märchenstraße für den Tourismus?
Die Märchenstraße zählt laut der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) zu den beliebtesten Zielen ausländischer Gäste in Deutschland. Wie viele Menschen jedes Jahr entlang der Route reisen, lässt sich laut den Initiatoren nicht genau sagen. Nach Schätzungen mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz besuchen zwischen fünf und zehn Millionen Touristen jedes Jahr die Märchenstraße.
Was erwartet Besucher entlang der Route?
Entlang der Route wird mit Theater, Musicals, Märchenwanderungen und anderen Veranstaltungen das Märchenreich zum Leben erweckt. In Hanau finden etwa alljährlich Grimm-Festspiele statt, in denen die Märchen der Gebrüder im Mittelpunkt stehen.
Wer selbst die Märchenstraße erkunden will, kann sich von der Märchenstraßen-App oder einem eigenen Reiseführer inspirieren lassen. Für Urlauber mit dem Wohnmobil oder Radfahrer gibt es extra Routen.
Welche Zukunftspläne gibt es für die Märchenstraße?
Die Route soll noch bekannter werden, kündigte der Verein an. Dafür soll etwa die Radstrecke besser ausgeschildert, die Märchenstraßen-App weiterentwickelt und der Bezug zu den Märchen in den einzelnen Orten sichtbarer werden.
Ein Beispiel ist das geplante Stadtmusikantenhaus, das im Sommer 2027 in Bremen eröffnet werden soll. Dort sollen Gäste mit moderner Technik das Abenteuer von Esel, Hund, Katze und Hahn so miterleben können, als wären sie mittendrin.